Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Annika Hanke: London’s Legacy. Entfesselte Elemente.

Details:
Seitenzahl: 360 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 15. April 2021

Inhalt:
Die Londoner Highschool-Schülerin Charlie könnte ein ganz normales Mädchen sein, wäre da nicht das uralte Geheimnis, das sie in sich trägt: Niemand darf wissen, dass sie Elementarmagie beherrscht und als Teil der Magus Feralis die Erde kontrollieren kann. Als sich in Westminster unerklärliche Erdbeben häufen, spürt Charlie sofort, dass Magie dahinterstecken muss. Mit Hilfe ihrer Kräfte folgt sie deren Spur zum Zentrum der Beben und steht plötzlich vor einem umwerfend attraktiven jungen Mann. Beim Anblick seiner leuchtend blauen Augen fühlt sie nicht nur ihr Herz schneller schlagen, sondern auch die unkontrollierbare Macht, die in dem Unbekannten tobt …

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an befindet man sich als Leser*in mitten im Geschehen. Es geht direkt los, aber man ist zu keiner Zeit erschlagen. Die Hintergründe, das Leben der Protagonistin Charlie und alle Informationen zu ihren Kräften werden immer wieder eingestreut, sodass man ein umfassendes Bild bekommt. Show not tell wurde hier sehr ernst genommen und ich finde es toll. Ich habe mich dadurch meistens ehrlich gesagt eher wie in einem Film gefühlt und nicht als würde ich die Geschichte lesen. Das passiert mir eher selten, dass ich die Bilder so klar vor Augen habe, mich so sehr hineinversetzt fühle als würde ich gerade auf eine Kinoleinwand blicken und nicht auf die Buchstaben einer Seite. Nicht zuletzt liegt das vermutlich daran, dass mich die Geschichte von Anfang an an die X-Men erinnert hat und deshalb sofort ein Film vor meinem inneren Auge gestartet wurde.

Die Handlung war sehr spannend und mitreißend, man möchte immer sofort wissen, was wohl als nächstes passieren wird. „London’s Legacy“ schafft es definitiv seine Leser*innen zu fesseln und zu begeistern. Die Umsetzung der an sich schon klasse Idee hat mich richtig begeistert, denn die Kräfte von Charlie und Vincent beispielsweise waren wirklich schön beschrieben.

Auch das Knistern zwischen den Charakteren war spürbar, was mir persönlich immer sehr wichtig ist, wenn ich einen Roman mit Liebesgeschichte als eines der zentralen Themen lese. Noch dazu mochte ich sowohl Charlie als auch Vincent wirklich gern, sie waren in meinen Augen authentisch und wirkten menschlich. Dadurch kann man als Leser*in eine Bindung zu ihnen aufbauen und fiebert umso mehr mit ihnen mit.

Zwei Dinge haben mich leider ein wenig gestört beim Lesen und auch wenn sie das insgesamt wirklich tolle Buch nicht maßgeblich beeinträchtigen, waren sie für mich ein kleiner Wermutstropfen. Zum einen werden große und für die Figuren eigentlich schockierende Enthüllungen teilweise einfach abgetan und es wird nicht näher darauf eingegangen. Man bleibt mit vielen Fragezeichen zurück und leider werden viele Dinge nie näher erklärt oder ausgeführt. Deshalb bleibt einem die hier erschaffene magische Welt zu einem großen Teil leider auch nach dem Lesen weiterhin verborgen, man kratzt nur an der Oberfläche und bekommt unglücklicherweise keinen umfassenden Blick hinter die Kulissen.
Zum anderen kam mir das Ende einfach viel zu schnell und abrupt. Der Ausgang an sich ist passend für die ganze Geschichte, aber nachdem eine solche Spannung aufgebaut wurde während der letzten über 300 Seiten, hätte ich mir hier etwas Größeres, Fulminanteres gewünscht.

Fazit:
Ein sehr gelungenes Buch, das wirklich begeistern und mitreißen kann. Mit ein paar mehr Seiten hätte die Geschichte den Leser noch tiefer in die Welt der magischen Kinder mitnehmen und ein packenderes Ende haben können – dann wäre es wohl der fast perfekte Urban Fantasyroman geworden. Doch auch so war es ein Vergnügen, die Geschichte von Charlie und Vincent miterleben zu dürfen und es war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch der Autorin.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Annie Waye: Thron aus Sturm und Sternen 2. Flammenherz.

Details:
Seitenzahl: 454 Seiten
Verlag: Loomlights
Erschienen: 26. März 2021

Inhalt:
Für Kauna und ihren besten Freund Deema steht alles auf dem Spiel: Sie müssen ihren Stamm aus den Fängen des Feindes befreien, bevor ein erbitterter Krieg ausbricht. Gemeinsam mit dem Gefolge um Kronprinz Malik und dem abtrünnigen Haiduken Kenan begeben sie sich auf eine gefährliche Reise. Ihr Ziel: das Königshaus in Alanya, in dem ihre Familie gefangen gehalten wird. Und in dem Gil, Kaunas andere Hälfte, die sich gegen sie verschworen hat, sie bereits erwartet. Doch das ist nicht das einzige Problem: Deemas Seelentier regt sich – und das Feuer eines Drachen kann Gabe oder Fluch sein

Meine Meinung:
Wenn ich den ersten Band der Dilogie schon gut wirklich gut fand, so hat mich diese Fortsetzung einfach nur begeistert. Die Handlung war so unglaublich spannend und auch voller nicht vorhersehbarer Wendungen, dass man gar nicht mehr aufhören konnte und wollte zu lesen. Es wurde nicht eine Sekunde langweilig, dabei war es aber nie zu viel Action. Denn obwohl die spannungsgeladenem Szenen überwiegen, haben sie den/die Leser*in nicht erschlagen, sondern einfach nur mitgerissen. Es gibt auch ruhigere Szenen, die voller Tiefe waren und sehr berühren konnten. Für mich die perfekte Mischung in einem Fantasyroman!

Es war tatsächlich so, dass man nicht sagen konnte, was als Nächstes geschehen würde beziehungsweise mit den Vermutungen meist sowieso daneben lag. Ich liebe es, wenn mich ein Roman überraschen kann, denn das schaffen nicht viele. Man kann sich auch absolut in die hier erschaffene Welt fallen lassen und wird von ihr in den Bann gezogen.

Manche Szenen haben mich tatsächlich so berührt, dass ich fast Tränen in den Augen hatte – und das kommt nun wirklich nicht oft vor. Mir sind die Figuren so ans Herz gewachsen, dass es unglaublich schwer fällt, sie gehen zu lassen. Man möchte sie noch länger begleiten, keine davon sterben sehen und am liebsten noch zehn Bände lang Abenteuer mit ihnen erleben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, Band 2 hat mich berührt, begeistert und mitgerissen und ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Große Leseempfehlung!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


M. D. Hirt: Bloody Marry Me 1.

Details:
Seitenzahl: 281 Seiten
Verlag: Dark Diamonds
Erschienen: 26. Juli 2018

Inhalt:
Als die Kunststudentin Holly einen der begehrten Gästeplätze bei den wichtigsten Music and Movie Awards der ganzen Welt gewinnt, wird ein Traum für sie wahr. Doch der droht sich schnell in einen Albtraum zu verwandeln, als sie von den Bedingungen erfährt, die an diese Chance geknüpft sind. Denn dafür muss sie die erfolgreiche Band »Bloody Mary« auf Tour begleiten und die besteht komplett aus Vampiren. Nichts fürchtet sie mehr, als Nacht für Nacht, Seite an Seite mit vier unverschämt gut aussehenden, übermenschlich starken und blutdürstigen Wesen um die Welt zu reisen. Aber was tut man nicht alles für die Erfüllung seiner Träume…

Meine Meinung:
Ich fange mit den positiven Dingen an, die bei dem Buch auffallen, denn es gibt einige davon.
Allen voran finde ich den Schreibstil und den Humor der Autorin wirklich gelungen. Es war sehr unterhaltsam und oft auch lustig die Geschichte zu lesen und es hat insgesamt einfach Spaß gemacht. Man merkt, dass sie viel Talent mitbringt und ich bin gespannt, was in Zukunft noch aus ihrer Feder entstehen wird.

Auch die grundlegende Idee hat mir gefallen, obwohl mich Romane mit Vampiren ansonsten eher nicht sonderlich ansprechen. Ich fand es gut, dass die Vampire hier eher dem „klassischen“ Bild entsprechen und nicht nur glitzern oder Ähnliches. Die Lebensgeschichten der Bandmitglieder, die wir bereits lesen durften, sind ebenfalls sehr interessant und mit kreativen Ideen gespickt. Und auch dass die Vampire in die Öffentlichkeit treten und offen leben in unserer Gesellschaft war richtig gut umgesetzt.

Leider kommt jetzt das große ABER. Denn die Handlung konnte mich nicht so recht überzeugen, da sie einfach zu dünn war. Holly wird von einem Weltstar spontan einfach wochenlang mitgenommen, weil er sie eigentlich nur zu einer (!) Veranstaltung einlädt und keine Lust hat sie dafür später abzuholen? Das ist leider nicht nachvollziehbar für mich. Auch dass die anderen Bandmitglieder nichts dazu sagen, Holly von Anfang an ständig und überall mitgenommen wird (obwohl auch die Band ja rein gar nichts von ihr weiß), plötzlich Autogrammkarten bekommen soll und einfach im gleichen Bett mit jemandem schläft, den sie weder kennt und vor dem sie Angst hat – das ergibt irgendwie keinen Sinn. Es gibt leider einige Szenen, die nicht ganz logisch sind und ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirken.

Holly selbst finde ich als Protagonistin schwierig und kann ihr Verhalten meistens nicht verstehen. Sie hat Angst vor Vampiren und kommt immer wieder in Situationen mit diesen, die gefährlich und verstörend sind, aber sie geht trotzdem mit einer Gruppe von mehreren männlichen Vampiren mit, schläft bei ihnen und verbringt ihr komplettes Leben ausschließlich mit ihnen? Einfach so von jetzt auf gleich? Holly wirkt leider so naiv, dass es mir nicht möglich ist, eine Verbindung zu ihr herzustellen. Sie gibt sich im Grunde selbst völlig auf, meldet sich nicht einmal mehr bei ihren Freunden und wird komplett zum Spielball der Vampire. Es hat mich ehrlich gesagt ziemlich erschreckt das zu beobachten.

Höchst bedenklich finde ich auch wie sich Holly von den Männern behandeln lässt. Diese spielen mit ihr, behandeln sie wirklich wie ein Spielzeug, mit dem man machen kann, was man möchte und das Schlimmste – Holly lässt sich immer und immer wieder darauf ein. Das Bild, das hier an Jugendliche weitergegeben wird, die ja die Hauptzielgruppe des Buchs sind, ist im Grunde, dass man sich als Frau von Männern fast alles bieten lassen sollte, solange sie sexy, berühmt oder einfach nur charmant sind. Ich möchte hier in keiner Weise der Autorin unterstellen, das absichtlich so darzustellen, aber leider wird genau das meiner Meinung nach vermittelt.

Wie gesagt, die Autorin hat wirklich Talent und ich würde auch gern wieder etwas von ihr lesen, aber diese Reihe werde ich wohl eher nicht weiterverfolgen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Jennifer Snow: Alaska Love 2.

Details:
Seitenzahl: 344 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 1. April 2021

Inhalt:
Als Single-Dad hat Tank Wheeler nur ein Ziel: Das Leben seiner kleinen Tochter so stabil wie möglich zu gestalten. Da kann er es gar nicht gebrauchen, dass sein Herz jedes Mal schneller schlägt, wenn er seine beste Freundin Cassie Reynolds sieht. Und als dann ein heißer Geburtstagskuss die Situation zuspitzt, geben die beiden ihren Gefühlen nach. Doch ausgerechnet jetzt taucht Tanks Exfrau in Alaska auf und will ihn zurückerobern.

Meine Meinung:
Die Geschichte ist nett, kann aber leider nicht so ganz überzeugen. Die Gefühle kommen größtenteils nicht richtig beim Leser an und man wird nicht so ganz in den Bann des Buchs gezogen. Dazu kommt, dass die Handlung doch eher ruhig verläuft und in meinen Augen der Fokus nicht so ganz günstig gesetzt wurde. Tank und Cassie bekommen über weite Passagen meiner Ansicht nach zu wenig Zeit miteinander, stattdessen wird sich etwas zu viel auf Montana konzentriert, wodurch eben die Emotionen der eigentliche Protagonisten füreinander ein wenig zu kurz kommen.

Das Buch ist definitiv unterhaltsam und lässt sich leicht und flüssig lesen, es gibt gar nicht viel Negatives darüber zu sagen tatsächlich. Nur sticht es eben nicht aus der Masse hervor und das letzte bisschen an besonderem Zauber, der eine hervorragende Geschichte ausmacht, hat leider gefehlt. Wer leichte und romantische Unterhaltung für Zwischendurch sucht, ist hier aber auf jeden Fall richtig.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Annie Waye: Thron aus Sturm und Sternen 1.

Details:
Seitenzahl: 360 Seiten
Verlag: Loomlight
Erschienen: 29. Januar 2021

Inhalt:
Als ein Krieg um den Thron ausbricht, gerät Kauna aus dem längst vergessenen Stamm der Crae unfreiwillig zwischen die Fronten: auf der einen Seite der Königssohn Malik, dem sie ihr Leben zu verdanken hat. Auf der anderen ihre große Liebe Gil, dessen Vater die Macht an sich zu reißen und ihren Stamm zu unterwerfen droht. Als Kauna dem Ruf ihres Herzens folgt, verliert sie alles, was ihr je etwas bedeutet hat – und begibt sich gemeinsam mit ihrem Seelentier Hana auf eine Reise, von deren Ausgang schon bald nicht nur das Überleben ihrer Familie abhängt, sondern das Schicksal des ganzen Königreichs.

Meine Meinung:
Der Auftakt dieser Reihe ist wieder richtig gute und unterhaltsame Fantasy. Der Start ins Buch ist mir persönlich zwar nicht ganz so leicht gefallen, weil man mitten ins Geschehen geworfen wird und auch später die genauen Hintergründe wie es dazu überhaupt gekommen ist (weshalb sich Kauna mit Leuten anfreunden kann, wie das genau passiert ist usw) nicht erklärt werden. Die Freundschaft von Kauna mit Menschen aus einem anderen Volk passt für mich nicht so richtig ins Bild, das mir von ihrem Stamm gezeigt wurde.

Doch nach relativ kurzer Zeit hat man sich damit abgefunden und findet sich in einem spannenden, abwechslungsreichen und auch überraschenden Abenteuer wieder, das mich wirklich fesseln konnte. Die hier erschaffene Welt ist gut beschrieben, ebenso wie die Unterschiede der verschiedenen Völker. Vielleicht hätte man noch ein paar mehr Informationen einstreuen können, doch auch so kann man sich als Leser alles sehr gut bildlich vorstellen. Die Handlung überzeugt ebenfalls sehr, da sie ununterbrochen spannend und mitreißend ist. Sie ist auch nicht so vorhersehbar und punktet ab und an mit Wendungen, die man so nicht erahnt hätte.

Die Art von Kaunas Stamm zu leben ist sehr interessant, vor allem die Verbindung mit den Seelentieren und der Einstellung ihrer Leute. Ich mag die Passagen mit Kaunas Seelentier sehr gern und liebe die Verbindung der beiden, die man sogar zwischen den Zeilen spürt.

Die Figuren an sich hätte ich mir mit etwas mehr Tiefe gewünscht, sie blieben teilweise doch eher blass. Man bekommt sie als Leser nicht zu greifen und es fällt schwer, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Deshalb ist auch die Liebesgeschichte nicht wirklich emotional oder berührend, aber da sie ohnehin eher eine Nebenrolle in diesem Buch einnimmt, ist das zu verschmerzen. Für die Fortsetzung hoffe ich darauf, noch mehr hinter die Oberfläche der Figuren blicken zu dürfen, da sie ganz viel Potenzial mitbringen.

Insgesamt handelt es sich bei „Thron aus Sturm und Sternen“ um ein richtig gelungenes Debut, das mich trotz kleinerer Kritikpunkte überzeugen und begeistern konnte. Der Schreibstil ist klasse, die Handlung sehr spannend und die hier erschaffene Welt strotz nur so vor toller Ideen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Teresa Sporrer: Dragon Princess 2.

Details:
Seitenzahl: 406 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 18. März 2021

Inhalt:
Was, wenn eine Prinzessin gegen ihre Rolle aufbegehrt? Wenn sie sich lieber einem charismatischen Piratenkapitän anschließt, statt sich dem König unterzuordnen? Dann riskiert sie alles, um die zu beschützen, die sie liebt. Denn es gilt die Drachen vor den wahren Ungeheuern ihrer Welt zu retten: den Menschen.

Meine Meinung:
Im ersten Band der Reihe hat mir der rote Faden durch die Geschichte gefehlt, weshalb ich erfreut war, dass es eben diesen in Band 2 gibt. Die Handlung ist viel logischer und strukturierter aufgebaut als im Vorgängerband, was das Lesen definitiv positiv beeinflusst. Klasse ist ebenfalls, dass man mehr über Fynns und auch Rubys Vergangenheit erfährt. Der Witz der Dialoge war vielleicht nicht mehr ganz so präsent wie in Band 1, aber dennoch kann die Autorin vermutlich vor allem jüngeres Publikum mit Humor unterhalten.

Allerdings muss ich sagen, dass es mir dieses Mal an Spannung gefehlt hat. Die Handlung plätschert eher vor sich hin und die Ereignisse, die etwas Würze in das Ganze bringen könnten, werden so schnell aufgelöst oder durch nebensächliches Geplänkel unterbrochen, dass auch hier nicht wirklich Spannung aufkommen kann.
Leider waren die Geschehnisse auch ziemlich vorhersehbar und selten überraschend. Die kurzen überraschenden Momente wurden dann auch noch wie zuvor bei den spannenden Szenen beschrieben etwas kaputt gemacht. Dadurch zieht sich das Buch insgesamt schon ziemlich und verleitet stark dazu, quer zu lesen. Man hat nämlich nicht das Gefühl, irgendetwas Entscheidendes zu verpassen, wenn man ein paar Seiten überspringen würde.

Insgesamt war der zweite und finale Teil der „Dragon Princess“-Reihe ein nettes Geplänkel von Charakteren für Zwischendurch, das es aber aufgrund von fehlender Spannung und mangelnden Überraschungen leider nicht wirklich schafft zu überzeugen oder den Leser zu fesseln.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Sarina Bowen: Never let me down.

Details:
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 29. Mai 2020

Inhalt:
When everything wrong turns right Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter begegnet die junge Rachel das erste Mal ihrem leiblichen Vater Freddy Ricks – dem größten Rockstar der Welt.Nicht nur betritt sie damit eine völlig neue Welt aus Reichtum und Freiheit, sondern Freddy erfüllt ihr auch ihren größten Traum: ein Studium am Claiborne College in Vermont. Dort verliebt sie sich in ihren Tutor Jake. Doch je näher sie sich kommen, desto deutlicher spürt Rachel, dass sie erst wirklich nach vorne blicken kann, wenn sie sich den Fragen ihrer Vergangenheit stellt, die nur ihr Vater beantworten kann ..

KURZmeinung:
Sarina Bowen schreibt wie immer sehr einnehmend und fesselnd, ihre Bücher lesen sich immer sehr gut und sehr flüssig. Hier wollte sie allerdings zu viel auf einmal, denn es wurden dermaßen viele verschiedene Themen angeschnitten, dass sie am Ende alle irgendwie zu kurz kamen. Tod der Mutter, Vergangenheit der Mutter, neue Schule für Rachel, Vater kennenlernen, Vergangenheit und Gegenwart von Rockstar-Vater, Einleben an neuer Schule, bester Freund aus alter Heimat, neue Leute an neuer Schule, Jake – Puh. Es war einfach zu viel des Guten. Entweder hätte die Autorin eine Reihe daraus machen sollen oder sich auf weniger Themen beschränken und diese dafür ausführlicher behandeln. Aber so konnte das Buch leider nicht richtig überzeugen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Dana Müller-Braun: The Run.

Details:
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Impress/Carlsen
Erschienen: 18. März 2021

Inhalt:
Vier Götter wurden einst auf die Erde gesandt, um das Zeitalter der Menschen einzuläuten. Aus schwarzem Sand schufen sie das Reich des Kampfes. Aus goldenem Staub erwuchs die Weisheit. Aus roter Asche wurde der Tod geboren. Und aus blauem Eis das Leben. So die Legende, die noch heute Saris Schicksal bestimmt. Wie alle Achtzehnjährigen muss sie den gefährlichen Lauf durch die vier Reiche der Götter bestehen, bevor sie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden kann. Dabei ist sie auf die Hilfe eines mächtigen Schattenbringers angewiesen, der ihr Herz ungewöhnlich tief berührt. Aber seine Treue gilt nicht ihr …

Meine Meinung:
An diesem Buch ist man in den vergangenen Wochen kaum vorbeigekommen. Es war sehr präsent und wurde offenbar wirklich häufig gelesen, sodass die Erwartungshaltung dementsprechend hoch war. Das kann schwierig sein, da man dadurch leichter von einer Geschichte enttäuscht ist als wenn man zuvor kaum etwas davon gehört hat. Die große Frage ist also: Kann „The Run“ dem Hype gerecht werden?
Meine Antwort fällt da nicht so ganz eindeutig aus.

Die Szenen, die wir lesen dürfen, sind wirklich großartig. Bildgewaltig, voller Emotionen und sie können definitiv mit großen Fantasywerken mithalten. Auch die hier dargestellte Welt, die Gesellschaft, die Götter und alles andere sind vielversprechend und wahnsinnig interessant. Hier steckt viel Arbeit, Mühe und Kreativität dahinter, sodass ich tatsächlich beeindruckt war. Dazu kommen überraschende Wendungen und Verstrickungen, die zur Spannung beigetragen haben. Allerdings waren eben diese auch das Problem. Denn die Wendungen sind teilweise so abrupt, dass sie scheinbar zusammenhangslos wirken. Oft passieren Dinge einfach aus dem Nichts und ich war mehr als einmal verwirrt und hatte Mühe, alles zuordnen zu können.
Was auch zu dieser Problematik beiträgt, ist, dass die Zeit keine Rolle zu spielen schenit. Tage vergehen ohne dass man als Leser überhaupt etwas merkt. Es wird immer weiter erzählt und plötzlich heißt es, es wäre ein paar Tage her. Man kann leider zeitlich überhaupt nichts einordnen und für die Strecken im geographischen Sinne gilt dasselbe. Innerhalb von ein paar Stunden kann man das ganze Reich durchqueren? Oder liegt das nur an der seltsamen Art wie Zeit hier vernachlässigt wird?! Ich konnte das Lesen leider irgendwann gar nicht mehr richtig genießen, weil mir alles etwas durcheinander vorkam.

Wie gesagt, die einzelnen Szenen, in denen wirklich etwas pasiert, sind für sich wirklich grandios geschrieben. Aber das Dazwischen, wie diese großen Szenen miteinander verbunden werden, hat mich leider nicht überzeugen können. Dadurch konnte man die Entwicklung der Charaktere teilweise auch nicht so ganz nachvollziehen und es wurde schwer, eine richtige Bindung zu den Figuren aufzubauen. Man wird sozusagen immer wieder aus ihrem Innenleben herausgerissen und an einer anderen Stelle wieder zurückgebracht (ohne einordnen zu können, ob Tage oder nur Stunden vergangen sind).

Neben den großen Fantasymomenten, die überzeugen können, ist auch die Anziehung zwischen den Protagonisten greifbar und wirklich toll umgesetzt. Man hat selbst als Leser die Funken gefühlt, die zwischen ihnen sprühen. Aber das Hin und Her zwischen den beiden war ab einem gewissen Punkt sehr anstrengend. Immer und immer wieder hat Sari denselben Fehler gemacht, immer und immer wieder hat sich ein und dasselbe wiederholt, nur vor anderen Kulissen.

Es fällt mir an dieser Stelle wirklich schwer, ein Fazit zu ziehen, da ich hin- und hergerissen bin. Einerseits die grandiosen Ideen und einzeln betrachtet bildgewaltige Szenen mit überraschenden Wendungen – andererseits kein Zeitgefühl, abrupte Veränderungen und Wiederholungen. Was ich aber sagen kann, ist, dass die Autorin sich hier an und für sich eine großartige Welt überlegt hat und meisterhaft mit ihren Worten umgegangen ist. Am Ende muss wohl jede*r Leser*in selbst entscheiden, wie sehr ihn/sie meine genannten Kritikpunkte in einem Roman stören.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Serena Valentino: Disney Villains 3. Die Einsame im Meer.

Details:
Seitenzahl: 208 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen: 30. August 2019

Inhalt:
Die Geschichte der Meereskönigstochter Arielle ist ein großes Märchen der Weltliteratur. Es geht darin um das Verlieren, Wiederfinden und Aufbegehren. Immer will Arielle mehr, als ihre Welt ihr bieten kann, und ihr Vater verlangt, dass sie innerhalb der Grenzen seiner Welt bleibt. Ihre Rebellion kostet die kleine Meerjungfrau ihre Stimme und fast ihre Seele. Aber die Kraft des Guten überwiegt, und Ariel taucht stolz und unverändert auf.

Meine Meinung:
Die beiden ersten Bände der Disney Villains – Reihe haben mir wirklich ganz gut gefallen, weil sie für mich eine Ergänzung zu den Filmen meiner Kindheit waren. Sozusagen Hintergrundinformationen zu den bekannten Filmen, die man früher eben geliebt und fast auswendig gekannt hat (oder immer noch tut). Bei diesem dritten Teil war ich zum ersten Mal ein wenig enttäuscht, muss ich sagen. Ich denke, das liegt daran, dass hier mehrere Handlungen parallel ablaufen und der Fokus gar nicht auf dem eigentlichen Disney Film „Arielle“ liegen, sondern eher auf der Reihenübergreifenden Geschichte. An sich ist diese auch recht spannend – aber die Art und Weise wie alles erzählt wird, ist mir als eigenständige Geschichte zu plump und oberflächlich gehalten. Wenn ich das Buch als Ergänzung zum Film sehe, wodurch ich die Figuren ja auch schon etwas kenne, finde ich den Schreibstil völlig in Ordnung und locker leicht für Zwischendurch. Aber da hier so viel Eigenes dazu erfunden wurde, wirkt es beinahe wie eine eigenständige Geschichte und da erwarte ich dann einfach mehr. Mehr Tiefe, mehr Entwicklung, mehr Emotionen.

Dazu kommt, dass für mich die Ursula, die hier dargestellt wird, so gar nicht zu der passen will, die man aus dem Film kennt. Die Szenen von dort werden zwar auch hier aufbereitet und es wird versucht eine Brücke zu dem so anderen Verhalten zu schlagen – doch in meinen Augen ist das leider nicht wirklich geglückt. Dadurch geht eine Menge Authentizität verloren und man kann sich so gar nicht mehr richtig auf alles einlassen.

Wir erleben das Buch zu einem Teil auch aus Ursulas Sicht, aber ihre Gedanken- und Gefühlswelt bleibt einem trotzdem fremd und verschlossen. Man erfährt nicht wirklich etwas über ihre wahren Absichten und Pläne, was mich erneut eher ernüchtert hat.

Insgesamt konnte mich der dritte Band der Reihe um die Bösewichte aus den Disney Filmen leider nicht so wirklich überzeugen. Ich hoffe auf den folgenden, da ich die Idee hinter den Büchern eigentlich sehr gelungen und spannend finde.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Christian Handel: Rowan und Ash. Ein Labyrinth aus Schatten und Magie.

Details:
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: 20. Juli 2020

Inhalt:
Sein Weg? Vorherbestimmt! Seine Verlobung? Arrangiert! Seine Gefühle? Verboten!Tritt ein in eine Welt voll dunkler Magie und geheimer Sehnsucht! Seit seinem dritten Lebensjahr ist Rowan O’Brien mit der Kronprinzessin von Iriann verlobt. Für seine Familie bedeutet die Heirat viel, versprechen sich die O’Briens mit der Verbindung doch eine Rückkehr an die Macht. Aber im Vorfeld der Hochzeit sorgen Gerüchte für Verstimmung: Rowans enge Freundschaft mit der gleichaltrigen Magierschülerin Raven wird von missgünstigen Stimmen aufgebauscht und großgeredet. Dabei empfindet Rowan nichts als Freundschaft für Raven. Die Wahrheit ist viel komplizierter: Rowan liebt keine andere Frau. Sondern den Königssohn Ash.

Meine Meinung:
Wenn man ein Buch von Christian Handel liest, spürt man eines sehr schnell: der Autor schreibt mit ganzer Seele und legt ein Stück seines Herzens mit in jede seiner Geschichten. Seine Liebe zu den Figuren und der von ihm erschaffenen Welt schwingt regelrecht zwischen den Zeilen mit. Es gibt nicht viele Autor*innen, denen das gelingt. Denn ich denke, dass es nichts ist, was man lernen kann. Entweder man besitzt diese Gabe oder nicht – und Christian Handel tut dies eindeutig. Das macht seine Geschichten für mich vor allem aus und lässt sie zu etwas wirklich Besonderem werden.

Abgesehen davon, wird hier eine faszinierende und wirklich liebevoll ausgearbeitete Welt geschaffen, die man auch als Leser ziemlich gut kennenlernt. Nicht nur die Umgebung, die mit dem genau richtigen Maß an Details beschrieben wird, sondern auch die gesellschaftliche Struktur und die Figuren werden mit Sorgfalt gezeichnet, sodass alles sehr real und greifbar wird ohne den Leser zu erschlagen.

Ein weiterer Aspekt, der für mich für die Besonderheit von Christian Handels Art zu Schreiben steht, ist die Atmosphäre. Auch bei „Rowan und Ash“ schafft er es wieder meisterhaft düstere Elemente lebendig werden zu lassen, sodass die immer etwas finstere und bedrohliche Stimmung ständig im Hintergrund lauert und alles mit Spannung hinterlegt. Denn in Romanen, in denen die Atmosphäre düster ist, weiß man nie, was auf der nächsten Seite geschieht…

Ganz wundervoll finde ich auch Rowan und seine Gefühlswelt. Diese Zerrissenheit in ihm, seine Angst, aber auch seine Liebe werden so glaubhaft geschildert, dass man als Leser automatisch mitleidet und mitfühlt. Sämtliche Emotionen sind so authentisch und echt, dass man sich ihnen eigentlich gar nicht entziehen kann.

Eine Kleinigkeit war meiner Meinung nach nicht ganz so gelungen wie der Rest des tollen Buchs und der Vollständigkeit halber möchte ich es nur kurz erwähnen. In der Mitte werden in meinen Augen ein paar Ereignisse zu überstürzt dargestellt, wodurch ich ehrlich gesagt kurz aus der Geschichte gerissen wurde, weil es von der Dynamik nicht so ganz zusammengepasst hat für mich.
An dieser Stelle sind leider keine Details möglich, da es sich um Spoiler handelt. Als ich mich dann aber damit arrangiert hatte, war ich schnell wieder im Lesefluss und konnte das Buch wieder genießen.
Auch das Ende kam für meinen Geschmack ein wenig zu abrupt. Zusammenfassend könnte man sagen, ich hätte mir sowohl in der Mitte als auch am Ende des Buchs ein paar Seiten mehr gewünscht.

Insgesamt war der Roman aber sowohl von der düsteren Stimmung, dem gelungenen Worldbuiding, der Handlung und den Figuren ein wirklich großartiger Fantasyroman. Hier wird eigentlich so ziemlich alles vereint, das ein tolles Buch haben sollte – plus ein paar Besonderheiten, die nur sehr wenige Autor*innen den Lesern schenken können.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)