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Naomi Novik: Das kalte Reich des Silbers.

Details:
Seitenzahl: 576 Seiten
Verlag: cbj
Erschienen: 4. März 2019

Inhalt:
Mirjem ist die Tochter eines gutherzigen Pfandleihers, der es nicht über sich bringt, Schulden einzutreiben. Als die Familie deshalb bittere Armut leidet, tritt Mirjem an die Stelle ihres Vaters. Unnachgiebig fordert sie zurück, was ihr zusteht. Sie ist erfolgreich, und bald heißt es, sie könne Silber zu Gold machen. Die Kunde davon dringt bis tief in die Wälder, zum gefürchteten Volk der Staryk – magische Wesen, die mehr aus Eis bestehen als aus Fleisch und Blut. Der König der Staryk entführt sie in sein Reich. Dort soll sie für ihn Silber zu Gold machen. Tut sie das nicht, wird der Staryk sie töten. Doch gleichzeitig versinkt die Menschheit nun in Kälte …

Meine Meinung:
Dieses Buch ist einfach anders. Angefangen beim Schreibstil, der mich ein paar Seiten gekostet hat, um ihn so richtig wertschätzen zu lernen, doch als es dann so weit war, fand ich ihn einfach großartig. Er ist bildgewaltig und passt einfach perfekt zu einem düsteren Märchensetting wie wir es hier finden. Die Perspektivwechsel fand ich wirklich klasse, da man so einen umfassenden Blick auf die ganze komplexere Handlung bekommt – ich hätte mir nur gewünscht, dass vielleicht etwas deutlicher gekennzeichnet wird, aus wessen Sicht man eigentlich gerade liest. Teilweise war das nämlich nicht leicht ersichtlich, vor allem wenn die Figuren gemeinsam unterwegs waren.

Die Handlung hat von Anfang an eine gewisse Grundspannung wie ich finde. Durch die Düsternis, durch das Bedrohliche, das hinter jeder Ecke zu lauern scheint, steht man als Leser die ganze Zeit unter Anspannung und wartet auf das nächste Unheil, die nächsten Hindernisse, die sich den Figuren in den Weg stellen. Dadurch war es auch überhaupt nicht schlimm, dass die Geschichte selbst am Anfang keine große Actionszenen aufweist wie ich finde (und ich bin jemand, der schnell gelangweilt ist von sich ziehenden Handlungen). Ich war trotzdem völlig eingenommen von dem Setting, der hier erschaffenen Welt und dem, was den Protagonisten so passiert. Denn ganz ehrlich – man weiß nie wirklich, was als nächstes passieren oder was den Charakteren zustoßen wird und das liebe ich an einem Roman. Unvorhersehbarkeit zusammen mit dem außergewöhnlichen Sprachstil und dem märchenhaften Setting ergibt in meinen Augen eine mehr als gelungene Mischung, die mich völlig in ihren Bann geschlagen hat.

Fazit:
Wer finstere und märchenhafte Geschichten mit unvorhergesehenen Wendungen mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Mich hat Naomi Novik völlig überzeugt, auch mit ihrem besonderen Erzählstil, der mich vollends in die Welt von Lithvas hat eintauchen lassen. Bildgewaltig, Wortgewaltig, durchdacht und einfach mitreißend! 10 lila Punkte

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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