Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Über das Abbrechen von Büchern

Das Abbrechen von Büchern ist so eine Sache. Manche tun es, manche würden das niemals tun.
Auf meiner Facebookseite habe ich eine Umfrage gestartet und freue mich, dass so viele von euch mitgemacht haben. Das Ergebnis ist eigentlich schon so, wie ich es erwartet habe: 74% von euch brechen Bücher ab, während 26% das nicht tun.

Ich persönlich gehöre auch zu der Fraktion, die Bücher abbricht, sobald sie mich nicht überzeugen. Ich erkenne die Mühe eines Autors durchaus an, denn in jedem Buch steckt viel Arbeit, Zeit und vor allem Liebe. Aber da ich auch selbst Romane schreibe, kann ich aus meiner Sicht nur sagen: Mir ist es wirklich lieber, jemand bricht mein Buch ab als sich durchzuquälen. Ich will nicht, dass meine Geschichten für jemand anderen zur Qual werden, dass jemand sie hasst oder nur noch Negatives damit verbindet. Denn das ist wesentlich schlimmer als ein Buch abzubrechen, wenn es einen schlicht und ergreifend nicht anspricht.

Wie viele von euch auf meine Umfrage hin geantwortet haben, sehe auch ich es so, dass es einfach zu viele gute Bücher gibt, um vielleicht ganze Tage mit einem zu verbringen, das nicht überzeugen kann. Wozu soll ich mich über Stunden hinweg mit etwas befassen, das ich nicht mag? Lesen ist immer noch mein Hobby. Keine Verpflichtung, kein Muss, sondern ein Darf. Warum sollte man sich bei seinem Hobby quälen und zu etwas zwingen? In unserem Leben gibt es glaube ich genug Dinge, die man tun muss, da sollten wir doch nicht auch noch in unserer Freizeit anfangen. Lesen und Bücher sollen Freude machen, nicht zur Pflicht werden.

Da ich ziemlich viel lese, kenne ich meinen Geschmack inzwischen eigentlich recht gut. Daher merke ich oft schon nach zehn Seiten, ob mir der Schreibstil gefällt oder nicht. Falls nicht – Tja, dann hat es das Buch leider echt schwer, mich noch vom Gegenteil zu überzeugen. Ich habe keine feste Grenze, bis zu der ich lese, ehe ich ein Buch zur Seite lege, es ist einfach ein Gefühl. Das Gefühl, ob ich glaube, dass mich irgendetwas doch noch fesseln oder das Ruder herumreißen kann. Wenn ich mit der Art des Erzählens aber so rein gar nichts anfangen kann, dann wird sich das wohl nicht mehr ändern.
Der Schreibstil war auch bei euch mit der häufigste Grund für einen Abbruch.

Was ich schön fand, dass ein paar von euch geantwortet haben, sie würden manchen Büchern zu einem anderen Zeitpunkt noch eine Chance geben, falls es nicht auf Anhieb punkten kann. Das mache ich nämlich oftmals genauso. Manchmal ist man einfach in Stimmung für Romance – da kann einen ein High Fantasy-Werk einfach nicht packen. Oder man will Action, Kampfszenen und Abenteuer – wie um alles in der Welt soll dann eine reine Liebesgeschichte überzeugen können? Wichtig ist, dass man auf sein Bauchgefühl hört, dass man genau das tut, worauf man Lust hat. Denn Bücher sind da, um uns Freude zu machen – sehe zumindest ich so. 😉

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Warum ich diesen Beitrag unbedingt schreiben wollte? Ich habe ein sehr beliebtes Buch abgebrochen, das moomentan gefühlt überall auf Social Media zu sehen ist. Ich habe so viele begeisterte Stimmen dazu gehört, dass ich mich wahnsinnig darauf gefreut hatte und es unbedingt lesen wollte.
Wie unschwer am Bild zum Beitrag zu erkennen ist, handelt es sich dabei um „Izara“ von Julia Dippel.

Ich habe es nicht abgebrochen, weil der Schreibstil schlecht war. Denn der war im Großen und Ganzen echt gut. Nein, mich hat einerseits die Protagonistin sehr gestört, weil ich nichts mit ihr anfangen konnte. Sie war für mich überhaupt gar nicht greifbar, ich hatte kein bisschen das Gefühl, sie kennenzulernen. Und andererseits war ihr Verhalten teilweise so furchtbar, dass es mich leider ziemlich genervt hat.

Der Hauptgrund für den Abbruch war aber die Handlung an sich. Ja, es gab Action, aber ganz ehrlich? Ich hatte dein Eindruck, ich lese zum x-tausendsten Mal eine Geschichte mit fast der gleichen Handlung. Es hat mich leider einfach gelangweilt. Natürlich kann man das Rad nicht jedes Mal neu erfinen und das ist auch völlig okay, aber dieses Mal war es mir einfach nicht genug. Vor ein paar Jahren hätte mir „Izara“ sicherlich super gefallen, aber nach all den Romanen, die ich seither verschlungen habe, reicht mir eine Story mit demselben altbekannten Muster einfach nicht mehr wirklich.

Kennt ihr das Buch? Wie hat es euch gefallen?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und danke allen, die an der Umfrage teilgenommen haben. <3


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