Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

A. J. Steiger: Jeder von uns ist ein Rätsel.

Details:
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen: 1. November 2018

Inhalt:
Andere Menschen zu verstehen ist für Alvie eine Herausforderung. Ihr Lieblingsbuch ist die Kaninchensaga »Unten am Fluss« und richtig wohl fühlt sie sich nur in ihrem Job im Zoo, bei den Tieren. Doch als sie Stanley kennenlernt, ist alles anders: Er interessiert sich nicht nur für Quantenphysik wie sie, sondern ist auch unendlich geduldig. Aber auch Stanley fällt es schwer, sich zu öffnen. Und es ist ein langer, zum Teil sehr komischer, manchmal trauriger und wunderschöner Weg, der sie am Ende zusammenbringt – zu so etwas Ähnlichem wie Glück.

Meine Meinung:
Das Thema des Buchs hat mich einfach sofort angesprochen und ich fand es mehr als interessant für kurze Zeit in die Gedanken eines Mädchens mit Asperger-Syndrom einzutauchen. Einfach einmal zu erleben wie sie auch fühlt, warum sie für Außenstehende vielleicht fremdartig wirkt, obwohl ihr Verhalten eigentlich gute Gründe hat.

Zugegebenermaßen war die Handlung hier schon ziemlich überspitzt dargestellt und für meinen Geschmack gab es viel zu viel Drama außenrum, das nicht nötig gewesen wäre. Die Familiengeschichten von Alvie und Stanley waren mir persönlich einfach etwas toi much. Ich hätte viel lieber noch mehr aus dem echten Leben von Alvie erfahren, wie sie in der Normalität des Alltags mit ihrem Autismus umgeht und zurechtkommt. Oder eben noch mehr über sie und Stanley.

Es ist allerdings grandios wie der Leser gezeigt bekommt, was Menschen, die nicht unbedingt in die gesellschaftlichen Normen passen, erleiden und durchmachen müssen. Wie viel in einem Menschen kaputt gehen kann, wenn er sein Leben lang das Gefühl bekommt „falsch“ zu sein, obwohl er nur anders denkt. Wie versucht wird die Persönlichkeit mit Medikamenten zu unterdrücken – wo mir wirklich beim Lesen übel geworden ist, weil ich es so schlimm finde.

Ich halte es für wichtig, dass möglichst viele diese Geschichte lesen, um für das Thema Autismus und Andersartigkeit sensibilisiert zu werden. Um zum Nachdenken gebracht zu werden. Und um zu verstehen, dass wir alle einfach nur Menschen sind, gleichgültig welchen Stempel uns irgendwer aufdrücken möchte.

Fazit:
Ein wirklich tolles und wichtiges Thema, über das es viel mehr Romane geben sollte, um die Menschen zu sensibilisieren. Die Umsetzung hätte ich mir ein wenig anders gewünscht, aber trotzdem empfehle ich es jedem zu lesen. 9 lila Punkte

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Kasie West: Fünftausend Gründe, warum ich dich liebe.

Details:
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: HarperCollins ya!
Erschienen: 5. November 2018

Inhalt:
»Deinen Bildern fehlt es an Herz.« Abby kann nicht fassen, dass dies der Grund ist, warum sie von der Kunstausstellung ausgeschlossen wird. Nachdem sie den ersten Schock verdaut hat, stellt sie eine »Herzensliste« zusammen, um ihren Werken künftig mehr Tiefe zu verleihen. Der erste Punkt ist schon erledigt: Liebeskummer. Denn ihr bester Freund Cooper erwidert ihre Gefühle nicht. Bleiben noch zehn weitere Herausforderungen. Die größte davon: sich neu zu verlieben! Aber Herzensdinge lassen sich nicht so leicht abhaken, wie Abby dachte …

Meine Meinung:
Das hier ist ein Buch, das genau das hält, was das tolle Cover verspricht. Das Gefühl, das mir das Äußere vermittelt, habe ich auch genau so beim Lesen empfunden.

Was besonders hervorsticht bei dieser tollen Geschichte ist für mich der Humor der Protagonistin. Ihr Sarkasmus ist einfach grandios und ich liebe die witzigen und schlagfertigen Dialoge. Ganz ehrlich – sie sind ein wahres Highlight.

Die Idee mit der „Herzensliste“, auf der Abby Dinge notiert, die sie tun möchte, um mehr Tiefe als Künstlerin zu bekommen, ist nicht unbedingt eine neue Idee für ein Buch. Aber das macht gar nichts wie ich finde. Denn mir kommt es auf die Umsetzung an – und die war hier einfach großartig!
Abby und Cooper einen Sommer lang dabei zu begleiten wie sie über sich selbst hinauswachsen, war einfach so unterhaltsam, emotional und ging des Öfteren auch unter die Oberfläche des Geschehens. Es gibt hier nicht nur oberflächliches Geplänkel, sondern ich hatte immer das Gefühl mehr zu bekommen.

Für mich ein wirklich mehr als gelungenes Buch, das ich sehr gern gelesen habe!

Fazit:
Eine wundervolle Geschichte über das Hinauswachsen über sich selbst, über Freundschaft und Tiefe. Vor allem der Humor und die genialen Dialoge haben dabei großartig unterhalten. 9 von 10 lila Punkten

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Stephanie Kate Strohm: Für immer dein Prinz.

Details:
Seitenzahl: 368 Seiten
Verlag: cbj
Erschienen: 1. Oktober 2018

Inhalt:
Als kleine Schwester der allzeit perfekten, amtierenden Miss Mississippi geht der 16-jährigen Dylan das Leben manchmal echt auf den Keks. Doch als diese auch noch in DER globalen Glamour-Show die Hand eines knackigen schottischen Lords gewinnt, öffnet sich für Dylan das Portal zur Hölle namens Reality-TV. Die Produktionsfirma verfrachtet die ganze Familie über die Weihnachtsferien nach Schottland und jede Peinlichkeit der Brautjungfer Dylan wird gnadenlos herangezoomt. Einziger Trost ist der reizende Trauzeuge Jamie, der mit seinen verrückten und ziemlich romantischen Ideen das perfekte Gegenmittel zu all dem völlig abgedrehtem Trubel bereithält …

Meine Meinung:
Man schaut sich Cover und Klappentext an und erwartet eine süße, locker leichte und weihnachtliche Liebesgeschichte rund um die erste Liebe.
Und genau das bekommt man auch – allerdings auf überraschend großartige Weise.

Die Figuren und der Schreibstil bringen do viel herrliche Momente, in denen mal lauthals lachen muss, was ich in der Form nicht erwartet hatte. Es gibt so herrlich lustige Szenen! Das ist wirklich ein extrem humorvolles Buch, das meinen Nerv voll getroffen hat.

Dazu die teilweise skurrilen Figuren, die an sich schon Unterhaltung pur garantieren. Natürlich sind nicht alle so überspitzt dargestellt, aber diejenigen, die es sind, machen die Geschichte zu etwas Besonderem.
Die Protagonistin Dylan und auch Jamie sind für mich dagegen sehr authentisch dargestellt und können vor allem mit ihren wundervollen, spritzigen und schlagfertigen Dialogen punkten.

Dazu noch das herrlich winterliche Setting vor der Kulisse Schottlands plus eine Portion Reality TV – und schon hat man einen fabelhaften Roman für kuschelige Stunden auf der Couch.

Fazit:
Ein herrlich lustiges, süßes und einfach bezauberndes Buch, das mir wunderbare Lesestunden beschert hat. Wer humorvolle Geschichten über die erste Liebe sucht, sollte hier auf jeden Fall zugreifen. 9 lila Punkte

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


B. E. Pfeiffer: Götterherz.

Details:
Seitenzahl: 362 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag
Erschienen: 9. November 2018

Inhalt:
Seit Beginn ihres Familienurlaubs in Griechenland durchlebt die zwanzigjährige Penelope seltsame Träume. Jedes Mal findet sie sich an einem bedrohlichen Ort voller Monster wieder. Und jedes Mal erscheint ein mysteriöser Mann und verteidigt sie gegen diese Kreaturen.
Als sie diesen Fremden auch in wachem Zustand trifft, blitzen Erinnerungen an ein früheres Leben in ihr auf. An ein Versprechen von Unsterblichkeit, an eine Liebe, die Jahrtausende überdauert hat, und an eine uralte Rivalität zwischen zwei Göttern. Und einem davon gehört ihr Herz schon seit so langer Zeit. Allerdings muss sie nun um ihn kämpfen – um ihn und um ihr eigenes Leben, das von Göttervater Zeus persönlich bedroht wird.

Meine Meinung:
Fangen wir beim Schreibstil an. Der ist locker leicht und super flüssig zu lesen, was mir wirklich gut gefallen hat. Dadurch kann man richtig in die Geschichte abtauchen und sich ein Stück weit darin verlieren. Es macht Spaß das Buch zu lesen, weil die Autorin es definitiv versteht, den Leser mitzunehmen in ihre Gedankenwelt.

Der Anteil an griechischer Mythologie war ebenfalls schön umgesetzt und auf spannende Art auch informativ. Wie die alten Sagen hier interpretiert wurden, hat mir wirklich gefallen und hat definitiv großen Unterhaltungswert. Dass Hades dieses Mal im Mittelpunkt des Ganzen steht, ist eine schöne Abwechslung, da er nicht allzu oft die Kernfigur von Romanen ist. Man muss den etwas düsteren Außenseiter ja eigentlich einfach lieben, oder? 😉

Allerdings empfand ich die Handlung als etwas zu glatt. Alles verlief so reibungslos und trotz einiger Offenbarungen war sie in meinen Augen zu einfach von der Entwicklung her. Auch wenn gegen Ende mehr passiert und etwas mehr Action aufkommt, verlief diese doch auch in sehr geregelten Bahnen und wirklich überraschen konnte mich leider auch nichts.

Das Kernstück des Romans ist aber wohl die Liebesgeschichte. Diese fand ich eine wunderbare Idee, da eine unsterbliche Liebe einfach immer punkten kann. Herzschmerz und Schmachten von Seiten des Lesers ist da ja eigentlich schon vorprogrammiert.
Doch irgendwie hätte ich mir ein klein wenig mehr an großen und tiefen Gefühlen erwartet. Hier gibt es zweifellos eine richtig süße Romanze mit einer tollen Grundlage, aber ich hätte mir die Beziehung einfach noch etwas „erwachsener“ gewünscht. Wer allerdings tolle Romantasy für Jugendliche mag, der wird hier absolut auf seine Kosten kommen.

Fazit:
Wirklich süße Romantasy inmitten der neu interpretierten griechischen Mythologie. Man hätte vielleicht etwas mehr in die Tiefe gehen können, doch trotzdem ist „Götterherz“ ein wirklich schönes und sehr unterhaltsames Buch, das überzeugen kann. 7 von 10 lila Punkten

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


April Dawson: Still Broken.

Details:
Seitenzahl: 320 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. Oktober 2018

Inhalt:
Als Norah sich am College in den unnahbaren Max verliebt, beginnt die aufregendste Zeit ihres Lebens. Die Gefühle zwischen ihnen sind leidenschaftlich, echt und so völlig anders, als alles, was sie zuvor erlebt haben. Doch Norah spürt, dass Max etwas vor ihr verbirgt. Und als er plötzlich verschwindet, zerbricht ein Teil in Norah, der auch Jahre später nicht heilen will – bis ihre erste große Liebe wieder vor ihr steht und sie beide für ihre Liebe kämpfen müssen …

Meine Meinung:
Das hier wird wieder eine Rezension, die mir leider nicht so wirklich leicht fällt. Wie immer, wenn ein Buch an sich eigentlich gut ist, mich aber dennoch nicht so ganz überzeugen konnte. Ich werde einfach mal versuchen zu erklären, was mich gestört hat.

Der Schreibstil war es sicherlich nicht. April Dawson hat definitiv ganz viel Talent und kann wunderbar und flüssig schreiben und den Leser gefangen nehmen. Das war also schon einmal nicht der Grund. 😉

Anfangs fand ich die Story leider etwas … nun ja klischeehaft. Nichts gegen Klischees, die sind schön zu lesen, gerade in Liebesromanen, und ich habe auch grundsätzlich gar nichts dagegen. Vielleicht war ich einfach nur in der falschen Stimmung, das möchte ich nicht ausschließen, aber mir war in „Still Broken“ die anfängliche Handlung einfach zu vorhersehbar. Wie immer lief hier alles nach dem altbekannten Schema von „Mauerblümchen trifft Bad Boy und er ändert sich für sie, weil sie die Eine ist usw.“ ab. Noch einmal möchte ich sagen, das ich das nicht von Grund auf schlecht finde – ich habe durchaus schon tolle Romane mit diesem Schema gelesen -, aber hier hat es mich einfach ein klein wenig gelangweilt.

Dann ändert sich plötzlich alles. Was ja wiederum eigentlich gut sein sollte, da ich das Altbekannte eben ja noch kritisiert habe. Aber leider ist es für mich nicht so gelungen, WIE sich alles ändert. Ich spoilere hier niemanden, keine Sorge. Aber so viel kann ich wohl verraten: Es ist einfach viel, viel, viel zu viel Drama. Mir war die Story im zweiten Teil einfach too much und außerdem auch ein wenig vorhersehbar.

Fazit:
Trotz tollem Schreibstil konnte mich „Still Broken“ nicht so wirklich überzeugen. Anfangs lag das an zu vielen Klischees, später an zu viel Drama. Für mich war diese Geschichte nicht ganz so geeignet, doch ich bin mir sicher, dass Fans dieser Schemas hier voll auf ihre Kosten kommen, denn wie gesagt ist der Roman an sich gut geschrieben. 6 lila Punkte

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Jennifer Snow: Maybe this time. Und auf einmal ist alles ganz anders.

Details:
Seitenzahl: 368 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. Oktober 2018

Inhalt:
Abigail Jansen hat die Nase voll von Männern. Nach einer komplizierten Trennung will sie in ihrem Heimatstädtchen Glenwood Falls, Colorado, einen Neuanfang wagen. Hier hofft sie, sich erst einmal ganz auf ihre Tochter konzentrieren zu können. Doch sie hat die Rechnung ohne Jackson Westmore gemacht. Jackson ist groß, gut aussehend – und er scheint ein Auge auf Abby geworfen zu haben! Doch wie kann das sein, schien er sie doch früher zu hassen?

Meine Meinung:
Es sind ein paar Tage vergangen seit ich dieses Buch gelesen habe – und ich habe bereits viel davon wieder vergessen. Ich erinnere mich wirklich an kaum etwas, während ich über andere Romanen noch Monate oder Jahre später nachdenke.
Das sagt glaube ich schon viel über die Geschichte aus.

Nicht falsch verstehen: ich habe „Maybe this Time“ wirklich sehr gern gelesen, fand es unterhaltsam und es gab auch schöne stellen. Aber es gab nie einen Punkt, der mich so richtig umgehauen hat. Es waren schon Gefühle da, aber die haben mich nie so 100%ig erreicht. Irgendwie ging auch alles immer so glatt. Es war nie wirklich viel Spannung da, außer am Anfang vielleicht. Aber ansonsten war es eben einfach nur nett zu lesen.

Fazit:
Ein schönes Buch für Zwischendurch, das mich nicht so ganz erreichen konnte, aber dennoch für gute und kurzweilige Unterhaltung sorgt. 7 lila Punkte

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Sarina Bowen: The Ivy Years 3. Solange wir schweigen.

Details:
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. Oktober 2018

Inhalt:
Michael Graham ist geschockt, als er erfährt, dass das neueste Mitglied des Eishockeyteams ausgerechnet John Rikker ist – der Einzige, der Michaels größtes Geheimnis kennt. Michael weiß augenblicklich, dass für ihn alles auf dem Spiel steht, was er sich am Harkness College aufgebaut hat. Denn auch nach all den Jahren kann Johns Lächeln allein seine Welt aus den Angeln heben …

Meine Meinung:
Ich mochte schon die ersten beiden Bände der „Ivy Years“ wirklich gern, aber dieser dritte übertrifft seine Vorgänger meiner Meinung nach nochmal um ein Vielfaches. Was ich in den ersten beiden vermisst habe, habe ich hier gefunden. Ich war wie gebannt von der Geschichte und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Ich habe so mitgefiebert- Himmel noch eins, was habe ich mitgefiebert! Für mich war das hier jedenfalls ganz klar der beste Band der Reihe.

Die Liebesgeschichte ist hier einfach du herzzerreißend und auf eine authentische Weise dramatisch, dass man gar nicht anders kann als mit ganzem Herzen dabei zu sein. Die Zerrissenheit der beiden Protagonisten, vor allem die von Graham, war einfach so unfassbar gut geschildert, dass man irgendwie dachte, man fühlt sich selbst so. Grahams Ängste, sein Versteckspiel – es tut einem wirklich weh das zu sehen. Aber auch wie Rikker unter all dem leiden muss, geht einem als Leser extrem nah.

Die Entwicklung der Figuren war ebenfalls mehr als gelungen. Hier wird nichts vom Zaun gebrochen, sondern es passiert allmählich und wirkt dadurch absolut und völlig nachvollziehbar. Sie verändern sich, bleiben aber gleichzeitig immer sie selbst. Einfach großartig was die Autorin da geschafft hat!

Zur Handlung möchte ich gar nich viel sagen, das braucht es an dieser Stelle auch gar nicht, denke ich. Die Emotionen stehen nun mal im Mittelpunkt und sind einfach grandios ausgearbeitet.

Fazit:
Für mich der stärkste Band der „Ivy Years“, der mit unendlich viel Gefühl, Herzschmerz und Authentizität glänzen kann. 10 von 10 lila Punkten

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Christian Handel (Hrsg): Von Fuchsgeistern und Wunderlampen.

Details:
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Drachenmond Verlag
Erschienen: 31. Oktober 2018

Inhalt:
Drei Wünsche erfüllt ein Dschinn. Drei Prüfungen müssen Helden in Märchen bestehen. Zum dritten Mal laden wir euch ein in das magische Reich der Hexen und Lampengeister.
Durch klirrendkalte Winternächte wirbeln Schneefrauen, auf Sommerweiden treiben Windsbräute ihr gefährliches Spiel und tief unter dem Meeresspiegel verbergen sich ganze Königreiche.
Taucht ein in schillernde Welten voller Wunder und magischer Gefahren.

Meine Meinung:
Was mir an dieser Anthologie so gut gefallen hat, war vor allem die Vielseitigkeit. Dass nicht nur die bereits bekannten Märchen verarbeitet wurden (und wenn doch, dann wirklich wundervoll!), sondern man als Leser in viele neue Sagen und Geschichten eintauchen kann, die die meisten mit Sicherheit noch nicht gekannt haben. Zumindest erging es mir so. Ich habe hier so viel Neues gelesen, habe neuen Stoff aus fremden Welten bekommen und mich darüber mehr als gefreut.

Natürlich gab es bei einer Vielzahl von so unterschiedlichen und völlig verschieden schreibenden Autoren auch Geschichten, die mich persönlich nicht so sehr angesprochen haben. Sei es vom Erzählstil her oder von der Handlung. Doch das ist völlig in Ordnung in einer Anthologie, finde ich. Deshalb ziehe ich auch keinen Stern ab, denn wenn eine so große Zahl von so unterschiedlichen Menschen zusammentrifft, ist es schlichtweg unmöglich, jeden Geschmack zu treffen. Andererseits ist so aber auch für jeden Leser etwas Passendes dabei. Für den einen mehr, für den anderen weniger.

Es gab auch einige echte Highlights, bei denen ich regelrecht traurig war, nicht mehr weiterlesen zu können. Ich nenne dieses Mal aber nicht explizit die Autoren, weil ich festgestellt habe, dass ich als Leser von Rezensionen mit falschen Erwartungshaltungen an die entsprechenden Geschichten herangehe, wenn diese vorher so hervorgehoben worden sind. Also lasst euch selbst verzaubern, reist in fremde Welten und taucht ein diese märchenhafte Anthologie, die wieder einmal wunderbar gelungen ist. 9 von 10 lila Punkten

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Francesca Hornak: Sieben Tage wir.

Details:
Seitenzahl: 464 Seiten
Verlag: Ullstein
Erschienen: 12. Oktober 2018

Inhalt:
Es ist Weihnachten und die Familie Birch trifft sich zum ersten Mal seit Jahren wieder vollzählig in Norfolk. Die älteste Tochter Olivia ist Ärztin und es besteht der Verdacht auf eine ansteckende Krankheit, sodass sie gerade jetzt für eine Woche in Quarantäne muss. Dem Rest der Familie bleibt nichts anderes übrig, als die nächsten sieben Tage mit ihr im Haus zu verbringen.
Aber eine Woche mit den Liebsten kann sich wie eine Ewigkeit anfühlen, vor allem wenn alle versuchen, ihre Geheimnisse voreinander zu verstecken. Doch das letzte rätselhafte Adventstürchen öffnet sich ganz von selbst und ein unerwarteter Gast taucht auf, der vielleicht alle Fäden zusammenführen kann.

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, ich bin mit diesem Buch irgendwie nie so ganz warm geworden. Am Ende steht, dass die Autorin eigentlich Sachbücher und Artikel für Zeitschriften schreibt – und ganz ehrlich, das hat man irgendwie gemerkt.
Für mich war das größte Problem einfach die Distanz, die ich die ganze Zeit zu den Figuren hatte. Ich habe mich ihnen nie nahe gefühlt, habe nie Emotionen gespürt oder mitgefiebert. Mir wurde eben eine Geschichte erzählt, die zwar stellenweise sehr unterhaltsam war, aber eben doch nie wirklich nahe an mich herangekommen ist.

Dabei gab es wirklich humorvolle Passagen, die mich zum Lächeln gebracht haben. Auch die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen – doch solange ich nichts beim Lesen fühle und es eher anstrengend finde weiterzulesen, läuft einfach irgendetwas schief.
Die Figuren waren leider auch nicht alle so sympathisch, sodass sie es mir so noch zusätzlich schwer gemacht haben, sie zu mögen.

Wer mit dieser Art des Erzählens gut zurecht kommt, wer keine großen Gefühle oder Nähe zu den Protagonisten braucht, um glücklich zu sein, der kommt hier mit Sicherheit voll auf seine Kosten, weil das Buch aus rein sachlicher Sicht sicherlich gut ist. Für mich war es leider nichts, weil mir einfach etwas Entscheidendes (eigentlich DAS Entscheidende) gefehlt hat.

Fazit:
Aufgrund des distanzierten Schreibstils kamen bei mir leider keine Emotionen auf und ich habe mich beim Lesen einfach nicht wohl gefühlt. Schade, da aus rein technischer Sicht hier sehr viel richtig gemacht wurde. 4 lila Punkte

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Mirka Mai: Merry Mary Christmas.

Details:
Seitenzahl: 296 Seiten
Verlag: Piper
Erschienen: 2. Oktober 2018

Inhalt:
New York zur Weihnachtszeit: Für Mary Parker könnte es gerade nicht besser laufen. Pünktlich vor Weihnachten wird sie endlich ihren Traumprinz heiraten und damit die Bedingung für das üppige Erbe ihrer Tante erfüllen! Blöd nur, dass der vermeintliche Prinz sich plötzlich als Frosch entpuppt und Mary sich nun auch noch mit dem Besuch ihrer Familie herumschlagen darf, die fest mit einem Verlobten rechnen. Während Mary also schnellstens versucht einen Ersatzmann aufzutreiben, verstrickt sie sich immer mehr im weihnachtlichen Gefühlschaos und muss mehr als einmal erleben, dass die Liebe nicht immer den geraden Weg wählt.

Meine Meinung:
Wer auf der Suche nach einem locker leichten und wirklich süßen Roman für die Weihnachtszeit ist, der ist hier goldrichtig. Das Buch war witzig, zuckersüß wie Weihnachtsplätzchen und richtig schön fürs Herz.

Die Charaktere gehen nicht so sehr in die Tiefe, ebenso wenig die Handlung, aber das macht nichts. Denn darum geht es bei einem solchen Buch eigentlich auch nicht. Es geht um gute Unterhaltung, um eine Geschichte, die einen verzaubert und zum Schmunzeln bringt – und das alles hat „Merry Mary Christmas“ definitiv erfüllt!

Der Schreibstil ist wirklich herrlich flüssig und es fällt einem überhaupt nicht schwer sofort in die Handlung einzusteigen. Auch wenn diese doch recht vorhersehbar war, habe ich mich keine Sekunde gelangweilt, sondern hatte schlicht und ergreifend Freude beim Lesen.

Fazit:
Ein süßes und locker leichtes Buch für die Weihnachtszeit, das allen Ansprüchen einer romantischen und kurzweiligen Unterhaltung mehr als gerecht wird. 7 lila Punkte

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)