Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Anna Savas: Keeping Hope.

Details:
Seitenzahl: 512 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 23. Dezember 2021

Inhalt:
Seit Ella herausgefunden hat, dass ihr Freund sie betrügt, glaubt sie nicht mehr an die Liebe – ziemlich ungünstig, denn eigentlich ist das Schreiben von Liebesromanen ihre große Leidenschaft. Völlig verloren zwischen Schmerz, ihrem Traum und der Sehnsucht danach, wieder etwas fühlen zu können, stürzt sie sich viel zu früh ins Dating-Leben – bis ihrem besten Freund und Mitbewohner Jamie der Kragen platzt. Nach einem heftigen Streit verbringen die beiden eine Nacht zusammen, die ihre Freundschaft allerdings für immer verändert …

Meine Meinung:
Die ganze Reihe rund um die Clique in Faerfax ist einfach grandios. Und auch der Abschlussband „Keeping Hope“ konnte mich wieder auf ganzer Linie überzeugen. Und wie!

Die Geschichte von Ella und Jamie hat mir wirklich das Herz gebrochen – und zwar nicht nur einmal. Meine Güte, ich habe so heftig mit den beiden mitgelitten! Mir standen immer wieder die Tränen in den Augen, weil mich die Zerrissenheit der beiden so sehr berührt hat.

Gibt es etwas Schöneres als ein Buch, das einem so nahe geht? Ein Buch, das die Leser*innen auf so vielen Ebenen berührt und das Herz erreicht?
Meiner Meinung nach ist das die höchste Kunst des Geschichtenerzählens, etwas, das nicht vielen Autoren und Autorinnen gelingt.

Die Geschichte ist so großartig und wundervoll, dass es mir richtig schwer fällt, sie loszulassen. Besser geht es eigentlich nicht und ich empfehle das Buch (und die ganze Reihe) aus vollem Herzen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Lily S. Morgan: City of burning Wings.

Details:
Seitenzahl: 401 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen: 23. September 2021

Inhalt:
Die junge Kriegerin May hat sich ihr Leben lang darauf vorbereitet, als Nachfolgerin des Königs den Aschethron zu besteigen. Sie ist die schnellste Himmelsstürmerin, die es in der fliegenden Stadt Elydor je gab. Doch als der König stirbt, taucht die Herrscherrune nicht bei ihr, sondern auf der Stirn des mysteriösen Geheimnishändlers Luan aus dem Elendsviertel auf. Und ausgerechnet May soll ihm helfen, mit seiner neu gewonnenen Macht umzugehen. Nur widerwillig fügt sie sich, bis ihr klar wird, dass nicht nur ihre beiden Leben vom Erfolg der Aufgabe abhängen, sondern die Zukunft von ganz Elydor.

Meine Meinung:
Die Idee dieser Geschichte ist ganz toll und unglaublich vielversprechend. Ich fand das Worldbuilding wirklich klasse und habe gern mehr über die Welt erfahren, die hier beschrieben wird.

Leider bleiben für mich die Charaktere eher blass und nicht wirklich greifbar. Ich hatte nicht das Gefühl, sie wirklich kennenzulernen, ich konnte auch keine wirkliche Bindung zu ihnen aufbauen, da sie für mich immer eher oberflächlich und distanziert zum Leser*in blieben. Beispielsweise fehlen für mich die tiefen Gefühle wie Wut (nach Luans Erwählung zum Beispiel) oder ähnliches, um die Charaktere wirklich ins Herz schließen zu können. Deshalb konnte mich leider auch die Liebesgeschichte nicht fesseln, was ich sehr schade fand.

Die Handlung an sich hat sehr viel tolle Ideen, aber so richtig fesseln konnte sie mich einfach leider nicht. Sie ist eher vor sich hin geplätschert und hat mich nicht mitgerissen. Das lag zu einem großen Teil sicher an der eben beschriebenen Tatsache, dass ich die Figuren nicht ins Herz schließen und deshalb auch nicht so richtig mit ihnen mitfiebern konnte.

Fazit:
„City of Burning Wings“ ist ein Buch mit ganz viel Potenzial, tollen Ideen und einem wunderbaren Worldbuilding, doch da mir die großen Gefühe fehlen und ich keinen Bezug zu den Charkateren aufbauen konnte, konnte mich die Geschichte leider nicht fesseln.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Magdalena Gammel: Juniper Moon 2. Das Schicksal von Arcanum.

Details:
Seitenzahl: 528 Seiten
Verlag: Planet!
Erschienen: 18. Februar 2022

Inhalt:
Himmel und Hölle scheinen sich gegen June verschworen zu haben, als es heißt, dass sie sich den gefürchteten Trinitäts-Prüfungen unterziehen muss. An den Höfen der Hölle soll sie sich als Erbin von Luzifers Licht würdig erweisen, denn die Unsterblichen fürchten ihre unkontrollierbare Macht. Doch nicht nur grausame Hexenjäger und niederträchtige Engel legen der Hexe Steine in den Weg, sondern auch der amtierende Teufel der Unterwelt, Azazel: June wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert und weiß schon bald nicht mehr, ob er ihr Geliebter oder ihr Feind ist …

Meine Meinung:
Ich liebe dieses Buch. Ich liebe, liebe, liebe es. Genauso wie die ganze Reihe. Ich wünschte mir, es würde noch unzählige weitere Teile von Juniper und Azaels Geschichte geben, weil ich mich jetzt, direkt nach dem Lesen, fühle als würde ich in der Luft hängen. Für Bücher wie dieses wurde der Begriff Bookhangover erfunden, denn wie in aller Welt soll ich jetzt ein neues Buch anfangen?! Wie soll man diese spannende, überraschende und fesselnde Geschichte loslassen können und sich auf eine andere einlassen?

Allein das ist in meinen Augen eigentlich schon die höchste Auszeichnung für ein Buch. Denn, wer es schafft, den Leser/die Leserin so sehr in seinen Bann zu ziehen, dass man am liebsten sofort selbst Teil davon werden möchte, dann hat man als Autor*in wohl alles erreicht, was man in diesem Beruf möchte.

Ich will hier nichts über die Handlung sagen oder Kleinigkeiten aufzählen, die mir vielleicht aufgefallen sind. Denn sie alle sind überhaupt nicht wichtig in diesem Fall. Weil die Geschichte als Ganzes, die Figuren und die unglaublich und wahnsinnig gut beschriebenen Gefühle mich so sehr von sich überzeugt haben, dass ich „Juniper Moon“ schlicht und ergreifend liebe. Es gehört zu meinen absoluten Highlights und ich bin mir sicher, die Bücher noch sehr oft zu lesen. Große, große, große LIEBE!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Asuka Lionera: Midnight Princess 1. Wie die Nacht so hell.

Details:
Seitenzahl: 496 Seiten
Verlag: Planet!
Erschienen: 17. Dezember 2021

Inhalt:
Vanyas verborgene Gabe ist gleichzeitig ihr Gefängnis, denn wann immer die Gefühle unkontrolliert aus ihr hervorbrechen, verwandeln sich ihre Tränen in herabfallende Blütenblätter oder winden sich Dornenranken um ihre Arme. Von ihren Eltern – dem Königspaar – versteckt und verleugnet, begibt sich Vanya auf der Suche nach ihrer Freiheit ausgerechnet ins verfeindete Reich Nordgand an den Hof der Ewigen Mitternacht. Doch dort erwarten sie nicht nur unendliche Finsternis, ein unerbittlicher König und dunkle Magie, sondern auch Gefühle, die Vanya bisher verboten waren. Der Nachtfae Kenric weckt nämlich etwas in ihr, auf dem in ihrer Heimat ein Fluch lastet: Liebe. Und diese Liebe kann nur auf eine Weise enden, und zwar tödlich …

Meine Meinung:
Abgesehen von dem wundervollen Cover, wäre für mich persönlich auch der Name der Autorin bereits Grund genug, um das Buch zu lesen. Inzwischen gehört sie für mich tatsächlich zu denjenigen, deren Buch ich lese, ohne den Klappentext unbedingt kennen zu müssen, da ich ihre Geschichten einfach so gern mag.
Auch beim ersten Teil von „Midnight Princess“ wurde ich nicht enttäuscht, im Gegenteil. Ich habe die Geschichte von Vanya und Kenric unglaublich gern gelesen und war traurig, als das Buch zu Ende war. Das ist ja schon mal ein sehr gutes Zeichen.

Zum einen hat mir die Welt, in der die Geschichte spielt, sehr gut gefallen. Die gegensätzlichen Reiche Südgand und Nordgand mit ihren jeweils eigenen Flüchen üben eine ganz besondere Faszination aus und ich fand es sehr interessant, mehr darüber zu erfahren. Ich hoffe, in der Fortsetzung der Reihe erfährt man noch mehr über die beiden Länder, denn es gibt noch jede Menge, das man als Leser*in noch nicht weiß und unglaublich gern verstehen will.

Abgesehen von dem klasse Worldbuilding hat mich die wundervolle Liebesgeschichte überzeugt. Ich weiß bereits aus vorherigen Büchern von Asuka Lionera, dass sie es einfach versteht, das Kribbeln, das Knistern, die Anziehung zwischen zwei Protagonisten so zu beschreiben, dass es bei den Leser*innen ankommt. Man fühlt mit Vanya mit, die gegen die eindeutige Anziehung zu Kenric ankämpft, aber auch seinen inneren Zwiespalt spürt man als Leser*in so sehr, dass es einem ans Herz geht. Das ist für mich essentiell an guter Romantasy: das heftige Mitfühlen mit den beiden Protagonisten, dass man mit ihnen leidet, mitfiebert und sich von ganzem Herzen wünscht, dass sie endlich zueinander finden können. Die Geschichte muss Gefühle beim Lesen wecken und das passiert hier definitiv.

Ein paar Kleinigkeiten waren für mich nicht ganz nachvollziehbar und meines Erachtens nicht ganz logisch, aber da ich trotzdem immer weiterlesen wollte und richtiggehend in der Geschichte versunken bin, fallen sie für mich nicht so ins Gewicht wie es bei einer anderen Geschichte der Fall wäre. Der tolle Schreibstil, die mitreißenden Gefühle und die Atmosphäre im Buch machen das in meinen Augen ein ganzes Stück weit wieder wett. Lustig fand ich auch, dass ein paar Elemente aus „Das Reich der sieben Höfe“ ihren Weg in die Geschichte gefunden haben, aber ganz neu interpretiert wurden.

Noch gibt es einige offene Fragen, die hoffentlich im zweiten Band dann beantwortet werden. Wer oder was ist Kenric? Können die Flüche gelöst werden? Was passiert noch mit Vanyas Magie? Ich bin jedenfalls mehr als gespannt weiterzulesen und hoffe sehr, bald die Antworten zu bekommen.

Fazit:
Insgesamt ist „Midnight Princess. Wie die Nacht so dunkel“ wirklich tolle Romantasy, bei der der Fokus eindeutig auf der schönen Liebesgeschichte liegt. Trotz kleinerer Ungereimtheiten entwickelt die Geschichte einen richtigen Sog, der einen völlig in Vanyas und Kenrics Welt hineinzieht und nicht mehr loslässt. Ich bin sehr gespannt, was in der Fortsetzung passieren wird und wie die offenen Fragen beantwortet werden – klare Leseempfehlung für alle Fans guter Romantasy! 4,5 Sterne von mir

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Annabelle Stehl: Runaway.

Details:
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 30. Juli 2021

Inhalt:
Von einem Tag auf den anderen ist in Miriams Leben nichts mehr, wie es war: Als ihre Familie von ihrem Schwangerschaftsabbruch vor einigen Jahren erfährt, wenden sich ihre Eltern und auch ihre Schwester von ihr ab. Miriam ist verletzt und weiß nicht, wie sie das wieder hinbiegen soll. Zum Glück erhält sie Unterstützung von ihren Freundinnen – und von Elias. Dem Mann, in den sie schon lange heimlich verliebt ist – der in ihr aber niemals mehr als die beste Freundin seiner kleinen Schwester sehen wird. Oder doch?

Meine Meinung:
Das Buch hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Der Schreibstil war richtig angenehm zu lesen und auch die Figuren mochte ich an sich gern. Mir persönlich hat nur irgendwie die Dynamik etwas gefehlt. Es ist schwer zu beschreiben, aber die Handlung und die ganze Story hat sich für meine Begriffe teilweise etwas zäh angefühlt, sodass es mir hin und wieder schwer gefallen ist, weiterzulesen.

Es konnte mich emotional nicht so ganz erreichen, die Liebesgeschichte hat mich nicht so sehr berührt wie es bei anderen Büchern der Fall ist. Dazu hat es sich eben insgesamt gezogen, sodass die gewünschte Sogwirkung, die dafür sorgt, dass man die Geschichte nicht mehr aus der Hand legen will, leider nicht eingetreten ist.

Einige der hier behandelten Themen fand ich allerdings sehr, sehr gut und wichtig. Wie das Thema Schwangerschaftsabbruch behandelt wird, fand ich unglaublich gut, da es zeigt, mit wie viel Stigma das immer noch behaftet ist in unserer Gesellschaft.

Dennoch ist es alles in allem ein wirklich gutes Buch mit einem schönen Plot und gelungenen Figuren.


Magdalena Gammel: Juniper Moon 1.

Details:
Seitenzahl: 524 Seiten
Verlag: Planet!
Erschienen: 27. August 2021

Inhalt:
Junipers Flucht endet ausgerechnet dort, wo sie begonnen hat: in Arcanum – ihrem Zuhause und zugleich dem gefährlichsten Ort für sie als Hexe. Denn sie wird bereits sehnsüchtig vom Kardinal erwartet, einem gefallenen Engel, der die Macht über Arcanum und alle Hexenwesen an sich zu reißen droht. Und June soll ihm dabei helfen. Mit ihrer Widerspenstigkeit hat er allerdings nicht gerechnet, sie will sich nämlich schnellstmöglich aus dessen himmlischen Klauen befreien. Bald muss June jedoch feststellen, dass sie mit dem Feuer spielt, sogar einem ziemlich höllischen. Immerhin scheint sie das Interesse des Teufels höchstpersönlich geweckt zu haben …

Meine Meinung:
Oh. Mein. Gott.
Was für ein unglaubliches Buch! Ich kann mich gerade nicht erinnern, eine Geschichte mit so vielen unvorhersehbaren Ereignissen gelesen zu haben.
Das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite spannend, überraschend und absolut mitreißend. Dazu kommt die düstere Atmosphäre, die den Spannungsbogen zusätzlich extrem verstärkt und die Leser so sehr fesselt, dass man dieses grandiose Buch am liebsten keine einzige Sekunde aus der Hand legen möchte.

Und als ob das noch nicht reichen würde, damit man von einem absoluten Highlight sprechen kann, bekommt man hier zusätzlich auch noch eine dermaßen gelungene und ungaubliche Anziehung zwischen den Protagonisten, die selbst durch das Papier hindurch knistert. Ich war mehr als erstaunt wie wahnsinnig echt und intensiv die Autorin das Knistern zwischen den beiden beschreibt, denn es ist, als könnte man sie selbst fühlen. Ich liebe es! So, so, so sehr!

Ich will gar nicht mehr zum Inhalt sagen, weil ich niemandem das absolute Vergnügen nehmen will, es selbst erleben zu können. Selbst in diese Geschichte zu reisen, selbst diese grandiosen Figuren, die atemberaubende Liebesgeschichte und die Welt voller Geheimnisse und Spannung einzutauchen. Ich wünschte, ich könnte es auch noch einmal zum aller ersten Mal lesen.

Für mich ist „Juniper Moon„ ein absolutes Highlight und ich kann es nicht erwarten, die Fortsetzung zu lesen! Potenzial zum Lieblingsbuch, ganz ehrlich.


Yvy Kazi: The Dream of us. (St. Clair Campus 1)

Details:
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. November 2021

Inhalt:
Was, wenn dein Traum der großen Liebe im Weg steht?

July Summers ist Cheerleaderin mit Leib und Seele. Daher ist es auch ihr großer Traum, nach dem Collegeabschluss einen Platz bei den Cheerleadern eines erfolgreichen NFL-Teams zu ergattern. Doch dort gilt eine strenge Regel: Wer einen Footballspieler datet, fliegt raus! Bisher war diese Vorschrift kein Problem für July – bis sie den neuen College-Quarterback Andrew McDaniels kennenlernt. Drew löst mit nur einem Blick Gefühle in ihr aus, die sie so noch nie empfunden hat, und jedes Mal, wenn die beiden sich treffen, wird das Prickeln zwischen ihnen stärker. Aber ist die Möglichkeit einer Zukunft mit Drew es wert, ihren Traum aufzugeben?

Meine Meinung:
Was ich an diesem Buch besonders mochte, waren zwei Dinge:

Erstens Drew. Er ist ein so großartiger und wundervoller Mensch, man muss ihn einfach ins Herz schließen. Er ist ein absoluter Traum und ich finde ihn so, so toll!

Zweitens die Tatsache, dass July kein braves, liebes Mädchen ist. Diese Rolle gibt es nämlich sehr oft im New Adult- Bereich und auch, wenn ich diese gern mag, so ist es eine schöne Abwechslung, wenn die Protagonistin eben sich mal über die Stränge schlägt, One Night Stands hat und so RICHTIG Mist bauen kann.

Teilweise habe ich eine gewisse Distanz zwischen Leser*in gespürt, als würde man die Charaktere nie zu 100% in der Tiefe kennenlernen. Manche Ereignisse, die sehr wichtig und entscheidend sind, sind mir auch etwas zu nebenbei passiert und wurden irgendwie eher schnell abgehandelt.

Nichtsdestotrotz war es ein wahres Vergnügen July’s und Drews Geschichte mitzuerleben und ich will die Fortsetzung unbedingt auch lesen. Insgesamt ist „The Dream of us“ ein wirklich schöner College-Roman mit einem umwerfenden männlichen Loveinterest.


George Lester: In all seinen Farben.

Details:
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: ONE
Erschienen: 25. Juni 2021

Inhalt:
In Robin Coopers Leben läuft gerade nichts, wie es sollte: Während sich alle anderen schon aufs College vorbereiten, häufen sich bei ihm die Absagen. Für Robin bricht eine Welt zusammen, als sein großer Traum von der Schauspielschule zerplatzt und er plötzlich ohne Plan für die Zukunft dasteht. Und dann ist da auch noch die Sache mit seinem Freund Connor, der sich nicht offen zu ihm bekennt. Alles ganz schön kompliziert! Doch als ihn seine Clique an seinem 18. Geburtstag in eine Drag Show schleppt, realisiert Robin, dass das Leben manchmal ganz eigene Pläne macht …

Meine Meinung:
Das Buch wird für das Alter von 14-16 Jahren empfohlen und ich finde, dass das ganz richtig ist und man sich eben diese Angabe vor dem Lesen vor Augen führen sollte. Man bekommt nämlich genau das, was man in diesem Alter gern liest: Eine wirklich schöne, berührende Geschichte über das Erwachsenwerden, die erste Liebe, Freundschaft und große Träume. Dabei ist alles so luftig-locker geschrieben, dass man ohne jegliche Probleme regelrecht durch die Seiten fliegt und man während des Lesens ein so leichtes Gefühl im Inneren bekommt, dass es eine Freude ist. Trotzdem gibt es auch viele wichtig Themen, die gleichzeitig gefühlvoll und ernst, aber eben auch mit der gewohnten Leichtigkeit behandelt werden. Meiner Meinung nach eine sehr gelungene Mischung für Jugendliche (und junggebliebene Erwachsene).

Teilweise war es mir ein wenig zu viel, ich hatte öfter den Eindruck als hätte sich der Autor manchmal nicht bremsen konnte und dann vielleicht doch etwas über das Ziel hinausgeschossen ist. Das bezieht sich auf manche Dialoge und vor allem auf die Figuren, die irgendwie schon allesamt etwas überzeichnet dargestellt sind. Das ist natürlich durchaus unterhaltsam, aber mir war es eben auf Dauer doch ein wenig zu viel des Guten.

Die Darstellung der Drag-Welt war sehr interessant, unterhaltsam und für mich völliges Neuland. Ich habe sehr gern gelesen, wie es hier zuging und wie Robin seinen Platz findet.

Insgesamt ein wirklich süßes, leichtes Buch, das trotzdem tolle Botschaften vermittelt ohne zu schwer zu werden. Gerade für Jugendliche wirklich empfehlenswert.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Nikola Hotel: Ever.

Details:
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Kyss
Erschienen: 15. Juni 2021

Inhalt:
Verletzt. Verängstigt. Verloren. So fühlt Abbi sich momentan. Sie will einfach nur nach Hause, weg aus der Reha-Klinik, wo sie nach einem schlimmen Autounfall wieder laufen lernen soll. Nur macht sie keine Fortschritte. Überhaupt keine. Abbi hat seit dem Unfall panische Angst vor Schmerzen, und die Therapie läuft dementsprechend schlecht – bis sie einen neuen Physiotherapeuten bekommt. David Rivers ist noch Student, aber mit seiner geduldigen, sanften Art dringt er zu ihr durch. Wann immer er sie berührt, verfliegt ihre Angst. Sie fühlt sich sicher. Doch das ist sie nicht. Denn David kennt ein Geheimnis, das ihre ganze Welt zerreißen könnte …

Meine Meinung:
Wie gewohnt ist auch „Ever“ einfach wundervoll geschrieben. Der Schreibstil der Autorin hat mich bisher jedes Mal begeistert, weil er sich so herrlich leicht lesen lässt, gleichzeitig aber Tiefe und echte Emotionen vermittelt. Genau das, was ich mir für einen New Adult-Roman wünsche!

Die Geschichte ist im Gesamten gesehen ebenfalls wirklich schön. Ein etwas anderes Setting mit Reha-Klinik und viel Physiotherapie, aber es war so echt geschildert, dass ich vor der Recherchearbeit der Autorin definitiv Respekt habe. Ich kenne mich in diesem Bereich leider nicht aus, doch für mich als Laie wirkt absolut alles authentisch und realistisch, was von der medizinischen Seite aus geschrieben wird – und wenn dieses Thema eine so große Rolle spielt, finde ich das wirklich wichtig.
Für mich persönlich war es so, dass dieses durchaus interessante Thema allerdings etwas zu viel Raum eingenommen hat. Die Therapie wurde schon sehr oft und sehr ausführlich genauer beschrieben. Wie gesagt, es wirkt dadurch realistisch, aber mir war es irgendwann einfach etwas zu viel von den physiotherapeutischen Szenen her bzw. von der Ausführlichkeit.

Dadurch dass der Fokus nämlich sehr stark darauf gelegt wurde, kam für mich die Liebesgeschichte ein klein wenig zu kurz. Sie war sehr schön und hat mich emotional schon erreicht, bitte nicht falsch verstehen. Aber ich hatte während des Lesens die ganze Zeit das Gefühl, dass da noch mehr kommen könnte. Dass das letzte bisschen gefehlt hat, das mich vollends mitgerissen und überzeugt hätte.

Positiv hingegen fand ich, dass der romantische Aspekt der Geschichte keine unnötigen Dramen braucht. Man hätte da durchaus das ein oder andere Drama usw einbauen können, aber die Autorin verzichtet darauf, weil das Buch das gar nicht nötig hat. Dadurch gewinnt die Liebesgeschichte in meinen Augen wieder enorm viel dazu und konnte mich tatsächlich auch überraschen. Eben weil das von mir erwartete Drama nicht eingetreten ist.
Dafür gab es aber drumherum durchaus einigen Stoff für eben jenes, sodass man auch darauf nicht verzichten muss. 😉

Ein letzter Punkt ist mir noch aufgefallen, den ich gern kurz ansprechen möchte. Zu Beginn hat man den Eindruck, Abbi liebt die Papierfirma ihres Vaters und arbeitet dort viel mit. Aber im Laufe des Buchs ist davon eigentlich kaum noch die Rede. Die Idee mit dem Origami, das David anfertigen kann, ist wirklich süß – allerdings hat sich mir dadurch, dass der Papierfirma-Erbin-Aspekt nur kurz angerissen wurde, der Eindruck aufgedrängt, dass eben dieser nur für das Origami überhaupt in die Geschichte eingaubt wurde. Da hätte ich mir irgendwie mehr gewünscht, weil es so doch ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde.

Insgesamt handelt es sich bei „Ever“ dennoch um ein wirklich gutes Buch, das durch den Sprachstil und die Emotionen defintiv punkten kann. Zwar hatte ich ein paar Kritikpunkte, aber die täuschen nicht darüber hinweg, dass sich die Geschichte als Ganzes auf hohem Niveau bewegt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Tami Fischer: A Whisper of Stars 1. Erwacht.

Details:
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Ivi
Erschienen: 1. März 2021

Inhalt:
Liv wünscht sich nichts sehnlicher, als ihrem Leben auf Hawaiki zu entfliehen. Weder sie noch ihr bester Freund Finn glauben noch an die Legenden über mythische Götter und Ahnengeister, die man sich an den rauen schwarzen Küsten seit Anbeginn erzählt. Doch als am Tag des Sternenfestes nicht nur ein Fremder auf der Insel auftaucht, sondern plötzlich uralte Kräfte zum Leben erwachen, beginnt für Liv und Finn ein Wettlauf gegen die Zeit. Eine Reise ins Ungewisse, ohne Zurück. Ein erbarmungsloser Jäger. Und eine gefährliche Liebe, die Livs Herz höher schlagen lässt als je zuvor …

Meine Meinung:
Die Idee der Geschichte hat mir richtig gut gefallen und ich war sehr neugierig darauf, mehr darüber zu lesen. Der Weltenaufbau hat mir trotz kleinerer Punkte, die ich nicht so ganz schlüssig fand, wirklich gut gefallen, denn die Ähnlichkeit der Insel Hawaiki zu Hawaii ist definitiv Programm. Man hat das Gefühl, direkt dorthin zu reisen und auch wenn ich mir mehr Beschreibungen von dem Inselsetting gewünscht hätte, hat es mir dennoch gut gefallen.

Toll fand ich auch die Progaonist*innen, weil sie teilweise wirklich größere Fehler machen und absolut nicht perfekt sind. Ich will nicht immer nur „pefekte“ und makellose Charaktere, weil das nicht authentisch ist. Im echten Leben macht jede*r von uns doch auch öfter Fehler, die Außenstehende nicht nachvollziehen können. Beispielsweise Olivias Techtelmechtel, bei dem man als Leser*in denkt: „Um Himmels Willen, warum?! Du bist doch ein kluges Mädchen, warum tust du sowas?!“ Aber genau dadurch wird sie doch menschlich. Weil Menschen nun mal oft irrational handeln. Man muss die Entscheidung nicht selbst so treffen, aber bei Freund*innen im realen Leben ergeht es uns doch genauso, oder?

Die Entwicklung der Geschichte hat mich dann etwas aus dem Konzept gebracht, weil ich mich irgendwie an das Inselsetting gewöhnt hatte, und die Atmosphäre des Buchs sich dann doch plötzlich ziemlich gewandelt hat. Da habe ich eine Zeit lang gebraucht, um wieder neu hineinzufinden, aber als ich das geschafft hatte, fand ich es doch wieder spannend. Gerade die letzten Seiten sind wirklich toll und lassen einen unglaublich mitfiebern.

Insgesamt war das Buch an manchen Stellen vielleicht etwas langatmig, was die Dynamik immer wieder ausgebremst hat. Und auch die Erklärung für das Übersinnliche fand ich nicht ganz glücklich vermittelt. Man bekommt so viel Info auf einen Schlag, das war dann doch etwas heftig und man konnte gar nicht alles auf einmal aufnehmen. Trotzdem ist die Geschichte ein wirklich gutes Fantasywerk, das mich definitiv unterhalten und mitreißen konnte.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)