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Gail Honeyman: Ich, Eleanor Oliphant.

Ich, Eleanor Oliphant

Details:
Seitenzahl: 529 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 24. April 2017

Inhalt:
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.

Meine Meinung:
Was sich auf jeden Fall festhalten lässt: Dieses Buch ist so ganz anders als alles, das ich bisher gelesen habe. Und das ist definitiv positiv gemeint.

Die Figur von Eleanor ist eine sehr untypische Protagonistin, aber trotzdem – oder gerade deshalb? – mag ich sie sehr gern. Sie ist oft schroff, kann überheblich wirken und ist völlig weltfremd. Was sich auf den ersten Blick eher abschreckend anhört, war einfach nur unfassbar berührend. Denn wir lernen ihr alles andere als leichtes Schicksal kennen und erfahren nach und nach, was Eleanor zu der hat werden lassen, die sie jetzt ist.
Dabei kommen sehr ernste und tiefgründige Themen zum Vorschein, die sehr interessant und emotional sind.
Das Thema der völligen Isolation, der absoluten Einsamkeit und einem Leben ohne Liebe haben mich berührt und einen Denkanstoß gegeben.

Gerade diese Tiefenpsychologie hat „Ich, Eleanor Oliphant“ zu einem wirklich sehr außergewöhnlichen Erlebnis gemacht, das zum Nachdenken und Mitfühlen anregt. Es sticht aus der Masse heraus und bleibt im Gedächtnis. Und trotz des schweren und ernsten Themas lässt sich die Geschichte sehr leicht und locker lesen. Eine höchst interessante Mischung, die den Roman nur noch spannender macht.

Auch die Liebesgeschichte ist hier alles andere als normal. Eleanors Obsession – ja, man kann es wirklich so nennen – für einen Mann, mit dem sie noch nicht einmal ein Wort gewechselt hat, klingt vielleicht erst einmal unlogisch. Aber ganz ehrlich, ich kann es nachvollziehen. Ich kann diese Besessenheit für einen völlig Unbekannten verstehen, weil ich das Gefühl hatte, Eleanor verstehen zu lernen. Sie liebt nicht den Mann, sondern einfach nur die Vorstellung von ihm, die sie in ihrem Kopf zusammenfantasiert hat.

Leider zieht sich das Buch aber schon sehr. Etwas weniger Seiten hätten vielleicht ganz gut getan … Denn so ist es vor allem die erste Hälfte, in der die Dinge extremst langsam vorwärts gehen oder sich auch gar nicht wirklich weiterentwickeln. Das war schade, da die Geschichte trotz aller positiver Aspekte auf diese Weise leider stellenweise etwas langweilig wurde.

Fazit:
Ein völlig anderes Buch voller Tiefe und Themen, die zum Nachdenken anregen und berühren. Eine Protagonistin, die gerade durch ihre Eigenarten besticht, tut ihr Übriges, um die Geschichte von der Masse abzuheben. Ein paar Seiten weniger wären angenehmer zu lesen gewesen, doch insgesamt konnte mich „Ich, Eleanor Oliphant“ durchaus überzeugen. 7 lila Punkte


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