Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Isabell Schmitt-Egner: Das Geheimnis von Silent Rose.

Details:
Seitenzahl: 409 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 3. Mai 2018

Inhalt:
Als die millionenschwere Erbin Nina zum High-Society-Sanatorium Silent Rose gebracht wird, stehen ihre Chancen auf ein langes Leben nicht besonders gut. Unter Adligen und It-Girls soll sie mitten im Nirgendwo zur Ruhe kommen und ihre Herzkrankheit auskurieren. Was sie tatsächlich vorfindet, ist gähnende Langeweile, und dazwischen Henry, einen echten Prinzen, dessen Lebensenergie zu ihrem Lichtblick wird. Doch dann erschüttert ein tödlicher Unfall das Sanatorium und stellt alles an diesem Ort schlagartig infrage. Was verbirgt Silent Rose? Und warum ist Nina wirklich hier?

Meine Meinung:
Das Buch entspricht nicht meinem üblichen Lesestoff und während des Lesens habe ich auch wieder gemerkt weshalb. Mord und Krankheit sind einfach Themen, die ich nicht mag und über die ich ehrlich gesagt auch nicht lesen möchte. Ich habe das Buch für die Carlsen- und Impresschallenge gelesen, ansonsten hätte ich es definitiv nicht zur Hand genommen. Trotzdem versuche ich Im Folgenden eine möglichst neutrale Rezensionen zu verfassen, unabhängig davon, dass das Genre nicht meins ist – denn dafür kann die Autorin ja nichts.

Positiv finde ich den Schreibstil, der sich gut lesen lässt. Und auch die unerwarteten Wendungen waren wirklich gut gemacht. Die Auflösung am Ende war spannend und ich hatte das nicht kommen sehen. Sie war sogar vielschichtiger als anfangs gedacht. Allerdings war das Ganze in der Theorie irgendwie aufregender als in der Praxis, da ich die Umsetzung nicht so wirklich mitreißend gelungen fand. Die Geschichte hat einige Längen, es liest sich manchmal doch etwas zäh und der Fokus ist meiner Ansicht nach teilweise auf die falschen Dingen gelegt.

Auch ein paar Logikfehler haben sich meiner Meinung nach enigeschlichen, da ich beispielsweise nicht verstehe, weshalb Nina ohne zu hinterfragen ihre Tabletten nimmt und sich irgendwie gar nicht mit ihrer Krankheit richtig auseinandersetzt.

Leider finde ich auch die Figuren nicht ganz so gelungen, da ich keine Verbindung zu ihnen aufbauen konnte. Sie bleiben eher distanziert und ich hatte nie das Gefühl, sie zu kennen. Das hat leider verhindert, dass ich richtig in die Geschichte reinkam.

Insgesamt ein ganz nettes Buch für Thrillerfans, auch wenn es vermutlich bessere nicht gibt, bei denen auch die Figuren überzeugen können.


Todd Strasser: Blood on my hands.

Details:
Seitenzahl: 267 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen: 22. Februar 2011

Inhalt:
Ich kauere vor Katherine, die hinter dem dunklen Wäldchen auf der Erde liegt. Ihr Körper ist warm, aber ihr Herz schlägt nicht mehr. Sie ist tot. Katherine, die meine Freundein war … und auch meine Feindin.
Durch die Äste der Bäume fällt fahles Mondlicht, das die klaffenden Schnittwunden an Katherines Hals und Brust aufleuchten lässt. Neben mir im Laub glitzert etwas schwach in der Dunkelheit. Ein Messer.
Schritte nähern sich durchs Unterholz. Es kommen Menschen auf mich zu, ihre Schatten fallen über mich.
„Du hast sie umgebracht!“
Was? Die Worte treffen mich wie ein plötzlicher Schlag in den Unterleib.

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich gestehen: Thriller sind nicht meins. Ich habe das Buch für die Carlsen Challenge gelesen und obwohl das nicht mein Genre ist, war ich im Endeffekt positiv überrascht von der Geschichte. Ich werde wohl sobald keinen Thriller mehr lesen, wenn es sich vermeiden lässt, aber es war weniger furchtbar wie gedacht. 😅

Die Handlung war sehr spannend, da man Callie dabei begleitet einen Mordfall aufzuklären, bei dem es zunächst eindeutig scheint, dass sie ihn begangen hat. Man tappt als Leser ebenfalls im Dunkeln, wer den Mord begangen haben könnte und immer wieder tauchen neue Verdächtige auf, die alle ein Motiv zu haben schienen. Wirklich aufregend und mitreißend. Man fiebert bis zum Ende mit und ist wahnsinnig gespannt auf die Auflösung.

Es war interessant, abwechselnd die Gegenwart nach dem Mord und die Vergangenheit erzählt zu bekommen, da man so die Motive und Figuren selbst viel besser kennenlernt. Man bekommt durch die Einblicke in die Vergangenheit immer wieder neue Verdächtige und es wird so natürlich noch spannender.

Das Ende ist passend für das Buch und ich hätte es so nicht erwartet.
Wer also gern Thriller für Jugendliche liest (oder Fan der Serie „Pretty Little liars“ ist), sollte hier sehr gut unterhalten werden.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Sarah Sprinz: What if we stay.

Details:
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. Februar 2021

Inhalt:
Amber Gills hat alles verloren: ihren Studienplatz, den Respekt ihrer Eltern und sämtliche Hoffnung, jemals genug zu sein. Nur durch die Beziehungen ihres Vaters erhält sie die Chance, ihren Abschluss zu retten. Als sie sich im Gegenzug im Architekturbüro ihrer Eltern beweisen soll, bietet Emmett ihr seine Hilfe an. Er ist engagiert, zuvorkommend, ein Vorzeigestudent – und damit das exakte Gegenteil von Amber. Dass ihr Herz in seiner Gegenwart schneller klopft, kann Amber dennoch nicht verhindern. Was sie nicht ahnt: Mit dem gemeinsamen Projekt setzt sie nicht nur Emmetts Vertrauen aufs Spiel …

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich eine ganze Weile gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzukommen. Sie hat mich anfangs nicht wirklich mitreißen können und ich habe mehr Zeit dammit verbracht, darüber nachzudenken, weshalb das so ist, als mit dem tatsächlichen Lesen. Dann wurde es mir klar: Amber, die Protagonistin, ist der Grund dafür. Weil sie ein „Bad Girl“ ist, weil sie unfreundlich ist, manchmal gemein und viele Dinge tut, von denen man ihr eigentlich abraten sollte.
Warum stört mich das? Das habe ich mich immer wieder gefragt. Und ich habe erkannt, dass ich so sehr an das typische Muster gewöhnt bin, dass mich ein Bruch mit diesem erstmal irritiert. Mit typischem Muster meine ich eine freundliche Protagonistin, die zwar kleinere Ecken und Kanten hat, aber eben so gut wie nie ein Bad Girl ist.
Warum sollen Frauen und Mädchen eigentlich immer lieb und brav sein? Dass das ein Problem in den patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft ist, ist mir schon länger klar, aber durch „What if we stay“ habe ich zum ersten Mal so richtig verstanden, wie tief dieses Frauenbild sogar in mir verankert ist, obwohl ich versuche, mich damit auseinanderzusetzen. Das war erschreckend, um ehrlich zu sein. Aber wir entwickeln uns eben nur weiter, wenn wir uns mit Dingen beschäftigen, die unangenehm sind und uns zeigen, wo wir noch an uns arbeiten dürfen. Dafür möchte ich der Autorin auf jeden Fall schon einmal danken, denn einen solchen „Aha“-Moment, was das persönliche Wachstum angeht, habe ich während des Lesens von Romanen nicht oft.

Als ich mir klar darüber wurde, was mein anfängliches Problem mit dem Buch war, habe ich Amber mit neuen Augen gesehen und sie akzeptiert wie sie ist. Ich habe angefangen ihre inneren Prozesse unglaublich gern mitzuverfolgen, ihr bei ihrer Entwicklung zuzusehen war mit einem Mal spannend und mitreißend.

Auch Emmet mochte ich sehr sehr gern, er ist einfach ein unglaublich toller Mann. So liebevoll, klug und fürsorglich. Aber auch er ist nicht perfekt, was ihn nur umso sympathischer macht.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen, hat mich zum Nachdenken gebracht und sehr gut unterhalten. Ein toller New Adult-Roman, der vor allem mit einer Protagonistin glänzen kann, die man so nicht oft bekommt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Carolin Brinkmann: Clans of Tokito 1. Lotus und Tiger.

Details:
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: dtv
Erschienen: 19. Februar 2021

Inhalt:
In der Megastadt Tokito herrscht das Gesetz der Clans. Nur wer für einen der sechs Clanfürsten arbeitet, hat die Chance zu überleben. Die rebellische Erin hat ihren Job beim Lotusclan verloren und ist nun schutzlos. Als sie auf der Straße verschleppt wird, lässt sie sich auf einen Deal mit einem Dämon ein, um ihr Leben zu retten. Der Dämon verleiht ihr übernatürliche Kraft, versucht aber auch, die Kontrolle über Erin zu erlangen. Als eine Mordserie Tokito erschüttert und Erins beste Freundin Ryanne verschwindet, setzt Erin alles daran, den Mörder zu finden. Aber ist es wirklich bloß ein Wahnsinniger, den sie jagt? Oder ist sie einer gefährlichen Verschwörung auf der Spur? Und was für ein Spiel bei all dem spielt ihr Dämon?

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an spürt man die Atmosphäre, die das Buch ausmacht. Die Düsternis, Brutalität und Härte, die Tokito prägt. Und diese Stimmung – die sich komplett durchzieht – erzeugt eine so unfassbare Spannung, dass es fast unmöglich wird, mit dem Lesen aufzuhören. Alles ist so unberechenbar, überraschend, voll mit plötzlichen Wendungen, die man so meistens nicht erwartet hat. Keine Figur ist sicher, jede könnte jederzeit sterben. Meine Güte, das war wirklich unglaublich mitreißend!

Dazu muss ich sagen, dass ich sehr empfindlich bin und keine Thriller oder blutigen Romane lese und der Grad an Brutalität, der hier beschrieben wird, für mich jedoch tragbar war.

Richtig spannend und vielseitig wurde das Buch auch, weil wir die Geschichten von verschiedenen Figuren miterleben, die völlig unterschiedliche Schicksale haben, aber dennoch immer wieder aufeinandertreffen und miteinander verbunden sind. Das ist für diesen Roman genau das richtige gewesen meiner Meinung nach, weil man die Welt von Tokito auf diese Weise von vielen Seiten kennenlernt und sich ein umfassenderes Gesamtbild zusammensetzen kann. Noch dazu gibt es so kaum eine Seite, die nicht unglaublich spannend war.

Highlight war für mich auch der Distelkönig, der mit seinen Kommentaren für eine Portion schwarzen Humor sorgt, der dem Buch noch das Tüpfelchen auf dem i verleiht.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass „Clans of Tokito“ von Anfang bis Ende brilliert mit Spannung, Atmosphäre und genialem Setting. Große Empfehlung für alle Fantasyfans, die es ein wenig düster mögen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Nicole Böhm: One last dance.

Details:
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: mtb
Erschienen: 26. Januar 2021

Inhalt:
Gillian wollte schon immer nur eines: Tänzerin werden. Doch nun vertritt sie ihren kranken Vater als Rektorin der renommierten New York Music & Stage Academy. Ihr Leben scheint vorgezeichnet, für große Träume gibt es darin keinen Platz mehr. Dann läuft ihr eines Tages Jaz über den Weg – ein junger Streetdancer, bettelarm, aber mit unglaublichem Talent – und sie erkennt, dass es nie zu spät ist, für seine Träume zu kämpfen.

Meine Meinung:
Manchmal ist es seltsam. Es gibt manchmal Bücher, die eigentlich alles haben: toller Schreibstil, tolle Protagonisten, klasse Setting und schöne Handlung. Und trotzdem können solche Bücher manchmal trotzdem nicht überzeugen.

Bei „One last dance“ handelt es sich for mich leider um genau so ein Buch. Die Autorin kann wundervoll schreiben, an der Handlung gibt es an sich nichts auszusetzen und man hat das Gefühl, sich tatsächlich in New York zu befinden. Trotzdem hatte ich leider nicht wirklich viel Freude dabei, diese Geschichte zu lesen. Es hat sich für meinen Geschmack alles sehr gezogen, gerade am Anfang war alles für mich recht zäh und ich hatte Mühe weiterzulesen. Gillians Probleme mit dem Umbau beispielsweise waren durchaus interessant, aber solchen Dingen wurde so viel Raum gegeben, dass mir die zwischenmenschlichen Beziehungen – vor allem zwischen Gillian und Jaz – über lange Strecken zu kurz gekommen sind.

Die vielen positiven Rezensionen zeigen, dass das jedoch eine sehr subjektive Wahrnehmung ist und es anscheinend den allermeisten anders geht als mir. Mich konnte das Buch nicht so recht fesseln, aber es ist schön, wenn so viele es lieben. Geschmäcker sind eben verschieden und das ist ja auch gut so.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Sophie Fawn: Throw in your heart.

Details:
Seitenzahl: 279 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 7. Januar 2021

Inhalt:
Leonie glaubt zunächst an einen schlechten Scherz. Ihre Ma verkündet ihr, dass ausgerechnet Yannik, den sie schon als Kind nicht leiden konnte, in den letzten Monaten bis zum Abitur bei ihr wohnen soll. Und das nur, weil seine Mutter umzieht und er sein Handballteam um keinen Preis im Stich lassen will. Dass Leonie dafür ihr geliebtes Hobbyzimmer räumen muss und der Sportler keineswegs in ihre Welt aus Büchern, Blog und Zeichnen passt, scheint dabei keinen zu interessieren. Wenn sie sich da mal nicht täuscht. Denn auf dem zweiten Blick entspricht der attraktive Handballer so gar nicht dem Klischee vom Frauenheld und Partykönig.

Meine Meinung:
Zuerst müssen wir an dieser Stelle einfach über Yannik sprechen. Ich meine, ganz im Ernst – er ist wohl so ziemlich der absolute Traummann. Er ist unfassbar liebevoll, fürsorglich, hört zu, interessiert sich wirklich von Herzen für andere und dabei ist er aber auch stark und taff. Die perfekte Mischung, oder? Er hat in diesem Buch auf jeden Fall geglänzt und konnte auf ganzer Linie überzeugen.
Auch Leonie ist eine tolle Protagonistin. Sie ist voller Selbstzweifel und Vorurteilen gegenüber Yannik, was man ihr aber nicht verdenken kann. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich weiter, man nimmt an ihrem inneren Prozess teil und merkt, wie sie immer mehr zu sich selbst findet. Das ist toll zu beobachten und hat Freude gemacht es zu lesen.

Die Themen Handball, sowie Bücher und ein Buchblog werden ebenfalls behandelt, was ich sehr interessant finde. Denn wenn ich mit letzterem durchaus so einiges anfangen kann, war mir das Thema Handball neu und ich hatte ein wenig Sorge, dass es zu präsent sein könnte. Aber die Autorin findet hier einen perfekten Weg, um Handball mehr als interessant und mitreißend darzustellen und es nicht zu viel Raum einnehmen zu lassen. Es war tatsächlich die perfekte Dosis und ich finde es schön, dass man hier noch einiges lernen konnte.

Die Beziehung der beiden Protgonisten zueinander entwickelt sich langsam, was sich wahnsinnig authentisch angefühlt hat. Sie nähern sich an, es gibt wieder Rückschritte und so weiter. Hier gibt es keine Liebe auf den ersten Blick, was ich erfrischend und echt finde. Es ist wie eine Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen, weshalb es auch so schön war, diese zu verfolgen.

Insgesamt handelt es sich bei „Throw in your heart“ um eine süße Geschichte, die vor allem mit dem männlichen Protagonisten und der perfekt eingeflochtenen Handball-Thematik punkten kann. Ein wirklich schön geschriebenes Buch, das Young Adult-Fans lieben werden.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Jennifer Benkau: One True Queen 1. Von Sternen gekrönt.

Details:
Seitenzahl:
Verlag: Ravensburger
Erschienen: 21. August 2019

Inhalt:
Dunkelheit. Das Gefühl, zu fallen. Und dann: nichts.
Eben noch stand Mailin in ihrer irischen Heimatstadt, plötzlich wacht sie in einer anderen Welt auf. Hier, im Königreich Lyaskye, trachtet ihr alles und jeder nach dem Leben – nur nicht der mysteriöse Fremde, der Mailin aus einer tödlichen Falle rettet. Der so gefährlich wirkt und sie dennoch beschützt. Und der ihr nicht verrät, wer er in Wahrheit ist. Erst, als er sie zum Königshof bringt, erkennt Mailin, dass sie aus einem ganz bestimmten Grund in Lyaskye ist: Sie soll Königin werden. Und das ist in dieser Welt ein Todesurteil.

Meine Meinung:
Jennifer Benkau zeichnet ein ganz besonderer Sprachstil aus. Einer, bei dem jedes Wort beinahe poetisch wirkt, bedeutsam, gewichtig und vielschichtig. Als wäre jedes Wort ein kostbares Kleinod, das sie zu Papier gebracht hat. Gleichzeitig liest es sich aber so wunderschön leicht, flüssig und mitreißend, dass man ohne jegliches Problem komplett in die hier erschaffene Geschichte eintauchen kann. Bücher dieser Autorin sind wirklich Kunst und etwas ganz Besonderes.

Die Handlung war dazu noch nervenzerreißend spannend, überraschend und meistens nicht vorhersehbar. Dieses Buch kann man gar nicht weglegen, selbst wenn man es wollte. Man muss einfach weiterlesen, muss Antworten auf die unzähligen Fragen finden, die hier aufkommen.

Nur die Tatsache, dass ich immer das Gefühl hatte, eine Art unüberbrückbare Distanz zu Mailin zu spüren und ihr als Protagonistin nie so ganz nahe zu kommen, trübt das ansonsten perfekte Bild des Buchs. Die zwischenmenschlichen Beziehungen wirken ebenfalls ein wenig distanziert, sodass sie mich emotional manchmal nicht erreichen konnten.

Zusammenfassend handelt es sich hier aber um ein grandioses Fantasywerk, das mit dem einzigartigen und herausragenden Erzählstil und der gut durchdachten und vielschichten Geschichte – trotz kleinerer Kritik auf hohem Niveau – auf ganzer Länge punkten kann.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Vi Keeland, Penelope Ward: The Story of a Love Song.

Details:
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. März 2021

Inhalt:
Griffin und Luca waren Brieffreunde, doch nach einem schrecklichen Ereignis bricht Luca den Kontakt ab. Seither meidet sie Menschenmengen und hat sich zurückgezogen. Als sie Jahre später ein Brief von Griffin erreicht, gibt Luca sich einen Ruck, und sie knüpfen da an, wo sie als Teenager aufgehört haben: Sie schreiben sich, vertrauen sich alles an. Aber jetzt will Luca mehr, sie will Griffin endlich auch persönlich kennenlernen und überwindet ihre größte Angst. Luca macht sich auf den Weg nach Kalifornien, um ihn aufzusuchen. Was sie nicht weiß: Griffin ist der Sänger einer der bekanntesten Bands der Welt …

Meine Meinung:
Die Idee der Brieffreundschaft, die sich zu mehr entwickelt, ohne dass die beiden Beteiligten wirklich wissen, was der bzw. die andere im wahren Leben macht, fand ich sehr interessant und spannend. Und auch die Umsetzung hat mir gerade anfangs unglaublich gut gefallen. Die Briefe waren so unterhaltsam, aber auch wie die beiden Protagonisten mit ihnen umgehen und mit den Gefühlen zueinander, war einfach herrlich zu beobachten und mitzuverfolgen. Dabei geht es thematisch auch in die Tiefe, es ist nicht nur oberflächliches Geplänkel, sondern sowohl Luca als auch Griffin müssen die Dämonen ihrer Vergangenheit besiegen oder zumindest dagegen ankämpfen. Dadurch bekommt die ganze Geschichte eine schöne Dimension, die über eine seichte Liebesgeschichte hinausgeht meiner Meinung nach.

Vor allem Lucas Phobie trägt dazu einen wesentlichen Teil bei und es ist sehr interessant mitzuverfolgen, wie sie Fortschritte, aber auch Rückschritte macht. Teilweise hat ihre Diagnose allerdings nicht so ganz zu ihrem Verhalten gepasst, als hätte man es ein wenig so gebogen, dass die Handlung gut funktioniert, ungeachtet von Lucas Herausforderungen.

Ein anderer Punkt, der mir nicht so ganz gefällt, ist die Richtung, die die Briefe der beiden sehr schnell nimmt. Von unschuldigen Unterhaltungen zu sehr sexualisiertem Inhalt in wirklich kurzer Zeit. Ich war ein wenig überrumpelt, wie schnell sich das gewandelt hat und kann das nicht so ganz nachvollziehen, weil es für mich nicht so richtig zu dem Bild passt, das von Luca und Griffin bzw. ihrer Brieffreundschaft gezeichnet wurde.

Nichtsdestotrotz kann das Buch durch seinen wundervoll einnehmenden Sprachstil, der einen regelrecht ans Buch fesselt, sowie durch die wunderschöne und außergewöhnliche Liebesgeschichte von Luca und Griffin sehr überzeugen und mitreißen. Es hat so viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich war traurig, als es zu Ende war. Wenn das kein gutes Zeichen für einen Roman ist, dann weiß ich ja auch nicht. 😉

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Lyla Payne: Trust my Heart. Golden Campus 1.

Details:
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Ravensburger
Erschienen: 30. April 2021

Inhalt:
No Love without Trust.
Auf der Golden Isles Academy kennt jeder die attraktiven Zwillinge Felix und Noah James – die reichen Erben, die seit dem tödlichen Unfall ihrer Eltern noch unnahbarer geworden sind. May scheint die Einzige zu sein, die keinerlei Interesse an den beiden hat. Doch als Felix ihr einen Job als Nanny seiner kleinen Schwester anbietet, muss May sich eingestehen, dass sie Geld braucht. Im herrschaftlichen Haus der James-Brüder lernt sie eine ganz andere Seite an Felix kennen: die des fürsorglichen Bruders, der darum kämpft, das Sorgerecht für seine kleine Schwester zu behalten. Und die eines Jungen, der ihr Herz zum Rasen bringt. Wider Willen lässt May ihre Schutzmauern fallen, obwohl sie weiß, dass sie schlimmer verletzt werden könnte als je zuvor.

Meine Meinung:
Ich hatet etwas anderes von dem Buch erwartet, nachdem ich den Klappentext gelesen habe. Ich hatte eher mit einer Geschichte gerechnet, in der Felix ein richtiger Bad Boy ist und seine fürsorgliche Seite nur sehr widerwillig zeigt. In der er May das Leben schwer macht usw. Aber ich wurde sehr positiv überrascht, denn die Handlung ist viel schöner und besser als ich gedacht hätte. Sie hat mehr Tiefe, beleuchtet einige Aspekte, die die Figuren zu dem machen, was sie sind und gibt der/m Leser*in zu denken. Dadurch wirken die Figuren auch sehr nahbar, verletzlich und echt.

Toll war dahingehend auch, dass die Kapitel aus den Perspektiven von beiden Protagonisten abwechselnd geschrieben sind, denn so kann man Felix von Anfang als den kennenlernen, der er eigentlich ist. Das bringt ihn sofort näher als Person und man kann sich noch viel besser auf die Geschichte einlassen.
Die Figuren machen Fehler, sind alles andere als perfekt – und auch das ist ein Aspekt, der sie so authentisch wirken und einen als Leser*in mitfiebern lässt. Es wirkt alles aus dem Leben gegriffen, was die Schicksalsschläge noch trauriger macht und die schönen Ereignisse dafür umso intensiver.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich toll, man fliegt geradezu durch die Seiten und es wird niemals langatmig. Von der ersten bis zur letzten Seite bekommt man hier wunderbare Unterhaltung, sowohl witzig, als auch traurig, romantisch ebenso wie ernst. Eigentlich alles, was man sich für einen Young Adult-Roman erhofft.

Nach dem Lesen von Band 1 (der in sich abgeschlossen ist), bin ich nun umso gespannter auf den zweiten Teil der Reihe, da ich sehr neugierig auf Noah, Felix Zwillingsbruder, bin. Er wirkt in diesem Roman sehr verschlossen und mysteriös, man spürt, dass etwas hinter seiner Fassade lauert – und möchte unbedingt so schnell wie möglich herausfinden, was das sein könnte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man mit dem ersten Band der „Golden Campus“-Reihe nichts falsch machen kann, wenn man mitreißende, emotionale und toll geschriebene Young Adult-Geschichten mag. Ein wirklich tolles Leseerlebnis.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Emma S. Rose: Star meets Girl.

Details:
Seitenzahl: 390 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 15. April 2021

Inhalt:
Seit sie denken kann, lebt die achtzehnjährige Nele auf der kleinen Nordseeinsel Nütjeoog, wo jeder jeden kennt und kein Geheimnis sicher zu sein scheint. Noch nicht bereit, fürs Studium die Vertrautheit ihrer Heimat zu verlassen, genießt sie als Aushilfe im Laden ihrer Tante die idyllische Abgeschiedenheit. Doch als plötzlich ein Fremder auf der Insel auftaucht, gerät Neles Leben aus den Fugen: Der wortkarge junge Mann strahlt eine Anziehungskraft aus, der sie sich einfach nicht entziehen kann. Unbeirrt von seinem verschlossenen Verhalten, versucht Nele hinter seine Fassade zu blicken – bis ein gemeinsamer Ausflug aufs Festland mit einer Horde kreischender Fans endet. Denn Jasper Kaiser ist zufällig Hauptdarsteller einer bekannten Telenovela und damit ein Star …

Meine Meinung:
Besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch die tolle Nordsee-Atmosphäre, die die Autorin mit Worten geschaffen hat. Man fühlt sich tatsächlich an den Strand der kleinen Insel Nütejoog versetzt, meint die salzige Meerluft und den kalten Wind zu spüren und das Rauschen des Meeres zu hören. Die raue Schönheit der Nordsee wird hier so glaubhaft und authentisch wiedergegeben, dass es ein bisschen wie Urlaub ist, dieses Buch zu lesen.
Auch der Zusammenhalt und das Leben auf der kleinen Insel werden einfach zauberhaft geschildert und man fühlt sich gleich wohl. Das Setting und die Stimmung sind der Autorin wirklich ganz toll gelungen.

Auch die Figuren finde ich sympathisch, interessant und es war schön, Nele eine Weile folgen zu dürfen. Hätte man durch den Titel und den Klappentext nicht schon gewusst, wer Jasper in Wirklichkeit ist, hätte man als Leser*in wohl noch eine Weile rätseln können, was sein Geheimnis ist, so war es von Anfang an klar – ein bisschen schade wie ich fand. Die Anziehung und die Sympathie zwischen den beiden war jedenfalls wieder klasse beschrieben und ein weiterer Pluspunkt ist ganz klar, dass es keine kitschige Liebe auf den ersten Blick ist, sondern sich Gefühle langsam entwickeln (Anziehung auf den ersten Blick ist was anderes).

Insgesamt hat mich das Buch wirklich gut unterhalten und wer auf der Suche nach einer schönen, leichten Liebesgeschichte ist, der wird hier definitiv fündig. Dazu noch ein bisschen an die schöne und wilde Nordsee reisen – wirklich toll!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)