Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

A. J. Steiger: Jeder von uns ist ein Rätsel.

Details:
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen: 1. November 2018

Inhalt:
Andere Menschen zu verstehen ist für Alvie eine Herausforderung. Ihr Lieblingsbuch ist die Kaninchensaga »Unten am Fluss« und richtig wohl fühlt sie sich nur in ihrem Job im Zoo, bei den Tieren. Doch als sie Stanley kennenlernt, ist alles anders: Er interessiert sich nicht nur für Quantenphysik wie sie, sondern ist auch unendlich geduldig. Aber auch Stanley fällt es schwer, sich zu öffnen. Und es ist ein langer, zum Teil sehr komischer, manchmal trauriger und wunderschöner Weg, der sie am Ende zusammenbringt – zu so etwas Ähnlichem wie Glück.

Meine Meinung:
Das Thema des Buchs hat mich einfach sofort angesprochen und ich fand es mehr als interessant für kurze Zeit in die Gedanken eines Mädchens mit Asperger-Syndrom einzutauchen. Einfach einmal zu erleben wie sie auch fühlt, warum sie für Außenstehende vielleicht fremdartig wirkt, obwohl ihr Verhalten eigentlich gute Gründe hat.

Zugegebenermaßen war die Handlung hier schon ziemlich überspitzt dargestellt und für meinen Geschmack gab es viel zu viel Drama außenrum, das nicht nötig gewesen wäre. Die Familiengeschichten von Alvie und Stanley waren mir persönlich einfach etwas toi much. Ich hätte viel lieber noch mehr aus dem echten Leben von Alvie erfahren, wie sie in der Normalität des Alltags mit ihrem Autismus umgeht und zurechtkommt. Oder eben noch mehr über sie und Stanley.

Es ist allerdings grandios wie der Leser gezeigt bekommt, was Menschen, die nicht unbedingt in die gesellschaftlichen Normen passen, erleiden und durchmachen müssen. Wie viel in einem Menschen kaputt gehen kann, wenn er sein Leben lang das Gefühl bekommt „falsch“ zu sein, obwohl er nur anders denkt. Wie versucht wird die Persönlichkeit mit Medikamenten zu unterdrücken – wo mir wirklich beim Lesen übel geworden ist, weil ich es so schlimm finde.

Ich halte es für wichtig, dass möglichst viele diese Geschichte lesen, um für das Thema Autismus und Andersartigkeit sensibilisiert zu werden. Um zum Nachdenken gebracht zu werden. Und um zu verstehen, dass wir alle einfach nur Menschen sind, gleichgültig welchen Stempel uns irgendwer aufdrücken möchte.

Fazit:
Ein wirklich tolles und wichtiges Thema, über das es viel mehr Romane geben sollte, um die Menschen zu sensibilisieren. Die Umsetzung hätte ich mir ein wenig anders gewünscht, aber trotzdem empfehle ich es jedem zu lesen. 9 lila Punkte

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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