Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Tanja Penninger: Golden Heart 1. Die Kriegerin des Prinzen.

Details:
Seitenzahl: 433 Seiten
Verlag: impress
Erschienen: Juli 2020

Inhalt:
Schon seit dem Kindesalter hat Inga nur ein Ziel: eine königliche Kriegerin zu werden. Bereit alles dafür zu opfern, absolviert sie die Ausbildung, um als eine der faszinierenden Goldenen Schwestern in den Dienst ihrer erhabenen Königin zu treten. Am Königshof angekommen wird sie allerdings nicht ihr, sondern dem charmanten Prinz Constantin zur Seite gestellt. Als seine persönliche Leibwächterin fällt es ihr dabei unheimlich schwer, sich seinen strahlend blauen Augen zu entziehen – doch er ist als Königssohn dafür bestimmt, in einem öffentlichen Spektakel eine Braut zu wählen …

Meine Meinung:
Die Idee hinter dem Roman hat mir sehr gut gefallen. Und auch die Umsetzung fand ich ziemlich gelungen. Die Intrigen am Hof, dass man nie weiß, wem man vertrauen kann und wer was im Schilde führt. Dadurch wird eine spannungsgeladene Atmosphäre aufgebaut, die definitiv mitreißt.

Auch die Figuren fand ich klasse, da sie nicht dem typischen Klischee entsprechen. Vor allem Constantin kann mit seiner ungewöhnlichen Art punkten und macht das Buch zu etwas Besonderem. Dazu kommt, dass man eine Charakterentwicklung spürt und ich das an Romanen besonders wichtig finde.

Das Einzige, das ich vielleicht ein wenig bemängeln würde, ist der Sprachstil. Auch wenn die Autorin wirklich gut schreiben kann, so fand ich persönlich die Sprache manchmal etwas zu gestelzt und konnte mich deshalb nicht zu 100% auf die Geschichte einlassen. Es wirkt teilweise nicht so natürlich wie die Figuren sprechen usw, sondern eher so, als hätte man sich genau überlegt, wie man das nun formuliert, um möglichst gewandt zu klingen. 😉 Daran ist ja auch nichts Verkehrtes, nur mir persönliches sagt das nicht ganz so zu.

Insgesamt aber ein wirklich guter Auftakt, der Lust auf mehr macht!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Sabine Schulter: Die Greifenreiterin 1. Gefangenschaft.

Details:
Seitenzahl: 322 Seiten
Verlag: Selfpublishing
Erschienen: 28. August 2019

Inhalt:
Gleich bei ihrer ersten Mission als vollwertige Reiterin fällt Rayna mit ihrem Greifen Ferril in die Hände der Nanjok, einem unbarmherzigen Volk des Nordens. Was dieses weit im Süden zu schaffen hat, weiß Rayna nicht – genauso wenig wie Hyron, der ebenfalls gefangen gehalten wird, wenn auch nicht durch Ketten. All ihr Denken ist auf Flucht ausgerichtet. Doch was beide nicht einmal erahnen, ist, dass ihr Treffen und ihr gemeinsamer Überlebenskampf bei den Nanjok erst der Anfang von etwas viel Größerem bedeutet.

Meine Meinung:
Was mich so an den Büchern von Sabine Schulter fasziniert: Man fühlt sich schon nach ein paar wenigen Seiten wie Zuhause. Sie schafft es jedes Mal erneut eine einzigartige Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, die den Leser sofort abholt und in seinen Bann zieht. Innerhalb kürzester Zeit schleichen sich die Figuren ins Herz und haben die Angewonheit dort auch hartnäckig für sehr lange zu bleiben. 😉
Es ist faszinierend, dass die Charaktere sehr schnell Tiefe bekommen, real und vor allem authentisch wirken und wirklich vielschichtig gezeichnet werden. Sogar die Nebenfiguren werden plastisch dargestellt und machen die ganze Geschichte dadurch so lebendig.

Die Handlung hält in meinen Augen genau die richtige Mischung zwischen Ruhe und Action bereit. Die Ereignisse überschlagen sich nicht und es gibt auch viele ruhigere Passagen, in denen der Fokus auf die Figurenentwicklung bzw. die Entwicklung der Beziehungen gelegt wird. Aber genauso finden wir hier mitreißende Kampfszenen, spannende Momente, die den Leser die Luft anhalten lassen, ebenso wie fesselnde und unterhaltsame Dialoge.

Eingebettet ist die Geschichte in eine wirklich faszinierende Fantasy-Welt, von der ich unbedingt noch mehr erfahren möchte. Die Völker, die hier leben sind ebenso interessant wie die Landschaften, die wir hoffentlich in den folgenden Bänden noch mehr kennenlernen werden.

Ich bin jedenfalls sehr begeistert und bis auf Kleinigkeiten (die es gar nicht wirklich wert sind, hier genannt zu werden) hat mir der erste Band rund um Rayna und Ferril rundum gefallen und kann es kaum erwarten den nächsten Band so bald wie möglich zu lesen. Ich muss einfach wissen, wie es weitergeht und die Antworten auf all die Geheimnisse und Fragen bekommen.


Kelly Oram: V is for Virgin.

Details:
Seitenzahl: 337 Seiten
Verlag: one
Erschienen: 29. Mai 2020

Inhalt:
Val Jensen wird von ihrem Freund verlassen – weil sie mit dem Sex bis zur Ehe warten will. Als ihre Geschichte über YouTube viral geht, wird sie unter dem Namen Virgin Val landesweit bekannt. Das Chaos scheint perfekt, als schließlich Rockstar Kyle Hamilton vor ihr steht: Der Sänger der Boyband Tralse hat es sich nämlich zum persönlichen Ziel gemacht, sie zu verführen. Womit Kyle allerdings nicht gerechnet hätte: Val bereitet ihm ganz schönes Herzklopfen …

Meine Meinung:
Es kam bisher selten vor, dass ich bei einem Buch SO zwiegespalten war wie hier. Denn auf der einen Seite war es so gut zu lesen, dass ich innerhalb eines einzigen Tages durch war, aber andererseits liegen mir die Kritikpunkte wirklich schwer im Magen, weil sie sehr gewichtig sind.
Aber der Reihe nach.

Starten wir mit den positiven Aspekten: wie bereits erwähnt habe ich die Geschichte innerhalb eines einzigen Tages (beziehungsweise mit einer langen Nachtschicht) durchgesuchtet, weil ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Das passiert höchst selten und ist ein klares Indiz dafür, dass die Autorin sehr viel richtig gemacht haben muss. Der Schreibstil ist einfach so unfassbar gut und fesselnd, das habe ich nicht oft erlebt. Es liest sich so locker leicht und trotzdem geht es teilweise in die Tiefe, ist lustig, ernst und auch knisternd. Es war wie ein Rausch in dieses Buch einzutauchen und echt schwer, freiwillig wieder aufzutauchen.

Darüber hinaus finde ich das Thema des Romans einfach großartig. Es geht darum, dass es toll ist, wenn man „Nein“ zu Sex sagt. Dass man sich für die Ehe aufsparen kann, wenn man das selbst möchte. Dass es super ist auch später im Leben, falls das erste Mal schon passiert ist, den Fokus nicht auf die körperlichen Aspekte einer Beziehung zu legen, sondern abstinent zu bleiben. Aber – und das finde ich sehr wichtig – falls man für sich einen anderen Weg wählt, fern von Jungfräulichkeit und Abstinenz, dann ist das auch in Ordnung. Hier wird kein moralischer Zeigefinger erhoben, sondern junge Menschen sollen einfach ermutigt werden, für sich selbst zu entscheiden, ohne Druck von außen. Beim Lesen habe ich mir tatsächlich mehrmals gedacht, dass ich meinen Kindern diese Geschichte später einmal geben möchte, damit sie genau das lernen. Dass sie sehen, dass man sich selbst treu bleiben soll, sich nicht von den Erwartungen der Gesellschaft kaputt machen lassen darf. Diese Message ist so so so wertvoll, gerade für Jugendliche und hat mich absolut überzeugt.
Ein bisschen deutlicher hätte man noch machen können, dass man sich sexuell auch ausleben darf, wenn man das selbst wirklich will. Denn „zu viel“ Ausleben wurde doch ziemlich negativ dargestellt.

Nun muss ich aber leider auch über die negativen Dinge sprechen, die mir aufgefallen sind. Angefangen bei der Protagonistin Valerie. Ich mochte sie schon gern, denn immerhin muss ganz schön viel Mut dahinter stecken, wenn man sich öffentlich so stark für sich und andere macht, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, sondern ihren eigenen Weg gehen wollen. Aber tatsächlich ist das so ziemlich das Einzige, das ich über die Protagonistin weiß. Man lernt sie einfach nicht wirklich kennen, bekommt keinen echten Zugang zu ihr – zumindest war das mein Empfinden. Es steht eigentlich immer nur ihre Kampagne für das „Nein zum Sex“ im Mittelpunkt, ihr Handeln dafür usw. Aber so wirklich richtig ihre Gefühle, geheimsten Gedanken, Hobbys oder sonst was, lernt man im Grunde überhaupt nicht kennen. Das hat es mir teilweise schon schwer gemacht, mich so ganz auf Val einzulassen.

Was ich aber definitiv sehr schlimm an „V is for Virgin“ fand, ist Kyle. Diese Figur ist etwas, das eigentlich nicht in einem Jugendbuch existieren dürfte, wenn man mich fragt. Er sendet etwas so furchtbares aus, das heutzutage leider viel zu oft verharmlost wird. Als er hört, dass Val sich bis zur Ehe aufheben möchte, beginnt er sie systematisch fertig zu machen, zu stalken und zu bedrängen. Und ja, ich würde es wirklich so krass ausdrücken. Er akzeptiert ihre Einstellung in keiner Weise, tut teilweise so schlimme Dinge, dass mir ganz anders wurde und macht sie richtiggehend fertig, weil sie nicht mit ihm ins Bett möchte. Und das aller Schrecklichste daran: Es wird als nicht so schlimm dargestellt. Im Buch hat man nicht den Eindruck, dass Kyles Verhalten krank und in jeder Hinsicht falsch ist. Oh nein. Es wird verharmlost und fast schon „süß“ genannt. Hin und wieder sagt irgendwer, dass es falsch von Kyle ist sich so zu benehmen, aber sobald er auf Val trifft, scheinen alle gemeinen und verletzenden Ereignisse plötzlich vergessen. Weil er ja so sexy ist.
Sorry, aber das geht einfach nicht. Man kann doch nicht das Bild vermitteln, dass es okay ist, ständig heftigst bedrängt, fertig gemacht und öffentlich bloßgestellt zu werden! Das geht einfach nicht, egal wie sexy oder berühmt jemand ist.
Nein heißt Nein. DAS ist es, was den Jugendlichen mit auf den Weg gegeben werden muss. Punkt.

Ein Fazit zu ziehen fällt mir bei diesem Buch wie gesagt wirklich schwer, da ich so zwiegespalten bin. Einerseits die starke Suchtwirkung, andererseits Val und vor allem Kyle, dessen Verhalten schauderhaft ist.


Sabine Bohlmann: Die Gechichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht aufwachen wollte.

Details:
Seitenzahl: 32 Seiten
Verlag: Thienemann
Erschienen: 15. Juli 2016
Alter: 4-6 Jahre (persönliche Meinung: ab 2,5 Jahre)

Inhalt:
Endlich ist der Frühling da und die Siebenschläfer erwachen aus ihrem Winterschlaf. Alle, außer einem: Es ist der kleine Siebenschläfer, der im Herbst viel zu spät ins Bett gegangen ist, und deshalb noch ganz tief schläft. Ein Tier nach dem anderen kommt herbei, um ihn zu wecken, aber was sie sich auch einfallen lassen, der kleine Siebenschläfer will einfach nicht aufwachen. Oder vielleicht doch?

Meine Meinung:
Ich habe erst nach dem Lesen gesehen, dass es sich um einen zweiten Band handelt, aber das spielt wirklich keine Rolle. Man kann ohne jegliche Vorkenntnisse diese Geschichte lesen und findet sie dennoch zauberhaft.
Es ist witzig und unterhaltsam zu beobachten wie die Tiere versuchen den kleinen Siebenschläfer nach dem Winterschlaf zu wecken. Es sind einige wirklich lustige und unerwartete Ideen dabei, die meine Kinder und auch mich zum Lachen gebracht haben. Auch die Auflösung am Ende war gelungen und witzig. Die Handlung war also rundum gelungen für Klein – und auch für Groß.

Die Bilder sind ziemlich schlicht gehalten, sie sind auf die Haupthandlung begrenzt und es gibt keine Details usw zu entdecken. Finde ich in Ordnung, wobei ich merke, dass gerade etwas jüngere Kinder doch lieber mehr an Bild haben möchten.

Insgesamt aber ein sehr schönes Kinderbuch, an dem Kinder zwischen circa 2,5 und ungefähr 6 Jahren viel Freude haben werden.


Lieve Baeten: Die neugierige kleine Hexe.

Details:
Seitenzahl: 26 Seiten
Verlag: Oetinger
Erschienen: 1. Februar 2003
Alter: Pappbilderbuch ab 2 Jahren

Inhalt:
Die kleine Hexe Lisbet ist auf dem Dachboden eines fremden Hauses gelandet. Wer hier wohl wohnt? Und ob jemand ihren kaputten Besen reparieren kann? Als Lisbet neugierig das Haus erkundet, macht sie aufregende Bekanntschaften . Mit Überraschungsseiten zum Umklappen.

Meine Meinung:
Ach ja, dieses Buch weckt einige Kindheitserinnerungen in mir, da ich es selbst als Kind in der gebundenen Version für ältere Kinder immer und immer wieder gelesen habe. Für mein kleines Kind ist die Pappbilderbuch Version allerdings perfekt, da die Kinder so selbst hervorragend umblättern können und es das Buch ohne Probleme mitmacht.

Es geht um die kleine Hexe Lisbet , die auf ihre Besen unterwegs ist und ein Haus entdeckt. Als ihr Besen bei der Landung kaputt geht, erkundet sie auf jeder Seite ein anderes der fünf Zimmer/Stockwerke. Dort trifft sie auf verschiedene Hexen, die jeweils über ein anderes besonderes Talent verfügen, in der Hoffnung, dass jemand ihren Besen reparieren kann.

Ich liebe die wunderschönen Bilder, bei denen man bei jedem Lesedurchgang noch mehr kleine Details entdecken kann. Es ist viel zu finden und sehen, ohne dass es überladen wirkt. Ein schwieriger Grad bei Kinderbüchern wie ich finde, aber hier ist es perfekt gelungen. Dazu sind die Seiten so schön gemalt und vermitteln sofort eine heimelige Wohlfühlatmosphäre. Toll finde ich auch, dass am Ende das gesamte Haus der Hexen zu sehen ist, das rundet die Geschichte gerade für die Kinder nochmal ab, weil sie die einzeln gelesenen Seiten noch einmal zusammenbringen und besser zuordnen können.

Eine richtig süße Idee, eine liebvoll gestaltete Geschichte und dazu noch so schöne Bilder, auf denen die Kinder viel entdecken und bewundern können. Ich liebe dieses Buch auch nach über 20 Jahren noch und finde, es gehört in jede Kinderbibliothek.


Theresia Tauber, Gérard Claude: Timalin.

Details:
Seitenzahl: 51 Seiten
Verlag: Verlag Theresia Tauber
Erschienen: 2. Februar 2017
Alter: 4-7 Jahre (persönliche Meinung: ab 2 Jahren)

Inhalt:
Timalin ist ein frisch geschlüpftes Drachenwesen. Wo ist Mama? Die weiße Kugel, die nachts oben in seinem Strauch schimmert, scheint ein zweites Ei zu sein. Mamas Ei? Ein Irrtum und nicht Timalins letzter, aber das macht nichts. Voll Neugier & Optimismus bricht er auf…

Meine Meinung:
Kurz zur Altersangabe: Mein 2jähriges Kind liebt dieses Buch, es ist also durchaus schon für jüngere Kinder geeignet, die sich gern längere Geschichten anhören. Toll ist, dass das Buch zwar 51 Seiten hat, aber diese so aufgeteilt sind, dass es auch kleinen Kindern nicht zu viel wird. Links befindet sich jeweils auf der gesamten Seite ein liebevoll gestaltetes Bild (darauf komme ich gleich zurück), während man rechts immer ein paar Zeilen Text findet. So haben die Kinder während des Vorlesens genug zu bestaunen und entdecken, sodass auch viele Seiten kein Problem für ein jüngeres Publikum darstellt.

Die Bilder sind anders als die, die ich von anderen Kinderbüchern kenne. Sie stechen definitiv hervor und können gerade durch ihre Einzigartigkeit punkten. Sie sind sehr liebevoll gestaltet, mit vielen Details, tollen Farben und wirklich süßen Figuren. Das Buch hat großen Wiedererkennungswert und ist auf jeden Fall etwas Besonderes im Bücherregal.

Die Geschichte ist ebenfalls ziemlich gelungen und hevorragend auch für ein jüngeres Publikum geeignet. Mir ist dabei immer wichtig, dass es keinen „Bösewicht“ gibt, sondern die Figuren sich durch Ereignisse und Begegnungen entwickeln und wachsen können. Dabei ist die Handlung auch spannend, da man gespannt verfolgt wie Timalin seine Familie sucht und dabei eine besondere Freundin findet. Eine süße Idee, dass Timalin *** SPOILER *** den Mond für ein Ei hält und dort hin fliegt, um herauszufinden, was es mit dem seltsamen Ei auf sich hat. Es ist zwar nur ein kurzer Abstecher zum Mond und das steht hier nicht im Vordergrund, aber es bereichert die Geschichte neben einer Wüstenlandschaft und dem Dschungel doch sehr.
Und selbstverstständlich gibt es ein schönes Happy End für alle Beteiligten. *** SPOILER ENDE ***

Wer ein besonderes Buch für seine Kinder sucht mit sehr ansprechenden Bildern und einer süßen Geschichte, der sollte dieses einzigartige Buch auf jeden Fall kaufen.


Asuka Lionera: Frozen Crowns 1. Ein Kuss aus Eis und Schnee.

Details:
Seitenzahl: 508 Seiten
Verlag: Loom Lights
Erschienen: 26. Juni 2020

Inhalt:
Wenn ein Kuss dein eisiges Herz zum Schmelzen bringt – mitreißende Romantasy um eine verbotene Liebe

Als das Königspaar des Eisreiches Fryske beschließt, seine einzige Tochter mit dem jungen König der Feuerlande zu vermählen, bleibt Davina, der Kammerzofe der Prinzessin, nichts anderes übrig, als ihrer Herrin in das fremde Reich zu folgen. Doch auf dem Weg in die neue Zukunft wird ihre Eskorte von Kriegern des Erdreiches überfallen.

Davina überlebt nur dank der Hilfe eines mutigen Kämpfers, der niemand Geringeres ist als Leander, der Erste Ritter der Feuerlande. Die beiden raufen sich zusammen, um die verschwundene Prinzessin zu finden, und kommen sich auf ihrer Suche immer näher. So nah, dass ein Kuss uralte, eisige Kräfte in Davina erweckt.

Aber Leander ist nicht derjenige, der diese Magie hätte entfesseln dürfen …

Meine Meinung:
Hach, was für ein schönes Buch.
Das wäre meine Meinung in einem einzigen Satz zusammengefasst. Es war einfach schön, die Geschichte von Davina und Leander zu lesen – auch wenn sie stellenweise traurig ist (oder gerade deswegen?) – und ich habe jede einzelne Seite genossen. Dabei hat mir besonders gefallen, dass der Fokus ganz klar auf der Charakterentwicklung und der Beziehung der Figuren zueinander gelegt wird. Ich liebe es, die Charaktere wirklich kennenzulernen, da man auf diese Weise eine viel engere Bindung zu ihnen aufbaut und umso mehr mitfiebert. Man hat am Ende des Buches das Gefühl, Leander und Davina sind reale Personen, die man persönlich kennt. Und genau das macht ein gutes Buch aus. Eines, in dem man sich verlieren kann. Bei dem man es kaum erwarten kann weiterzulesen.

Dazu kommt, dass das Fantasy-Setting toll gewählt ist und zusätzlich Spannung bringt. Die Feuerlande, das Eisreich Fryska, die Erdlande und ihre Beziehungen, Probleme und Kämpfe untereinander verweben sich zu einem großartigen Gerüst, das die Liebesgeschichte trägt und untermalt. Die Geschichte war abwechslungsreich, hatte einige actionreiche Passagen und konnte mich tatsächlich überraschen. Also alles in allem findet man hier so ziemlich alles, was das romantische Fantasy-Herz begehrt.

Ich bin immer noch ganz gefangen von der Geschichte und kann es ehrlich kaum erwarten den zweiten Teil lesen zu dürfen. Ich meine, wir haben hier eine großartige Love Story, toll ausgearbeitete Protagonisten, gelungene Nebencharaktere, ein wunderbares Setting, großartige Fantasyelemente, Spannung, Action, Romantik und sogar Überraschungen. Was sollte man denn noch mehr wollen? Ich jedenfalls finde „Frozen Crowns“ mehr als gelungen und kann das Buch jedem nur dringendst ans Herz legen, der eine schöne und teils tragische Liebesgeschichte (absolut jugendfrei ;-)) vor einer stimmungsvollen Fantasy-Kulisse sucht. Bitte mehr davon!


Kara Atkin: Forever Free. San Teresa University 1.

Details:
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 30. April 2020

Inhalt:
Ihr größter Traum war es, endlich frei zu sein. Niemals hätte sie gedacht, dass sie ihr Herz dabei verlieren würde

Raelyn Miller kann es kaum erwarten, ihr Studium in Kalifornien zu beginnen und weit weg von zu Hause noch einmal ganz von vorn anzufangen. Doch schnell stellt sie fest, dass es gar nicht so leicht ist, auf eigenen Beinen zu stehen und dass ihr altes Leben sie stärker im Griff hat, als sie dachte. Vor allem, als sie den geheimnisvollen Hunter kennenlernt, zu dem sie sich magisch hingezogen fühlt, obwohl er doch alles verkörpert, was Raelyn endlich hinter sich lassen wollte …

Meine Meinung:
Anfangs war ich ziemlich angetan von dem Buch. Der Schreibstil lässt sich wirklich schön lesen, man findet sich gut im Setting zurecht, lernt die Charaktere kennen und fühlt sich in Raelyn hinein. Etwas ziemlich Positives zu Beginn eines Romans.
Jetzt kommt allerdings das böse „Aber“. Denn irgendwie habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Geschichte richtig losgeht. Als würde man in einem lange andauernden Prolog feststecken – so war wenigstens mein Gefühl. Es passiert eigentlich fast nichts und das über viele, viele Seiten hinweg, wodurch die Handlung eher vor sich hinplätschert bzw. gar nicht erst in Fahrt kommt. Das lag vermutlich auch daran, weil das erste Aufeinandertreffen der Hauptfiguren erst recht spät passiert und ich es mir ehrlich gesagt etwas spektakulärer vorgestellt hätte. Nicht falsch verstehen, ich bin ja froh, dass es nicht dieses „Ich sehe ihn und liebe ihn für immer“-Szenario war, aber so ein bisschen mehr hätte ich mir schon gewünscht.

Später gab es dann oft Raffungen und Sprünge, was mich ehrlich gesagt aus der Geschichte gerissen hat. Ich finde die ganze Heimlichkeit um das eigentliche Thema hätte es gar nicht gebraucht, da diese eher erzwungen als natürlich wirkt. Ich schätze, das sollte wohl die Spannung erzeugen, um den Roman weiterzulesen – mich hat es leider eher negativ beeinflusst. Hätte man schon früher die Wahrheit gekannt und im besten Fall Hunter mehr Kapitel zugestanden (das hätte echt geholfen, ihn als Figur noch lieber zu mögen), hätte mich das mehr zum Weiterlesen motiviert als die hier gewählte Herangehensweise.

Die Wendung später im Buch, die schon überraschend kam und mir sehr gut gefallen hat, wurde für meinen Geschmack anschließend aber nicht genug thematisiert. Dieses Thema hätte in meinen Augen etwas mehr Raum einnehmen können und auch fast schon müssen. Ein wirklich guter Ansatz, den ich mir allerdings wirklich noch ausgeprägter gewünscht hätte.

Fazit:
Insgesamt konnte mich „Forever Free“ leider nicht wirklich begeistern, da mir während des Lesens leider zu viele Sachen die Freude am Buch gestohlen haben. Ich konnte mich gar nicht wirklich auf die Geschichte einlassen aus den oben genannten Gründen und fand die Gewichtung von dem, was erzählt wird, nicht ganz glücklich gewählt. Die Autorin hat aber Potenzial und ich glaube, wir werden noch so einiges von ihr lesen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Jennifer Wolf: Das Lied der Sonne.

Details:
Seitenzahl: 402 Seiten
Verlag: Impress/Carlsen
Erschienen: 5. März 2020

Inhalt:
**Verbotene Liebe am Hof des Königs**
Lanea liebt ihr Leben. Sie genießt es, jeden Morgen mit den Stammesmitgliedern am feinen Sandstrand die Sonne zu begrüßen und mit ihrer besten Freundin, der Häuptlingstochter, unbeschwert zu lachen. Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich alles. Der zukünftige Großkönig des Reiches ruft zur Brautschau und Lanea soll als falsche Prinzessin an den Hof reisen. Ein Ort, an dem man ihr nicht nur mit Vorurteilen begegnet, sondern hinter jeder Ecke Intrigen und tödliche Verschwörungen lauern – und mittendrin Prinz Aaren, dessen sanftmütige braune Augen Laneas Herz bei jedem Blick zum Flattern bringen. Doch seine Liebe darf sie nicht für sich gewinnen…

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Jennifer Wolf einfach. Sie schafft es scheinbar mühelos Gefühle und Emotionen authentisch und echt zu Papier zu bringen und mit jedes Mal wieder mitzureißen. Diese echte Emotionalität ist es, die mich jedes Mal aufs Neue verblüfft und völlig in den Bann der Geschichten dieser Autorin zieht.
Deshalb tut es mir umso mehr weh, dass ich bei „Das Lied der Sonne“ nun Kritik üben muss. Denn genau das, was Jennifer Wolfs große Stärke ist, kommt hier leider kaum zur Geltung.

Die Handlung an sich ist sehr interessant und das Setting wirklich toll gewählt. Ich liebe die hier erschaffene Welt von Valean und war sehr gern dort. Gerade Palila, Laneas Heimat, hat es mir angetan und ihre Reise aus dem Paradies in das verdorbene Zentrum der Macht des Reiches fesselt den Leser an das Buch. Doch hätte man vieles ausführlicher behandeln müssen. So viele Konflikte, Probleme und wirklich große Themen werden zu schnell abgehandelt bzw. so glatt und einfach gelöst, dass ich mich mehr als einmal fragen musste: War das jetzt wirklich alles? Kommt da noch was?
Natürlich muss nicht immer ein großes Drama um alles gemacht werden, aber diese Art der Problemlösung wurde leider sehr, sehr oft verwendet. Es gab so viele großartige Themen, die man mehr hätte ausbauen können (und eigentlich müssen?), aber die Lösung kommt á la Deus ex machina aus dem Nichts und prompt ist alles gut. Das hat meiner Ansicht nach der Geschichte leider einen negativen Beigeschmack verpasst.

Kommen wir zu der Kritik, bei der mir das Herz blutet: Denn die Liebesgeschichte hat mich leider nicht überzeugen können. Ich kann gar nicht fassen, dass ich das hier schreiben muss, denn das kenne ich so einfach nicht von der Autorin. Aber ja, es ist nun einmal so wie es ist … Laneas Gefühle kann man leider überhaupt nicht verstehen, warum sie sich verliebt. Man spürt es nicht als Leser, man kann es nicht wirklich nachvollziehen. Die starken Gefühle, die heftigen Emotionen, die Zerrissenheit, weil die Liebe nicht sein darf – nichts davon kommt wirklich bei mir an. Und das ist so so so traurig, weil es in anderen Romanen von Jennifer Wolf eben jene Themen es sind, die mich ihren Schreibstil zu lieben gelehrt haben.
Ich weiß nicht, woran es liegt. Dass man relativ viel Handlung in einen Einzelband stecken wollte und das auf Kosten der Liebesgeschichte? Ich hätte mir wirklich lieber eine Dilogie gewünscht und dafür gerade diesen Aspekt viel, viel ausführlicher und emotionaler.

Was ich zwiegespalten sehe, ist der Umgang mit Intrigen in diesem Buch. Am Hof gibt es diese nun einmal in großer Zahl und wenn ich mir andere Romane mit einem vergleichbaren Setting anschaue, stehen diese dort oft (zu sehr) im Vordergrund. Hier lehrt uns die Autorin jedoch oft, dass man auch an das Gute im Menschen glauben darf. Dass es auch freundliche und von Herzen aufrichtige Menschen gibt, die keine eigenen Ziele verfolgen oder dem anderen etwas vorspielen. Das liebe ich und das finde ich eine weitere große Stärke der Autorin. Gleichzeitig kam es mir aber irgendwann etwas unrealistisch vor, dass alle so gut und nett sind und niemand den anderen verrät. Denn wie gesagt, am Hof des Herrschers geht es nicht immer mit ehrlichen Mitteln zu.

Fazit:
Es bricht mir das Herz, aber „Das Lied der Sonne“ konnte mich tatsächlich nicht so wirklich überzeugen, weil sowohl die Handlung als auch vor allen Dingen die Liebesgeschichte zu kurz kamen. Geschrieben ist das Buch toll und ich habe es im Großen und Ganzen auch gern gelesen – aber bei mir kamen leider kaum Gefühle an. Gerade das, was die größte Stärke dieser genialen Autorin ist.


Anne Pätzold: When we dream. (Love NXT 1)

Details:
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 30. April 2020

Inhalt:
Die 19-jährige Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer älteren Schwester in Chicago. Die Stadt ist ihr zu groß, zu laut, zu voll, und am liebsten würde sich Ella mit ihren Büchern und ihrem Zeichenblock in ihr Zimmer zurückziehen und die Außenwelt, so oft es geht, vergessen. Doch dann lernt sie Jae-yong kennen. Dass er ein Mitglied der bekanntesten K-Pop-Gruppe der Welt ist, weiß sie nicht. Was sie weiß, ist, dass der junge Mann mit den tiefbraunen Augen ihre Welt von einem Moment auf den anderen aus den Angeln hebt …

Meine Meinung:
Der Grund für mich nach dem Buch zu greifen, war tatsächlich das Thema K-Pop. Denn ich habe davon eigentlich keine Ahnung und habe auch noch nie etwas darüber gelesen. Es hat mich gereizt, mehr über diese für mich fremde Welt zu erfahren und dahingehend wurde ich definitiv nicht enttäuscht. Man lernt einiges über das Musikbusiness in Südkorea, ohne dass es plakativ wirkt. Mehr nebenbei erfährt man wie die Musikindustrie in diesem Land funktioniert. Sehr spannend!

Die Geschichte an sich ist natürlich nicht grundlegend neu, aber das macht absolut nichts. Ich finde Liebesgeschichten zwischen Berühmtheiten und „normalen“ Menschen immer wieder schön zu lesen – außerdem wird anhand des Klappentextes ja ganz klar, was man im Buch zu erwarten hat.

Die Protagonisten mag ich auch richtig gern. Ella und Jae-Yong sind wirklich tolle Persönlichkeiten, die man ins Herz schließt. Eine ganz wichtige Grundvoraussetzung für einen gelungenen Roman.

So, warum also habe ich am Ende (leider!) nicht die volle Punktzahl vergeben können?
Kurz zusammengefasst: weil ich mir sicher bin, dass die Autorin ihr Talent noch nicht vollständig ausgeschöpft hat. Sie kann definitiv unterhaltsam und schön schreiben und ich verstehe völlig, warum dieses Buch einen Platz im Lyx-Programm bekommen hat. Aber ein paar Punkte bieten meines Erachtens noch Luft nach oben.

Vor allen Dingen meine ich hier das Knistern zwischen den Hauptfiguren. Denn das habe ich leider an den meisten Stellen vermisst. Die beiden mögen sich, ja, das kam gut rüber. Aber mehr? Davon habe ich leider beim Lesen nicht wirklich viel gespürt. Zumindest nicht so viel, dass Jae-Yong deshalb seine gesamte Karriere aufs Spiel setzen würde. Ich hätte mir einfach etwas mehr Leidenschaft gewünscht, etwas mehr Momente, die auch mein Herz schneller schlagen lassen. So war das Buch wirklich sehr süß (und wie gesagt gut!), aber das letzte bisschen hat einfach noch gefehlt. Doch da man deutlich merkt, dass die Autorin Talent hat, hoffe ich einfach auf die Fortsetzung und mehr von den Knister-Momenten.

Ein anderer Punkt, den ich persönlich noch nicht ganz so rund fand, war die Tatsache, dass manchmal schon sehr viel eigentlich nebensächlicher Inhalt erzählt wurde. Natürlich ist es toll, an Ellas Alltag teilzuhaben! Bitte nicht falsch verstehen. Aber insgesamt war mir das Verhältnis von Liebesgeschichte bzw gemeinsamer Zeit der Protagonisten zu Alltagsleben nicht richtig verteilt. Mehr von ersterem und dafür etwas weniger von zweitem – perfekt.

Insgesamt fand ich „When we Dream“ ein wirklich schönes Buch mit einer süßen Liebesgeschichte, die noch eine Portion Knistern vertragen könnte. Aufgrund des tollen Talents der Autorin werde ich Band 2 auf jeden Fall lesen und freue mich nach diesem Ende wirklich schon darauf.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)