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Nicole Gozdek: Die Magie der Lügen.

Magie der Lüge

Details:
Seitenzahl: 334 Seiten
Verlag: Ivi
Erschienen: 1. September 2017

Inhalt:
Anderta Passario führt ein Doppelleben. Tagsüber ist sie eine harmlose Wahrsagerin, nachts eine gerissene Diebin. Sie ist glücklich. Doch eines Tages verändert ein Zauber die Wirklichkeit und Anderta scheint die Einzige zu sein, die sich an ihre Vergangenheit erinnert. War ihr ganzes Leben nur eine Lüge? Anderta ist wild entschlossen, ihr altes Leben mit allen Mitteln von dem schuldigen Magier zurückzufordern: Tirasan Passario. Dieser ahnt zwar nichts von Andertas Plänen, aber auch ihn schmerzt der Verlust seiner Vergangenheit. Gerade die Beziehung zu seinem Freund Rustan ist komplizierter denn je, denn Tirasan weiß genau, was dieser heimlich für ihn empfindet – nur hat Rustan sein Liebesgeständnis von einst vergessen. Dabei war Tir ihm noch eine Antwort schuldig! Doch sowohl Anderta als auch Tirasan müssen feststellen, dass es nichts bringt, der Vergangenheit nachzutrauern, wenn man die Gefahren der Gegenwart nicht erkennt.

Meine Meinung:
Sprache:
Geschrieben ist das Buch auch richtig gut. Anschaulich, flüssig und super zu lesen. Obwohl man sich gerade anfangs (und trotz Dynastienübersicht am Ende des Romans) etwas erschlagen fühlt durch die vielen, vielen Namen, die auf einen einprasseln.
Grundsätzlich lässt sich die Geschichte aber toll lesen.

Figuren:
An sich ist jede Figur super. Sie alle sind verschieden, es gibt auch Nebencharaktere, die eine größere Rolle spielen und man spürt den Grundgedanken des Charakters einer jeden Person.
Jetzt kommt allerdings das große ABER. Denn ich hatte nicht das Gefühl, dass es hier in die Tiefe geht. Die Figuren werden grob angerissen, aber so wirklich Tiefgang entwickeln sie leider nie. Man bekommt beispielsweise von Anderta Passario, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, nie wirklich Emotionen oder richtig Gefühle mit.
Das fand ich sehr schade, da dem Buch dadurch leider in meinem Augen etwas fehlt. Ärgerlich ist das vor allen Dingen, weil die Charaktere wie gesagt durchaus Potenzial haben, um vielschichtiger und plastischer zu werden. So konnte ich leider keine Verbindung zu den Figuren aufbauen.

Handlung:
Ich bin immer noch ganz begeistert von der großartigen Idee, die hinter diesem Roman steckt. Wie auch schon im Vorgängerbuch (Die Magie der Namen), das man besser kennen sollte, um hier alles begreifen zu können, finde ich die komplexe Welt aus Dynastien und Namen ganz besonders und spannend. Man merkt, dass hier richtig Mühe dahinter steckt, da wir es nicht nur mit einem oberflächlichen Weltenentwurf zu tun haben, sondern alles durchdacht wirkt.
Ich liebe jedenfalls den Grundgedanken der Reihe.

Aber auch hier hatte ich ein bisschen das Problem, das mich auch schon bei den Figuren begleitet hat. Die Handlung wurde ebenfalls nur oberflächlich angerissen und auch wenn sie wunderbar durchdacht und spannend gestaltet wurde, hat sich trotzdem nie zu 100 Prozent die gewollte Spannung eingestellt. Kaum kam eine überraschende Wendung, wurde sie schon wieder gelöst. Man hat als Leser oftmals gar nicht die Zeit bekommen, sich richtig auf die jeweilige Situation einzustellen und vor Schock zu erstarren und so weiter.

Fazit:
Ein gut geschriebenes Buch mit toller Idee dahinter. Leider blieben Figuren und Handlung insgesamt aber recht oberflächlich beschrieben, wodurch man keine wirkliche Verbindung zur Geschichte aufbauen konnte. Da mir das Lesen aber trotz allem Freude gemacht hat, gebe ich gerade noch so 7 lila Punkte.


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