Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Tanja Roullier: Rubinmacht 1.

Details:
Seitenzahl: 393 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 3. Juni 2021

Inhalt:
Im magischen Reich Ellendria scheint das Leben einer mittellosen Waise wie Lyanna genau vorgezeichnet. Bei Stiefeltern aufgewachsen, rechnet sie damit, einen bescheidenen Beruf ergreifen und ein karges Leben führen zu müssen. Doch am Tag der Prüfung, die den Weg aller Jugendlichen in Ellendria bestimmt, kommt alles ganz anders. Lyanna offenbart als eine der wenigen »die Gabe«: Sie kann die Magie der Edelsteine lenken. Sofort schickt man sie an die Schule für Magie, wo sie ihr Talent zu beherrschen lernen soll. Doch hier, in der Gesellschaft von Adligen und Reichen, muss sich Lyanna erst noch beweisen. Als ihr ein folgenschwerer Fehler mit einem ihr anvertrauten Edelstein unterläuft, scheint alles verloren. Bis ihr der mysteriöse Cylon einen riskanten Handel vorschlägt …

Meine Meinung:
Die grundsätzliche Idee des Buchs ist wirklich interessant. Eine magische Akademie, die Macht der Edelsteine – das alles birgt großes Potenzial und eine tolle Grundlage für eine Geschichte. Auch im Lauf der Handlung gab es einige tolle Momente, in denen die Autorin ihre tolle Fantasie unter Beweis gestellt hat, auch wenn ich vieles leider doch eher klischeehaft fand, wie man es in den meisten Fantasyromanen findet.

Ebenso gefallen hat mir, dass man wirklich etwas über die Magie und deren Anwendung erfährt. Man lernt sozusagen mit den Schülern der Akademie, was mir wichtig ist, wenn ein solches Setting gewählt wird.

In meinen Augen wurde dieses Potenzial nicht ganz ausgeschöpft leider, da ich die Figuren leider etwas zu oberflächlich beschrieben fand. Man lernt sie nicht kennen, nicht wirklich zumindest. Nicht ihr Innerstes, ihre wahren Gefühle, ihr Wesen. Dadurch herrschte die ganze Zeit über eine Art Distanz zwischen der Leserin und den Charakteren, weshalb ich persönlich nie so hundertprozentig in das Geschehen eintauchen konnte.
Dasselbe gilt für die Nebenfiguren, die leider auch recht blass bleiben.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Asuka Lionera: Nemesis 1. Von Flammen berührt.

Details:
Seitenzahl: 271 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 20. Mai 2021

Inhalt:
Evelyn liebt es zu gewinnen und schreckt vor keiner Herausforderung zurück. Auch nicht, als sie von einer Göttin auserwählt wird, um in deren Namen als Hüterin in einem ewig währenden Wettstreit anzutreten. Von einem Moment auf den anderen befindet sich die impulsive Gamerin mitten in einer fantastischen Welt. Ihre Aufgabe klingt einfach: Finde deine vier Wächter, besiege die feindlichen Hüter und erwecke die Göttin Gaia. Doch was als Spiel beginnt, wird für Evelyn schnell gefährlicher Ernst. Je länger sie an diesem fremden Ort verweilt, desto mehr verschwimmen für sie die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Und dann ist da noch Lucian, der ihr Herz mit seinem intensiven Blick vollkommen aus dem Takt bringt …

Meine Meinung:
Die Idee der Handlung finde ich genial – eine Gamerin wird in das Spiel hineingezogen und muss dort ihre Aufgabe erfüllen, um zurück in ihre Realität zu kommen. Mich wundert es, dass es nicht schon mehr Bücher mit diesem Setting gibt, denn die Idee ist einfach klasse. Auch die Grundlage der Geschichte – Eve muss als Wächterin des Erdvolks deren Göttin wiedererwecken, nachdem sie vier Wächter gefunden hat – war wirklich spannend. Die Welt an sich hätte man gern noch ein wenig näher kennenlernen können, deren Gesellschaft, Völker, Gepflogenheiten usw. Das kam mir ein wenig zu kurz – aber ich hoffe einfach auf den zweiten Band.

Punkten kann der Roman definitiv wieder mit dem fesselnden und großartigen Sprachstil der Autorin, der mich wie immer begeistern konnte. Sie hat Humor, die Figuren dadurch schlagfertige Antworten und auch die Emotionen werden toll vermittelt. Als Eve sich in dem Spiel wiederfindet beispielsweise finde ich ihre Reaktion hervorragend geschildert, weil es so authentisch wirkt. Es ist kein künstliches Drama, aber auch kein einfaches Abfinden mit der Situation. Das spricht definitiv für die Autorin!

Auch die Umsetzung hat mir im Großen und Ganzen ziemlich gut gefallen, auch wenn sie mich leider nicht komplett mitreißen konnte. Ich fand dazu Eve teilweise ein wenig zu anstrengend als Protagonistin, die doch sehr unreif wirkt und selten über ihr Handeln nachdenkt. Ihre Gedanken drehen sich im Grunde eher die ganze Zeit im Kreis bezüglich Lucian – das ewige Hin und Her zwischen den beiden war mir insgesamt vielleicht ein klein wenig zu viel.
Dafür aber schafft es die Autorin die Anziehung zwischen den Protagonisten sehr schön zu beschreiben, sodass sie wirklich spürbar wird. Liebesgeschichten zu erzählen gehört definitiv zu ihren größten Stärken.

Das Ende ist spannend und man möchte auf jeden Fall erfahren, wie es mit Eve weitergeht. Es sind noch sehr viele Fragen offen, auf die man als Leser*in wirklich eine Antwort möchte. Ich bin gespannt!

Insgesamt ein schöner Fantasyroman mit toller Idee und trotz einiger Kritikpunkte will man dennoch immer weiterlesen und freut sich auf die Fortsetzung.


Kasie West: Neun Chancen für die Liebe.

Details:
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen: 29. April 2021

Inhalt:
Sophie träumt davon, nach der Schule in New York Design zu studieren. Doch vorerst jobbt sie bei der Floristin, die jedes Fest in ihrem Heimatstädtchen mit Blumen schmückt. Sophie kennt alle, die hier feiern. Bis sie beim Valentinsdinner im Seniorenheim dem arroganten Andrew begegnet – und das nicht zum letzten Mal. Denn Andrews Vater, ein TV-Koch, unterstützt ein Jahr lang das lokale Catering-Business. Jedes größere Event ist also quasi ein Date! Und Andrew hält sich für unwiderstehlich, Sophie kann gar nicht anders, als ständig mit ihm zu streiten. Auf Hochzeiten, Grillpartys, der Silvesterfeier …

Meine Meinung:
Die Idee mit den Events, auf denen sich Andrew und Sophie immer wieder begegnen, ist wirklich toll. Man trifft tatsächlich ausschließlich auf diesen Veranstaltungen auf die Charaktere, das Buch spielt nur dort. Trotzdem hatte ich aber nie das Gefühl, dass etwas fehlt. Es war durch diesen speziellen Handlungsaufbau einfach interessant und besonders, es hat wirklich Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen.

Auch die Figuren mochte ich recht gern, auch wenn man ihnen vielleicht nocht ein wenig mehr Tiefe hätte verleihen können. Man bleibt doch immer eher an der Oberfläche, wodurch das letzte bisschen, das ein Buch richtig fesselnd macht, leider gefehlt hat. Nichtsdestotrotz hat man hier eine locker leichte, richtig süße und liebenswerte Lektüre, die definitiv unterhält und die man sehr gern zur Hand nimmt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Sina Müller: Almost Speechless.

Details:
Seitenzahl: 370 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 6. Mai 2021

Inhalt:
Paulina liebt Worte – und doch ist sie nahezu stumm. Eine Kommunikationsstörung namens Selektiver Mutismus macht es der kreativen Studentin der Academy of Arts fast unmöglich, sich mit anderen auszutauschen. Zuflucht findet Paulina in ihren Geschichten, in denen sie Tag und Nacht ihre Protagonisten die Dinge sagen lässt, die ihr nicht über die Lippen kommen. Und bei Adrian, dem rebellischen Sprayer, der plötzlich an der Akademie auftaucht und mit jedem Blick ihr Herz höherschlagen lässt. Wenn sie doch nur mit ihm sprechen könnte …

Meine Meinung:
Ich war erstaunt, wie sanft und sensibel das Thema Selektiver Mutismus beschrieben wird. Man fühlt mit Paulina mit und bekommt einen authentischen Einblick – zumindest wirkt es so für Außenstehende – in diese mir bisher fremde Thematik. Ich finde es toll, dass diese Kommunikationsstörung behandelt wird und man so als Leser*in etwas Neues lernt.

Toll ist auch Paulinas Kreativität. Ich liebe es, sie beim Geschichtenspinnen zu begleiten und zu sehen wie ihre Fantasie zu Papier gebracht wird. Aber auch Adrian ist ein spannender Protagonist, er ist vielschichtig und es ist einfach spannend und berührend ihn immer besser kennenzulernen.
Die beiden zusammen mochte ich ebenfalls sehr. Es war zum Glück keine Liebe auf den ersten Blick, sondern die beiden wirkten im Umgang miteinander immer so wahnsinnig echt. Dadurch habe ich die Liebesgeschichte einfach so sehr gefühlt und geglaubt – es war so berührend. Wie die beiden sich ergänzen, wie sie zusammenpassen, wie gut sie füreinander sind.

Auch der Schreibstil wirkt sehr tiefgründig, aber mit einer solchen Leichtigkeit, die mir nicht oft begegnet. Die Worte der Autorin gehen tief, bergen viele wichtige Botschaften und Aussagen und dabei wirkt es einfach ganz natürlich, nicht aufgesetzt, einfach, als müssten die Worte eben ganz genau so geschrieben werden.

Fazit:
Tiefgründiger Schreibstil, vielschichtige Protagonisten und eine sehr berührende Geschichte. Was will man mehr? Ganz genau – nichts. Eine rundum gelungene Geschichte, die unter die Haut geht!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Linea Harris: Silva & Baal.

Details:
Seitenzahl: 368 Seiten
Verlag: Ivi
Erschienen: 1. April 2021

Inhalt:
Als die junge Hexe Silva nach ihrem Schulabschluss nach Afrika geschickt wird, um einen alten Dämonenmythos zu erforschen, ahnt sie nicht, dass ihre Reise sie bis in die Unterwelt führen wird – und in die Arme des gut aussehenden Dämons Baal. Silva ist fasziniert von Baals Leben, der als Fürst mit dem impulsiven und aggressiven Verhalten seiner Untertanen zu kämpfen hat, während er versucht, den schlechten Ruf der Dämonen aus der Welt zu schaffen. Die junge Forscherin möchte Baal und den Kreaturen der Unterwelt eine Chance geben. Zwei vollkommen unterschiedliche Welten prallen aufeinander …

Meine Meinung:
Was von Anfang an richtig punkten konnte, war das Setting. Wir begleiten Silva in den afrikanischen Dschungel und die dortige Umgebung fand ich großartig beschrieben. Die Stimmung, die Menschen, die dort leben – und vor allem die unterschwellige Gefahr, die die ganze Zeit über allem liegt. Als Silva direkt auf die Welt der Dämonen trifft beziehungsweise auf konkrete Hinweise darauf, hatte ich wirklich Gänsehaut. Die Autorin hat die Atmosphäre so toll vermittelt und beschrieben, dass man sich dieser gar nicht entziehen kann. Man wird richtiggehend in Silvas Welt hineingezogen und ist begierig darauf, mit ihr gemeinsam mehr Informationen herauszufinden.

Silva war generell eine tolle Protagonistin. Sie macht Fehler und handelt manchmal doch recht naiv – aber das macht sie so nahbar und menschlich. Gleichzeitig ist ihre Moral großartig und auch wenn sie mit sich hadert, handelt sie trotzdem immer nach eben diesen moralischen Vorstellungen. Ihr Mut, der aus Neugier und Wissensdurst resultiert, hat mir wirklich gut gefallen.

Die Handlung war spannend, überraschend und mitreißend – genau so wie man es sich für einen Fantasyroman wünscht. Hier würde ich nur das abrupte Ende bemängeln (aber auf der Seite der Autorin findet man ein ausführlicheres, was ich an dieser Stelle ganz positiv hervorheben möchte).

Auch wenn mir die ganze Geschichte sehr zugesagt hat, so fand ich dennoch, dass es ein größeres Manko gibt: Die Liebesgeschichte. Dafür, dass der Klappentext und sogar der Titel des Buchs eine große Liebesgeschichte versprechen, bekommt man als Leser doch recht wenig davon. Die Gespräche zwischen Baal und Silva sind zwar interessant, aber man hätte sie noch intensiver als Leser*in erleben müssen, um eine Verbindung zwischen den Figuren fühlen zu können. Der richtig große Funke ist erst sehr sehr sehr spät in der Geschichte übergesprungen meiner Meinung nach, was man vielleicht anders hätte lösen können. Eben weil die Liebesgeschichte von Buchtitel und Klappentext so in den Mittelpunkt gerückt wird, war ich deshalb dann leider doch etwas enttäuscht.

Fazit:
Ein insgesamt toller Roman mit großartiger Atmosphäre, spannender Handlung und wirklich toller Protagonistin. Nur die Liebesgeschichte hätte man etwas mehr ausbauen können. Dennoch habe ich „Silva & Baal“ sehr gern gelesen und die Geschichte wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Helen Hunting: Lean on Me.

Details:
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 30. April 2021

Inhalt:
So hatte sich Ethan Kase sein Leben als Eishockey-Profi nicht vorgestellt! Nachdem er vor acht Jahren seine Heimatstadt und seine große Liebe Lilah verlassen hat, um ein erfolgreicher NHL-Spieler zu werden, ist er nun wieder zurück und hofft auf eine zweite Chance mit der Frau, die er nie vergessen konnte. Doch Lilah hat nicht vor, ihm so leicht zu verzeihen. Auch sie kann sich noch an die glückliche Zeit mit Ethan erinnern – und an die Trauer, die sie nach der Trennung empfunden hat. Ethan muss jetzt in das härteste Spiel seines Lebens einsteigen – und es geht um nicht weniger als Lilahs Herz …

Meine Meinung:
Ich lese gern Romane mit Eishockey Background, da ich diese Sportart sehr mag. Deshalb war für mich auch recht schnell klar, dass ich „Lean on me“ lesen möchte. Allerdings fand ich schade, dass der Sport Eishockey selbst eigentlich keine große Rolle spielt. Ethan könnte auch jede beliebige andere Sportart ausüben oder einen anderen Job haben, der ihn nach einer gewissen Zeit an einen anderen Ort zwingt – das Thema Eishockey kam irgendwie zu kurz. Wenn ich da beispielsweise an Sarina Bowen und ihre „The Brooklyn Years“-Reihe denke, hat mir bei diesem Buch leider ein bisschen was gefehlt.

Die Liebesgeschichte hingegen fand ich wirklich schön. Man spürt die tiefe Verbundenheit von Lilah und Ethan, die zwangsläufig entsteht, wenn man zusammen aufwächst und sich schon so viele Jahre lang kennt. Ganz großartig fand ich den Verlauf, den ihre Beziehung genommen hat. Das hebt sich ganz deutlich von anderen Romanen dieser Art ab und hat eine wichtige und wunderbare Botschaft für alle Leser*innen: Gib dich niemals für jemand anderen auf. Das war wirklich toll und hat mich positiv überrascht.

Insgesamt bekommt man bei „Lean on me“ einen tollen New Adult-Roman, der mit einer klasse Botschaft und einem überraschenden Verlauf der Liebesgeschichte punkten kann. Trotz kleinerer Kritikpunkte hat mich das Buch wirklich gut unterhalten.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Jennifer Bright: Everything we had.

Details:
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Forever
Erschienen: 3. Mai 2021

Inhalt:
Offen, optimistisch, lebensfroh – das ist Kate. Bis ein zutiefst traumatisches Erlebnis sie aus der Bahn wirft. Sie bricht das College in London ab und zieht sich zurück. Nur eines hält sie aufrecht: ihr Traum vom eigenen Café. Als sie die Chance bekommt, einen kleinen Laden in London zu mieten, setzt sie alles auf eine Karte. Doch sie hat die Rechnung ohne Aidan gemacht. Der Neffe der Inhaberin möchte das Geschäft in einen Buchladen verwandeln. Um ihren Traum zu verwirklichen, muss Kate mit Aidan zusammenarbeiten. Dabei kommen sie einander gefährlich nahe. Doch Kate kann es sich nicht leisten, dass jemand einen Blick hinter ihre Fassade wirft und entdeckt, dass ihre Seele in Scherben liegt …

Meine Meinung:
Es war eins dieser Bücher, bei denen es mir etwas schwer fiel richtig in die Geschichte einzutauchen. Es lag vermutlich daran, dass zentrale Ereignisse am Anfang nur kurz zusammengefasst wiedergegeben wurden und man als Leser*in nicht daran teilhaben darf. Dadurch hat sich zu Beginn eine gewisse Distanz zu den Figuren und auch zur ganzen Geschichte aufgetan, die es mir eben schwer gemacht hat, mich richtig auf das Buch einzulassen.

Aber mit der Zeit hat sich das zum Glück verändert. Auch wenn ich immer noch nicht ganz glücklich mit dem Start bin, so hat mich der Verlauf der Geschichte dann doch überzeugen und mitreißen können. Vor allem der Umgang mit dem Trauma und den schlimmen Ereignissen aus Kates Vergangenheit fand ich ganz großartig. Ein so schweres und komplexes Thema wird hier mit viel Sorgfalt und Authentizität behandelt, dass es uns als Leser*innen einfach mitnimmt.

Die Kulisse des Cozy Corners mochte ich ebenfalls sehr und habe mich dort gleich wohlgefühlt. Wie gern hörte man so etwas auch in der Nähe! Es klingt toll und hat eine wunderbare Stimmung ins Buch gebracht.

Die Liebesgeschichte war – nach den oben erwähnten anfänglichen Schwierigkeiten – auch schön und konnte mich erreichen. Für mich hat das Verhalten der Protagonisten Sinn gemacht und ich fand sie beide sehr authentisch und echt. Das Knistern zwischen den beiden hat man auch gespürt, es war einfach schön zu lesen.

Insgesamt ist „Everything we had“ ein wirklich schönes Buch, das mich trotz Startschwierigkeiten fesseln und mitreißen konnte. Gerade der Umgang mit schwierigen und ernsten Themen hat mich beeindruckt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Fam Schaper: Growing Love.

Details:
Seitenzahl: 360 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 6. Mai 2021

Inhalt:
Das Leben der zwanzigjährigen Lotta liegt in Scherben. Seit ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, gibt es nur noch sie und ihre kleine Schwester Rosa, für die Lotta die alleinige Verantwortung trägt. Schon bald droht ihr alles über den Kopf zu wachsen. Verzweifelt flieht sie eines Abends in ihren verwilderten Schrebergarten und stolpert dabei über den gut aussehenden Jasper. Dieser hat sich dort unerlaubterweise eingerichtet und ist wenig begeistert davon, aufgeflogen zu sein. Als er jedoch von Lottas Lage erfährt, schließen sie einen Deal: Jasper hilft ihr mit der zunehmend schwierigen Rosa und darf dafür weiterhin im alten Gartenhäuschen schlafen. Womit Lotta allerdings nicht rechnet, sind die überwältigenden Gefühle, die ihr neuer Verbündeter plötzlich in ihr auslöst …

Meine Meinung:
Was mich an diesem Buch am meisten beeindruckt hat, ist die Einfühlsamkeit der Autorin gegenüber der Figuren. Das Innenleben dieser, ebenso wie ihre Emotionen, werden einfach echt zur/m Leser*in transportiert und man nimmt intensiv daran teil.
Die Protagonisten wachsen, entwickeln sich und wirken durch ihre Fehler und teils vielleicht falsche Entscheidungen einfach so echt und menschlich.

Die Thematik des Gartens, die ja auch wunderschön auf dem Cover aufgegriffen wird, hat mir ebenfalls wirklich gut gefallen. Sie macht die Geschichte nochmal ein bisschen besonderer und rundet sie auf tolle Weise ab.

Ich finde nicht, dass dieser Roman „leicht“ zu lesen ist, da die Themen dazu zu „schwer“ sind, aber gerade das macht das Besondere aus und bringt einen dazu, immer weiterlesen zu wollen. Durch den Humor – der manchmal durch schlagfertige Dialoge und manchmal eher zwischen den Zeilen zu finden ist – wurde diese Schwere aber immer wieder durchbrochen und alles doch wieder leicht. Eine sehr schöne Kombination!
Ein wirklich berührendes Buch, das mir gut gefallen hat.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Anne Buchberger: Die Krone der Drachen.

Details:
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: ivi
Erschienen: 15. März 2021

Inhalt:
Zina lebt als Dienstmädchen im Palast des Sonnenkaisers und führt ein sklavenähnliches Dasein. Um sich aus diesem Leben befreien zu können, will sie sich auf die Suche nach der legendären Dracheninsel machen. Denn wer den König der Drachen besiegt, gewinnt dessen Macht. Nun ist die Gelegenheit so günstig wie nie zuvor: Der Sonnenkaiser hat seinen Sohn ausgeschickt, um den Drachenkönig zu töten, doch dieser konnte ihn lediglich verwunden. Auf ihrer Reise lernt Zina nicht nur sich selbst kennen, sondern taucht außerhalb der Palastmauern in eine Welt voller Magie und Geheimnisse ein …

Meine Meinung:
Die Handlung an sich ist sehr faszinierend und kann mit tollen Ideen und Fantasie punkten. Ich persönlich bin nur einfach nicht mit dem Erzählstil warm geworden. Er war einfach nicht meins, hat mich nicht erreicht und ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl von Distanz zu den Figuren. Dadurch kann ich mich auch leider nicht richtig auf das Geschehen einlassen und finde nie so ganz in die Geschichte.

Die vielen Perspektivenwechsel fand ich ebenfalls schwierig, weil sie auch nicht wirklich deutlich gekennzeichnet sind. Gerade am Anfang war es manchmal ein wenig verwirrend zu lesen und ich musste öfter zurückblättern, um herauszufinden, aus wessen Sicht ich gerade nochmal lese. Mit der Zeit hat man sich zwar daran gewöhnt, aber der Start in die Geschichte fiel mir deshalb leider trotzdem eher schwer.

Insgesamt konnte mich das Buch nicht so wirklich mitreißen und begeistern, da durch die vielen Perspektivwechsel und der distanzierte Schreibstil trotz toller Ideen kein richtiger Lesefluss bei mir aufkommen wollte.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Anna Savas: Keeping Secrets.

Details:
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 30. April 2021

Inhalt:
Schlimm genug, dass Tessa Thorns neuer Film an der Faerfax University – und damit in ihrem Heimatort – spielt. Doch kurz nach ihrer Ankunft erfährt die junge Schauspielerin auch noch, dass ein Journalismus-Student die Dreharbeiten für ein Portrait über sie begleiten soll. Cole Williams ist nicht nur attraktiv und scharfsinnig, er kommt bei der Recherche zu Tessas Vergangenheit auch ihrem tiefsten Geheimnis gefährlich nahe – dabei darf niemand erfahren, was vor acht Jahren bei ihr zu Hause passiert ist! Am allerwenigsten Cole, wenn sie ihn nicht verlieren will, bevor ihre Liebe überhaupt eine Chance hatte …

Meine Meinung:
Bevor ich meine Gedanken zu einem Buch aufschreibe, überlege ich mir, was mir daran gefallen hat und was ich vielleicht nicht ganz so gelungen fand. So bin ich auch bei „Keeping Secrets“ vorgegangen und habe festgestellt, dass mir kein Kritikpunkt einfällt. Außer vielleicht, dass ein paar kleinere offene Fragen am Ende bleiben – aber da wir noch zwei Bände aus der sich von anderen Protagonist*innen aus demselben Freundeskreis erleben dürfen, bin ich mir sicher, diese werden dort geklärt werden.

Ansonsten hat mir das Buch einfach richtig gut gefallen, alles daran hat sich für mich stimmig angefühlt. Der Umgang mit schwierigen Themen war richtig gut meiner Ansicht nach, ebenso wie die Darstellung der Gefühlswelt der Figuren. Man fühlt so sehr mit, hat den Eindruck richtig in ihrer Haut zu stecken. Auch die Anziehung war wundervoll beschrieben, sodass sie sehr authentisch und nachvollziehbar gewirkt hat.

Ein richtig schöner New Adult Roman, der wirklich toll unterhalten kann und dabei auch tiefer geht. Ich bin begeistert und freue mich auf mehr!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)