Lila Bücherwelten

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Release-Party „Elayne 2. Rabenherz“

Willkommen zu einem neuen Tag der Release-Party zum zweiten Band der großartigen Reihe „Elayne“ von Jessica Bernett!

Ich darf euch heute ein bisschen über den historischen Hintergrund des 5. und 6. Jahrhunderts erzählen, in denen die Artus-Sage angesiedelt ist. Und für alle Geschichtsmuffel: Keine Sorge, ich habe versucht mich ganz kurz zu halten. 😀
Ich selbst liebe es ja mich mit Geschichte zu befassen, weshalb das Thema für mich persönlich total großartig war und auch richtig interessant. Denn auch wenn die Ereignisse schon viele Jahrhunderte zurückliegen, haben sie trotzdem immer noch (!) einen Einfluss auf uns. Glaubt ihr nicht? Dann lest mal weiter. 😉

The Dark Ages
Warum die Zeit des 5./6. Jahrhunderts n.Chr. auch „the Dark Ages“ genannt wird? Weil man leider nicht wirklich viel Schriftliches aus dieser Epoche überliefert hat. Vielleicht auch deshalb entstand ausgerechnet in diesen dunklen Zeiten die Legende um König Artus und seine Tafelrunde.

Es muss zu der Zeit, in der die Artus-Sage spielt, eher schwierig und kriegerisch in Britannien ausgesehen haben. Bis zum 5. Jahrhundert hatte es unter römischer Herrschaft gestanden, doch die Römer haben sich wegen Aufständen der einheimischen Bevölkerung und immer mehr Schwierigkeiten schließlich zurückgezogen und die Insel mehr oder weniger sich selbst überlassen.

Fakt ist auch, dass in diesen Jahren die Angeln, Sachsen und Jüten vom Festland aus in großen Zahlen nach Britannien kommen, während die eigentliche britische Bevölkerung nach Cornwall, Wales und Irland abgedrängt werden. Aber auch auf das europäische Festland gehen einige von ihnen, weshalb wir übrigens in Nordfrankreich auch heute noch die „Bretagne“ finden, die nach diesen Emigranten benannt wurde. Spannend, wie Ereignisse, die so lange zurückliegen, auch heute noch Einfluss haben, oder?

Wenn man sich die Artus-Sage anschaut, liegt die Vermutung nahe, dass diese Veränderungen mit Gewalt passieren – obwohl es ja auch vorstellbar ist, dass schlicht und ergreifend die Masse an neuen Einwanderern dafür gesorgt hat, dass die britisch-keltische Kultur untergeht. Leider hat man hierfür keine gesicherten Zeugnisse, was wirklich schade ist, da diese Epoche wahnsinnig interessant und auch noch heute wichtig ist. Denn zum Beispiel in der Sprache hat man erkannt, dass die Kelten von den Angeln, Sachsen und Jüten zurückgedrängt werden. Im Altenglischen gibt es nämlich kaum noch keltische Namen oder Worte, außer ein paar Fluss- und Ortsnamen.

Aus religiöser Sicht – was damals ja eine ganz gewaltige Rolle spielt – ist in Britannien auch nichts wirklich einfach. Ende des 4. Jahrhunderts wird zwar der christliche Glaube zur Staatsreligion erklärt, aber nach dem Verschwinden der Römer wird Britannien doch wieder heidnisch. Aber – wie sollte es auch anders sein in dieser bewegten Geschichte des Inselreichs – das hält nicht lange an. Denn schon im 6. Jahrhundert geht es erneut los, dass „die Briten“ missioniert und christlich werden sollen. Überraschenderweise ist dazu aber nicht einmal viel Gewalt nötig (was wirklich bemerkenswert ist, weil das Christentum sonst so gut wie nie friedlich verbreitet wurde), vermutlich weil die Angelsachsen sich diese neue Religion zunutze machen können, um ein stabiles Reich für sich zu schaffen. Schließlich waren sie ja die Eindringlinge in Britannien und konnten jede Hilfe, um sich eine ruhige und sichere Regierung aufzubauen, gebrauchen. Da kommt die streng strukturierte Kirche natürlich gerade recht.

Später, im 8. Jahrhundert, wird Britannien schon wieder von Menschen anderer Länder angegriffen – die Insel bekommt einfach keine Ruhe. Die Wikinger aus Skandinavien haben nämlich ebenfalls ein Auge auf Britannien geworfen und starten deshalb immer wieder Übergriffe.

Wichtig für die Nach-Römische Zeit ist auch noch die Tatsache, dass Britannien kein einheitliches Land mehr ist, sondern in mehrere Königreiche aufgeteilt wird (wie wir es ja auch bei „Elayne“ wunderbar beobachten können). Die Vorherrschaft der Reiche wechselt immer wieder – denn die Könige gehen zwar Bündnisse miteinander ein, bekriegen sich jedoch auch des öfteren.

Ihr seht also: In Britannien um das 5./6. Jahrhundert herum ist einiges los. Kein Wunder, dass eine so große Sage wie die um Artus ausgerechnet in dieser Zeit entsteht, um die bewegte und kriegerische Geschichte der Insel vielleicht auch ein Stück weit zu verarbeiten.

(Quellen: Jürgen Sarnowsky: England im Mittelalter und Hans-Dieter Gelfert: Kleine Kulturgeschichte Großbritanniens)

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*** GEWINNSPIEL ***

Im Rahmen der Release-Party zu „Rabenherz“ (HIER) könnt ihr natürlich auch etwas gewinnen! Jeden Tag könnt ihr ein Los auf dem jeweiligen Blog sammeln, um am Ende ein Taschenbuch von „Elayne“ zu gewinnen und jede Menge Goodies. 🙂 Na, klingt das toll oder klingt das toll?

Um heute ein Los zu bekommen, beantwortet einfach hier oder auf Facebook in der Veranstaltung unter dem passenden Beitrag folgende Frage:

Hast du dich schon einmal mit der Geschichte Britanniens befasst oder waren dir die Infos alle neu?

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Teilnahmebedingungen:
Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast die Zustimmung Deines Erziehungsberechtigten und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Ausgelost wird unter allen Teilnehmern, die die Bedingungen erfüllt haben, per Zufallsprinzip. Im Gewinnfall haben die Gewinner 24 Stunden Zeit, sich zu melden, bevor der Gewinn verfällt. Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Facebook. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht umgetauscht und nicht in bar ausgezahlt werden. Keine Haftung auf dem Postweg.


7 comments

  1. Martina Clemens

    Vielen Dank für den tollen Beitrag.😍
    Bisher habe ich mich noch nicht damit befasst, finde es aber sehr interessant. Und auch die beiden Bände von Elayne stehen weit oben auf meiner Wunschliste.

  2. Phillip Neske

    Hi, ein sehr interessanter Beitrag. Also bislang hab ich mich noch nicht mit der Geschichte Britanniens befasst, aber es war auf jeden Fall sehr interessant das zu lesen.

  3. Svenja Krause

    Hey. Sehr interessant. Nein, so weit war ich noch nicht zurück in der Zeit aber ein paar Eckdaten kamen mir bekannt vor

  4. Alex G

    Mit dieser Zeit habe ich mich tatsächlich noch nicht beschäftigt. Deswegen war das hier jetzt sehr interessant für mich. Mich hatte bisher eher die spätere Zeit interessiert, also die von Maria Stuart.

  5. karin

    Hallo und guten Tag,

    hm, ich kenne und liebe die Artus Sage bzw. kam es auch bei uns im Geschichtsunterricht mal dran.

    Deshalb habe ich da durchaus etwas Ahnung.

    LG..Karin..

  6. Pingback: [Rezension] "Elayne: Rabenherz" von Jessica Bernett | Liza's BücherweltLiza's Bücherwelt

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