Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Sarina Bowen: The Ivy Years 2. Was wir verbergen.

Details:
Seitenzahl: 320 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 29. Juni 2018

Inhalt:
Direkt bei ihrer ersten Begegnung am Harkness College spüren Scarlet Crowley und Bridger McCaulley die starke Anziehung, die zwischen ihnen herrscht. Jeder Blick, jede flüchtige Berührung lässt ihre Herzen höher schlagen – und es fällt ihnen immer schwerer, einander zu widerstehen. Dabei haben Scarlet und Bridger gute Gründe, sich dem anderen nicht vollkommen zu öffnen. Denn sie verbergen beide ein Geheimnis, das nicht nur ihr bisheriges Leben am College, sondern vor allem auch ihre gemeinsame Zukunft zerstören könnte …

Meine Meinung:
Wie schon im ersten Band der Reihe gefällt mir der Schreibstil von Sarina Bowen wieder sehr gut. Er reißt den Leser mit und vermittelt auch die Emotionen schön – nur leider lag auch hier wieder mein Problem an dem „Dazwischen“. Das, was erzählt wird, ist toll, aber mir fehlt so vieles, das nicht gesagt wird. Dadurch kommt zum Beispiel bei der Liebesgeschichte NULL Spannung auf. Es gibt hier auch absolut gar keine Dramatik, keine Spannung – einfach nichts. Für mich entsteht deshalb auch kein fühlbares Knistern zwischen den Charakteren. Das finde ich unglaublich schade, weil das Buch dadurch ganz viel verliert – und ich mir sicher bin, dass Sarina Bowen das eigentlich toll beschreiben könnte.

Spannung gibt es eigentlich nur bei den großen Hauptthemen mit den Familien. Das wiederum war mir ehrlich gesagt schon wieder zu viel Drama. Es kam mir überzogen vor und nicht ganz realistisch. Die Balance von Drama und Spannung bei den verschiedenen Themen des Buchs hätte die Autorin einfach besser gewichten müssen.

Letzten Endes habe ich auch an den Figuren noch etwas zu kritisieren. Zum einen kennt man Bridger ja schon aus Band 1 der „Ivy Years“-Reihe – aber ganz ehrlich? Ich habe das Gefühl, hier eine völlig andere Person zu erleben. Natürlich kann sich eine Figur weiterentwickeln, aber das hier ist eine 180 Grad Wendung, die ich in dem Ausmaß nicht verstehen kann. Ja, ich begreife, woher die Veränderung von Bridger kommt und kann sie bis zu einem gewissen Rahmen auch nachvollziehen, aber so extrem wirkt es auf mich nicht glaubhaft. Vielleicht wäre das anders, wenn man die Entwicklung besser mitbekommen würde, doch so kommt mir das alles sehr merkwürdig vor.
Und Scarlet, die weibliche Protagonistin, wird immer als stark bezeichnet, was ich einfach nicht nachvollziehen kann. Denn das, was man anhand ihres Verhaltens die meiste Zeit erlebt, lässt eher auf das Gegenteil schließen. Sie wirkt schüchtern und traut sich kaum sich durchzusetzen. Auch hier hat es für mich einfach nicht wirklich gepasst.

Trotz meiner Kritik muss ich aber sagen, dass mir die Stimmung des Colleges und der Schreibstil von Sarina Bowen einfach unglaublich gut gefallen. Man merkt einfach, dass die Autorin meine negativen Punkte viel viel viel besser umsetzen könnte als sie es de facto getan hat. Genau aus diesem Grund werde ich die Reihe auch definitiv weiterverfolgen und hoffe einfach, dass es in Band 3 anders wird.

Fazit:
Trotz größerer Kritikpunkte lese ich die Reihe um „The Ivy Years“ einfach gern, was vor allem am großartigen Schreibstil von Sarina Bowen liegt. Wenn die Liebesgeschichten jetzt noch etwas Spannung bekommen würden, wäre ich fast wunschlos glücklich. 7 lila Punkte


Julia Zieschang: Wee City Love 1. Books’n’Scones.

Details:
Seitenzahl: 316 Seiten
Verlag: Selfpublishing
Erschienen: 3. Juli 2018

Inhalt:
*Auf wie viel wärst du bereit zu verzichten, um mit der Liebe deines Lebens zusammen zu sein?** Die 23-jährige Emily MacWilliam ist die Besitzerin des Cafés Books’n’Scones in Edinburgh. Als sie unfreiwillig bei einem Speeddating mitmacht, lernt sie den überaus attraktiven Finn kennen, der mit seiner liebenswerten Art ihr Herz höherschlagen lässt. Doch warum ist Finn seit Jahren Single und was verbirgt er vor Emily? Die beiden kommen sich langsam näher, wodurch die Eifersucht ihres Exfreundes angestachelt wird und die Situation sich zuspitzt, bis Emily Angst haben muss, ihr Café zu verlieren. Als Emily schließlich hinter Finns Geheimnis kommt, muss sie sich die Frage stellen, ob sie bereit ist eine Beziehung zu führen, die so ganz anders ist, als sie es sich erhofft hätte.

Meine Meinung:
Ich will nach Edinburgh. Jetzt. Sofort. Unbedingt.
Das ist es, was Julia Zieschang mit diesem Buch definitiv bei mir geschafft hat. Die wundervollen Beschreibungen der Stadt bringen die Atmosphäre und den besonderen Charme Edinburghs ganz klasse rüber und verhelfen dem Leser zu einer – leider nur kurzen – Reise nach Schottland.
Neben diesen wirklich schönen Beschreibungen der Stadt, punktet die Autorin auch bei den Personen und verschiedenen Settings mit ihrer Liebe zum Detail. Sie malt mit Worten Bilder, was mir sehr sehr sehr gut gefallen hat. Hin und wieder wurde es mir vielleicht ein wenig zu viel, aber das ist rein subjektiv. 😉

Geliebt habe ich auch Emilys Café. Ich wünschte mir, es stünde in meiner Stadt, damit ich dort selbst öfter hingehen könnte – denn es ist so großartig beschrieben, dass man sich zwangsläufig verliebt. Allein die herrlichen Scones … Ich sagte ja, Julia Zieschang erschafft mit ihren Worten Bilder im Kopf der Leser. 😉

Ein wenig Probleme hatte ich mit der Protagonistin. Ich bin nicht wirklich mit ihr warm geworden und fand ihr Verhalten teilweise nicht ganz nachvollziehbar, aber auch das ist natürlich wieder eine äußerst subjektive Angelegenheit. Dafür hat mich Liz, Emilys Mitbewohnerin, umso mehr überzeugt. Sie war einfach nur herrlich! Falls es noch einen Roman über sie geben wird (hoffentlich!!!), werde ich die Erste sein, die ihn liest. Liz‘ Art ist unverfroren, direkt und sooo unterhaltsam. Sie war mein persönliches Highlight im Buch. 😉

Die Figuren generell waren für meinen Geschmack einen Ticken zu klischeehaft. Hier hätte ich mir mehr Graustufen statt Schwarz-Weiß gewünscht und auch, dass man als Leser nicht nur gesagt bekommt, wie eine einzelne Figur ist, sondern es selbst herauslesen darf. Dieses Plakative, das die Charaktere teilweise an den Tag legen, ist nicht so meins, ich mag es lieber etwas subtiler.

Sehr positiv wiederum empfand ich die grundlegende Thematik des Buchs, über die ich tatsächlich noch nie etwas gelesen habe. Ein wirklich spannendes und interessantes Thema, das hier gewählt wurde, auch wenn es gern noch ausführlicher hätte besprochen werden können. Etwas mehr Raum dafür wäre schön gewesen, eben weil man darüber im Prinzip noch in keinem Roman gelesen hat.

Fazit:
Ein wirklich schöner Liebesroman, der vor allem mit der bildhaften Sprache, der tollen Atmosphäre und dem zu Grunde liegenden Thema überzeugen kann. Auch wenn mich die meisten Figuren nicht ganz für sich einnehmen konnten und ich mir etwas weniger Klischees gewünscht hätte, kann ich „Wee City Love. Books’n’Scones“ jedem empfehlen, der für eine Weile gedanklich nach Edinburgh reisen und schöne locker-leichte Lesestunden verbringen möchte. 6 lila Punkte


Ken Follett: Das Fundament der Ewigkeit.

Details:
Seitenzahl: 1164 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 12. September 2017

Inhalt:
1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe … nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen – koste es, was es wolle.

Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen …

Meine Meinung:
Ein so umfassendes Werk sollte eigentlich eine umfassende Rezension bekommen – zumindest bin ich davon ausgegangen, ehe ich das Buch gelesen habe. Doch jetzt muss ich sagen, dass es gar nicht so vieler Worte bedarf, um auszudrücken, was ich denke. Man muss Ken Folletts neuestes Epos einfach selbst auf sich wirken lassen.

Vom historischen Gesichtspunkt aus, finde ich diesen Roman mehr als gelungen. Man taucht in die Welt des 16. Jahrhunderts ein, bekommt politische Verwicklungen und das Zeitgeschehen so vermittelt, dass es einem leicht fällt mitzukommen und in die Vergangenheit einzutauchen. Gerade weil Ken Follett es schafft, seine fiktiven Figuren mit den politischen Ereignissen zu verweben und Geschichte dadurch persönlich wird. Vermutlich ist es das, was seine Romane so fesselnd macht.

Für mich persönlich war das Zwischenmenschliche nicht so ganz überzeugend, aber das kann sehr gut daran liegen, dass ich ansonsten meist eher Bücher lese, bei denen genau das im Fokus steht. Ich hätte mir nur einfach noch mehr gewünscht, dass mir die Schicksale ans Herz gehen, ich die Gefühle der Figuren besser nachvollziehen und eben auch selbst fühlen kann.

Über den Inhalt brauche ich im Grunde gar nichts zu verraten, denn die historischen Fakten sind schließlich bekannt. Ich fand es jedenfalls mehr als interessant, diese Epoche Englands in einem erzählenden Roman miterleben zu dürfen und habe hier sehr viel gelernt.

Fazit:
Ein wirklich guter historischer Roman, der historische Ereignisse mit fiktiven Figuren und deren Schicksal verknüpft. Ich hätte mir zwar zwischenmenschlich noch etwas mehr gewünscht, doch das ist ein sehr subjektiver Wunsch und fällt nicht allzu stark ins Gewicht. 7 lila Punkte


Laura Kneidl: Berühre mich. Nicht.

Details:
Seitenzahl: 464 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. Oktober 2017

Inhalt:
Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen …

Meine Meinung:
Ich kenne Laura Kneidls Erzählstil bisher nur von ihren Fantasy-Romanen und dort hat er mich immer überzeugt. Deshalb war ich umso gespannter, ob das auch bei einem New Adult-Buch der Fall sein wird – und was soll ich sagen? Das hat er definitiv! Die Geschichte von Sage und Luca lässt sich sehr flüssig lesen, man verliert sich darin und merkt gar nicht, wie schnell die Seiten verfliegen. Das ist immer ein sehr positives Zeichen und spricht eigentlich für sich an dieser Stelle.

Das Thema des Buchs hat mich ebenfalls überzeugt. Wie Sages Angst dargestellt wird, fand ich klasse und konnte sie sehr gut verstehen. Man fühlt mit Sage mit, leidet mit ihr und hofft einfach, dass sie aus diesem Strudel aus Angst und Panik wieder herausfindet. Eine wichtige Thematik, die einen zum Nachdenken bringt und ein mehr als gelungenes Thema für einen New Adult-Roman darstellt.

Leider gab es meiner Meinung nach aber hin und wieder ein paar Widersprüche, gerade bei dem Thema von Sages Angst. Ich kann hier leider nicht im Detail darauf eingehen, um mögliche Spoiler zu vermeiden, aber es gab durchaus mehrere Situationen, in denen ich nicht verstanden habe, weshalb Sage plötzlich keine Angst mehr zu haben schien – obwohl es zuvor wesentlich „leichtere“ Momente gab, in denen genau diese Furcht präsent gewesen ist.

Und auch das Ende von Band 1 hat mich stutzig gemacht.
*** Achtung, hier könnte evtl. ein klitzekleiner Mini-Spoiler versteckt sein ***
Es passt einfach so rein gar nicht zu dem, was ich zuvor von Luca gelesen habe. Es kommt mir vor, als wäre sein Charakter hier plötzlich ein anderer geworden, nur um nochmal mehr Spannung zu erzeugen. Das fand ich schade, denn das an sich tolle Buch hätte das gar nicht nötig gehabt.
*** Mini-Spoiler Ende ***

Fazit:
Ein schöner New Adult-Roman mit einer wichtigen Thematik, die bis auf kleinere Widersprüche auch sehr gut umgesetzt wurde. Der Schreibstil und die Liebesgeschichte um Sage und Luca fesseln den Leser und lassen einen hoffen, dass bald Band 2 erscheint. 8 lila Punkte


Audrey Carlan: Dream Maker 1. Sehnsucht.

Details:
Seitenzahl: 464 Seiten
Verlag: Ullstein
Erschienen: 10. Juli 2018

Inhalt:
Parker Ellis, auch Dream Maker genannt, führt die legendäre Agentur ‚International Guy‘. Was er anbietet: alles, was sexy, tough und unwiderstehlich macht. Wer seine Kundinnen sind: Frauen aus der ganzen Welt, die Coaching in Sachen Liebe, Leben und Karriere suchen. Was ihn auszeichnet: Sein unglaublicher Sex-Appeal und seine beiden Partner Bogart ‚Bo‘ Montgomery, der Love Maker, und Royce Sterling, der Money Maker. Seine Aufträge führen den Dream Maker von Paris über New York bis nach Kopenhagen. Die Devise lautet höchste Professionalität, doch schon die zweite Kundin in New York City lässt Parker schwächeln. Die junge Schauspielerin Skyler ist im Begriff, sein Herz zu erobern …

Meine Meinung:
Diese Rezension fällt mir leider nicht sehr leicht. Einfach aus dem Grund, dass ich es nicht sonderlich mag, negative Rezensionen zu verfassen – aber da ich hier immer meine ehrliche Meinung von mir gebe, muss ich das dieses Mal wohl tun.

Kaum fängt man an zu lesen, findet man sich auch schon mitten im Geschehen wieder. Das hat mir persönlich nicht so gefallen, weil man gar keine Chance hat, sich erst einmal zurecht zu finden. Zumal dieses mittendrin im Grunde nur darin besteht, Parker zuzuhören wie toll, großartig, umwerfend, perfekt, wunderbar, sexy (Reihe lässt sich beliebig lang mit sämtlichen Adjektiven dieser Art fortsetzen) … er und seine Freunde doch sind. Ganz ehrlich? Das war einfach nur ermüdend und nervig. Aber leider setzt sich das über das ganze Buch hinweg fort. Diese scheinbare Perfektion der Charaktere macht sie im Gegenteil eher langweilig und leider auch unsympathisch.

Dazu kommt, dass sich im Grunde alles immer nur um das Eine dreht. Erotik, Sex – ihr versteht schon. Meine Güte, das war einfach viel, viel, viel zu viel des Guten für meinen Geschmack. Natürlich war mir klar, dass es sich hier um einen eher erotisch angehauchten Roman handelt, immerhin kenne ich auch die „Calendar-Girl“-Reihe der Autorin, aber das war mir wirklich too much.

Letzten Endes hat mich der Aufbau und die Idee der Geschichte auch einfach zu sehr an eben diese Reihe erinnert. Das hier war nicht wirklich etwas Neues, nur dass wir dieses Mal den Spaß aus der männlichen Perspektive miterleben dürfen und er sich noch zwei Freunde an die Seite geholt hat. Ein wenig Ähnlichkeit ist ja in Ordnung, aber hier hatte ich leider mehr als einmal das Gefühl, der Autorin ist einfach nichts Neues mehr eingefallen.

Das einzige Positive, das ich hier anmerken kann, ist der Schreibstil von Audrey Carlan. Denn das kann sie definitiv. Obwohl weder die Figuren noch die Handlung überzeugen konnten, fliegt man geradezu durch die Seiten, weil die Autorin es wirklich versteht, flüssig und einnehmend zu schreiben.

Fazit:
Leider konnte mich „Dream Maker. Sehnsucht“ aufgrund der furchtbaren Figuren, dem übertrieben starken Fokus auf den Erotikteil und der wirklich eindeutigen Ähnlichkeit zu „Calendar Girl“ nicht überzeugen. Einzig der Erzählstil reißt das Ruder noch etwas herum und sorgt dafür, dass ich 3 lila Punkte vergebe.


Mona Kasten: Save Me.

Details:
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 23. Februar 2018

Inhalt:
Geld, Glamour, Luxus, Macht – all das könnte Ruby Bell nicht weniger interessieren. Seit sie ein Stipendium für das renommierte Maxton Hall College erhalten hat, versucht sie in erster Linie eins: ihren Mitschülern so wenig wie möglich aufzufallen. Vor allem von James Beaufort, dem heimlichen Anführer des Colleges, hält sie sich fern. Er ist zu arrogant, zu reich, zu attraktiv. Während Rubys größter Traum ein Studium in Oxford ist, scheint er nur für die nächste Party zu leben. Doch dann findet Ruby etwas heraus, was sonst niemand weiß – etwas, was den Ruf von James‘ Familie zerstören würde, sollte es an die Öffentlichkeit geraten. Plötzlich weiß James genau, wer sie ist. Und obwohl sie niemals Teil seiner Welt sein wollte, lassen ihr James – und ihr Herz – schon bald keine andere Wahl …

Meine Meinung:
Ich muss vorweg sagen: Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen. Das erste seit Monaten, das mich so fesseln konnte. Im Grunde sagt das schon alles, oder?
Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, der Sog von Maxton Hall hatte mich einfach völlig im Griff.

Der Schreibstil von Mona Kasten ist einfach hochemotional, mitreißend und in meinen Augen unglaublich authentisch. Der große Erfolg ihrer Bücher kommt definitiv nicht von ungefähr, sondern ist absolut nachvollziehbar und mehr als verdient. Für mich ist Mona Kasten wirklich die beste Autorin für New Adult, die Deutschland zur Zeit zu bieten hat.

Die Handlung besteht aus genau der richtigen Mischung Drama und Ruhe – es wirkt nie übertrieben und langweilig schon gar nicht. Die Liebesgeschichte ist ebenfalls perfekt. Sie entwickelt sich langsam und berührt dabei den Leser, lässt ihn sich in der Geschichte von Ruby und James verlieren und am Ende hoffen, dass man ganz schnell weiterlesen kann.

Fazit:
Eine rundum gelungene Liebesgeschichte mit unfassbar gutem Schreibstil – ich habe nichts zu kritisieren – außer, dass das Buch für meinen Geschmack viel zu schnell zu Ende war. 10 von 10 lila Punkten


Bianca Iosivoni: Die letzte erste Nacht. (Firsts-Reihe 3)

Details:
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 25. Mai 2018

Inhalt:
Sie hätten niemals miteinander im Bett landen dürfen – das ist Tate und Trevor klar. Und schon gar nicht sollten sie den Wunsch verspüren, das Ganze zu wiederholen. Doch für die beiden ist es unmöglich, das Kribbeln zwischen ihnen zu ignorieren. Dabei kann Trevor auf keinen Fall erneut bei Tate schwach werden. Zu nah kommt die junge Studentin seinem dunkelsten Geheimnis: Während sie versucht, herauszufinden, warum ihr Bruder starb, setzt er alles daran, die Antwort auf diese Frage für immer vor ihr zu verbergen …

Meine Meinung:
Man fliegt bei diesem Buch – und auch bei der ganzen Reihe – geradezu durch die Seiten, was vor allem an dem tollen Schreibstil liegt, der einen fesselt und mitnimmt. Ich bin schon seit Band 1 der „Firsts“-Reihe ein großer Fan der Autorin und das hat sich auch hier nicht geändert. Im Gegenteil. Wieder werden die Gefühle so eindringlich und realistisch beschrieben, dass sie den Leser mitten ins Herz treffen.

Dazu kommt, dass die Figuren so echt wirken, dass sie einem manchmal mehr wie Freunde vorkommen als Romanfiguren – und das ist etwas, das ich an Büchern definitiv liebe. Man gewinnt die Charaktere lieb, leidet mit ihnen und wünscht sich ein Happy End. Genau so muss es doch sein, oder?

Leider muss ich aber auch sagen, dass mir die Handlung teilweise etwas zu viel war. Ich kann natürlich jetzt nicht ins Detail gehen, um niemanden zu spoilern, aber die Thematik, die später im Buch eine Rolle spielt, kam mir ziemlich übertrieben und nicht so ganz realistisch vor. Mich konnte das jedenfalls nicht so wirklich überzeugen.
Und auch das Ende hat für mich nicht so ganz gepasst. Es war mir einfach zu abrupt, als hätte man die Geschichte plötzlich einfach schnell zu Ende bringen müssen. Gerade vor dem Hintergrund, dass der emotionalen Entwicklung vorher im Buch sehr viel Zeit und Raum gegeben wurde, hat dieser Schluss nicht richtig dazu gepasst.

Trotz allem bin ich nach wie vor ein großer Fan der Reihe und freue mich schon sehr auf Teil 4!

Fazit:
Obwohl es sich meiner Meinung nach beim dritten Band der „Firsts“-Reihe um den schwächsten bisher handelt, ist das trotz allem Meckern auf hohem Niveau. Dank des wundervollen Erzählstils, den großartig ausgearbeiteten Figuren und den authentisch dargestellten Emotionen kann „Die letzte erste Nacht“ trotz der diesmal stellenweise nicht ganz so überzeugenden Handlung den Leser für sich einnehmen. 8 lila Punkte


Jennifer Wolf: Göttersohn. (Die Jahreszeiten-Reihe Band 6)

Details:
Seitenzahl: 262 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 7. Juni 2018

Inhalt:
Es ist viel Zeit vergangen, seit die Jahreszeitengötter persönlich auf die Erde gekommen sind und das Leben ihrer Bewohner beeinflusst haben. Mittlerweile sind ihre Nachkommen mehrere Generationen von ihren Urvätern getrennt und keiner weiß, in wem sich die nächste göttliche Wiedergeburt offenbaren wird. Ganz sicher nicht in Evan Jehremias Birkenbaum, dessen gutes Aussehen zwar überirdisch anmutet, den jedoch sonst nichts mit den himmlischen Sphären verbindet. Bis er auf eins der Götterkinder trifft und sein Herz sich anfühlt, als würde die Sonne darin verglühen. Wie kann es sein, dass diese braunen Augen ihm wie sein Schicksal erscheinen?

Meine Meinung:
Der Schreibstil war wie immer einfach nur großartig – aber etwas anderes bin ich von Jennifer Wolf ja nicht gewöhnt. Ich glaube, sie könnte gar nicht schlecht schreiben, selbst wenn sie es darauf anlegen würde. Nicht umsonst hat sie sich in den letzten Jahren zu einer meiner absoluten Lieblingsautoren gemausert, von der ich jedes neues Buch kaufe, ohne mir auch nur den Klappentext anzusehen. Fast niemand schreibt so emotional, einfühlsam und schlichtweg großartig.

Ich war auch einfach nur super glücklich, dass die wundervolle Jahreszeiten-Reihe fortgesetzt wurde. Jeder Roman dieser Serie ist ein Meisterwerk und ich liebe sie alle. Mein Favorit ist und bleibt allerdings Band 4 „Tagwind“, aber gerade deshalb habe ich mich auf „Göttersohn“ gefreut, der ja in direkter Tradition zu meinem Liebling steht. 😉

Wenn man dann beginnt das lang ersehnte Buch zu lesen und schon auf den ersten (!) Seiten ein paar Tränen vergießt, dann weiß man, dass die Autorin absolut alles richtig gemacht hat. Ein paar wenige Worte genügen und schon war ich emotional völlig in der Geschichte verloren.

Auch im weiteren Verlauf blieb die Handlung gewohnt emotionsgeladen und hat mich wie immer bei Jennifer Wolf mitten ins Herz getroffen. Allerdings muss ich hier auch ein klein wenig kritisieren (auf ganz hohem Niveau wohlgemerkt), denn ich empfand die Handlung doch recht ähnlich zu den Vorgängern. Es war nicht so ganz etwas Neues und auch wenn ich es trotzdem unglaublich gern gelesen habe, muss ich das an der Stelle dennoch ansprechen.
Des weiteren konnte mich die übersinnliche Bedrohung nicht so ganz überzeugen, weil ich mir da irgendwie mehr erhofft hatte.

Ich will meine Rezension aber nicht mit negativen Punkten enden lassen, denn das hat das großartige Buch einfach nicht verdient. Deshalb nochmal der Appell an alle: Lest diese unglaubliche Reihe, ihr werdet es nicht bereuen!!!

Fazit:
Mit gewohnt emotionalem und mitreißendem Schreibstil, schafft es Jennifer Wolf erneut ein wahres Meisterwerk voller Gefühl zu erschaffen. Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich die Geschichte mitgerissen und berührt und trotz kleinerer Kritikpunkte konnte mich „Göttersohn“ absolut überzeugen. 9 lila Punkte


Sarina Bowen: The Ivy Years 1. Bevor wir fallen.

Details:
Seitenzahl: 320 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 29. März 2018

Inhalt:
Wegen eines schweren Sportunfalls muss Corey Callahan das College im Rollstuhl beginnen. In ihrem Wohnheim trifft sie Adam Hartley, einen sexy Eishockeyspieler, der sich das Bein gebrochen hat und wegen seiner Krücken im benachbarten barrierefreien Zimmer untergebracht wurde. Ein Glücksfall, denn Adam behandelt sie als Einziger ganz normal. Corey entwickelt schnell Gefühle für Adam, die über enge Freundschaft weit hinausgehen – aber Adam hat eine wunderhübsche Freundin und gegen die hat Corey in ihrem Rollstuhl doch sowieso keine Chance …

Meine Meinung:
Zunächst fand ich die Grundidee der Geschichte einfach toll. Abgesehen davon, dass ich Geschichten auf dem College liebe (auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass hier eine romantisierte Version der Realität wiedergegeben wird – aber hey, dafür taucht man doch so gern in Romane ab 😉 ), geht es hier um ein Thema, über das ich so noch nie gelesen habe. Denn die Protagonistin Corey sitzt im Rollstuhl bzw. ist auf Gehhilfen angewiesen.
Es war meiner Meinung nach großartig, wie die Autorin mit diesem Thema umgeht, wie sie uns einen Einblick in Coreys Leben und ihre Denkweise gibt. Das bringt den Leser definitiv zum Nachdenken.

Auch der Schreibstil war super. Angenehm und unglaublich flüssig zu lesen, emotional und mitreißend. Das kenne ich bereits von der Autorin, denn seit der „True North“-Reihe bin ich ein absoluter Fan von Sarina Bowen.

Leider muss ich aber auch etwas Kritik anbringen. Denn so gut sich das Buch auch hat lesen lassen – und so gern ich es gelesen habe – mir hat dennoch etwas gefehlt. Die Passagen, die wir zu lesen bekommen, sind zwar gefühlvoll und emotional geschrieben, aber mir hat das Dazwischen einfach gefehlt. Zwischen den beschriebenen Szenen fehlt meines Erachtens einfach ganz viel, sodass man die Figuren irgendwie nie so richtig greifen konnte und die Gefühle immer nur an der Oberfläche beschrieben bzw angekratzt wurden, aber nie so vollends ausgeführt.

Dasselbe gilt für die Figuren. Es kam mir vor, als würde dem Leser einfach gesagt werden „diese Person ist stark/lustig usw“, aber ich will das ehrlich gesagt lieber selbst herausfinden. Ich möchte nicht, dass mir plakativ gesagt wird, was ich denken soll über eine Figur, sondern es zwischen den Zeilen und in den kleinen Taten herausfinden.

Auch die Dramatik hat hier völlig gefehlt. Also nicht falsch verstehen, ich fand es durchaus sehr positiv, dass kein künstliches Drama inszeniert wurde, aber im ersten Band der „Ivy Years“ fehlt irgendwie die komplette Dramatik in der Liebesgeschichte, obwohl definitiv Potenzial da gewesen wäre.

Fazit:
Auch wenn ich „The Ivy Years. Bevor wir fallen“ an einigen Stellen ziemlich kritisiert habe, hat es mir dennoch Freude gemacht, das Buch zu lesen. Es ist nicht mein liebstes Buch aus dem New Adult-Genre, aber es war durchaus schöne Lektüre für Zwischendurch, die mich auch zum Nachdenken angeregt hat. Ich werde die Reihe definitiv weiter verfolgen und hoffe, dass meine Kritikpunkte im nächsten Band hinfällig werden. 7 lila Punkte


Carolin Emrich: The way to find love.

Details:
Seitenzahl: 420 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag
Erschienen: 18. Mai 2018

Inhalt:
»Du weißt schon, dass du vergessen hast, zu bezahlen?«
»Wieso läufst du mir nach? Ein bisschen verrückt, meinst du nicht auch?«

Es sind nicht die typischen Worte eines Kennenlernens und es ist keine Liebe auf den ersten Blick, aber Sebastian und Mareike gehen einander nicht mehr aus dem Kopf.
Als sie sich schließlich wieder begegnen, merken sie, dass es vielleicht doch mehr als Sympathie sein könnte. Langsam nähern sie sich einander an, doch Sebastian verschweigt ihr seine schwierige Kindheit und verstrickt sich in einem Netz aus Lügen, während Mareike ihm ihrerseits vorenthält, dass sie schwer krank ist.
Kann eine Liebe Bestand haben, wenn ihr Fundament aus Unwahrheiten und Ausreden erbaut wurde?

Meine Meinung:
Mein erster Gedanke, als ich das Buch zu Ende gelesen habe (außer „Oh nein, es ist schon vorbei“ versteht sich)? – Endlich mal wieder ein Liebesroman, der direkt aus dem Leben gegriffen scheint. Das ist es, wodurch „The way to find love“ meiner Meinung nach vor allem besticht: seine Authentizität. Hier gibt es keine übertriebenen Dramen, keine überstürzte und für den Leser oft nicht nachvollziehbare Liebesgeschichte, sondern alles entwickelt sich. Es entwickelt sich, wie es nun einmal in der Realität auch der Fall wäre. Die Figuren wachsen an den Ereignissen, lernen neue Dinge über sich selbst und wir als Leser dürfen diese Reise von Mareike und Basti miterleben.

Die Hintergründe der Charaktere sind ernst und prägen beide und ihr Verhalten. Man kann dabei eigentlich immer nachvollziehen, was sie bewegt und weshalb sie handeln wie sie es nun mal tun – ebenfalls etwas, das Seltenheitswert in Liebesromanen hat und deshalb umso mehr heraussticht.
Ich mochte sowohl Mareike als auch Basti wirklich gern und sie sind mir über die Seiten richtiggehend ans Herz gewachsen. Man spürt als Leser eine Verbindung zu den beiden und kann sich schon nach wenigen Seiten völlig auf ihre Geschichte einlassen. Eine wichtige Voraussetzung, gerade bei Romanen, in denen es vorrangig um Emotionen geht.

Der lockere, flüssige und einfach angenehme Schreibstil trägt dann noch sein Übriges dazu bei, dass man „The way to find love“ gar nicht mehr wirklich aus der Hand legen will. Für mich eine rundum gelungene Mischung.

Fazit:
Wer einen tiefgründigen, authentischen Liebesroman für Jugendliche sucht, der ist hier mehr als richtig. Ein berührendes Buch, das echt wirkt, aus der Masse heraussticht und definitiv ans Herz geht. 9 lila Punkte