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Bianca Iosivoni: Finding back to us. (Was auch immer geschieht 1)

Details:
Seitenzahl: 449 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen:

Hinweis – das Buch ist bereits 2016 unter dem Titel „Was auch immer geschieht“ beim selben Verlag erschienen.

Inhalt:
Sie darf ihn nicht lieben – denn er ist ihr Stiefbruder …

Als Callie nach langer Zeit in ihre Heimatstadt zurückkehrt, ist der Erste, dem sie dort begegnet, ausgerechnet Keith. Keith, der den Autounfall verursachte, bei dem ihr Vater starb. Keith, den sie nie mehr wiedersehen wollte. Sofort flammen der Schmerz und die Wut von damals wieder auf. Aber auch ein gefährliches Prickeln, das Callie völlig verwirrt. Denn Keith ist nicht nur die Person, die sie am meisten hasst. Er ist auch ihr Stiefbruder …

Meine Meinung:
Allein das wunderschöne Cover, das zu dem momentan so angesagten Stil passt, hat mich einfach direkt angesprochen. Als dann auch noch Bianca Iosivoni auf dem Buch stand, war klar, dass ich es unbedingt lesen musste. Ich kenne schon einige Romane der Autorin und liebe sie eigentlich so gut wie alle. Sie kann einfach wunderbar schreiben – und auch bei „Finding back to us“ hat sie das erneut großartig unter Beweis gestellt.
Der Schreibstil ist für mich ganz klar das Highlight des Buches. Bei New Adult-Romanen ist mir das Wichtigste, dass ich mit den Figuren wirklich mitfiebern kann, dass ich ihre Emotionen erlebe als wären es meine eigenen. Und genau das ist hier passiert. Diese unglaubliche Anziehung zwischen Keith und Callie ist beinahe greifbar, Wahnsinn! Auch Callies Schmerz und ihre Zerrissenheit war so authentisch und echt geschildert, dass man zwischenzeitlich glaubte, selbst in ihre Dilemma zu stecken.
Hier hat die Autorin also ganze Arbeit geleistet und bewiesen, dass sie zurecht so erfolgreich ist.

Ich habe die Handlung an sich geliebt und fand sie fesselnd. Ich wollte immer weiterlesen, wollte unbedingt wissen, wie es mit Callie und Keith weitergeht. Das ist ein sehr gutes Zeichen, denn es gehört schon einiges dazu, mich so mitzureißen. Das Gelesene war einfach klasse und ich habe daran auch so gut wie nichts auszusetzen.
Nur kommt jetzt leider das ABER.
Denn auch wenn das Gelesene toll war, so hat mir dennoch etwas gefehlt, das man gar nicht lesen konnte. Für mich war der Knackpunkt, dass sich das Buch ausschließlich auf die große Haupthandlung beschränkt und ansonsten gefühlt alles ausgeklammert wurde. Kurze Erwähnungen von Callies Studium und kurze Ausschnitte aus Keiths eigentlichem Leben gab es schon, aber die kamen in meinen Augen einfach viel zu kurz. Ich wollte mehr von ihrem echten Leben mitverfolgen, ihren Hobbys, ihrer Freizeit, ihren Treffen mit Freunden – oder auch ihre Treffen miteinander. Diese wurden entweder nicht erwähnt oder aber in Rückblende sehr kurz abgehandelt.

Auch die Nebenfiguren blieben für meinen Geschmack zu blass, obwohl da ganz viel Potenzial für mehr gewesen wäre. Parker beispielsweise hätte viel mehr Raum einnehmen können und fast schon müssen, denn man lernt ihn im Grunde kein bisschen kennen. Wie bei Faye wird er zwar als Callies bester Freund bezeichnet, doch beide Figuren lernt man als Leser eigentlich gar nicht kennen. Man fühlt keine Verbindung zu ihnen, weiß nicht, was sie ausmacht – nichts. Was aber keinesfalls daran liegt, dass sie keine Geschichte zu erzählen hätten!
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich da doch enttäuscht war. Denn so blieb „Finding back to us“ ein eher einseitiges Erlebnis, da ich einen Handlungsstrang zwar sehr gut mitverfolgen konnte, aber der Kontext, der für das Suchtpotenzial und die Einordnung in die Kategorie „Herzensbuch“ gesorgt hätte, fehlt leider.

Dennoch werde ich den zweiten Band der Reihe garantiert lesen, weil mich der Erzählstil der Autorin einfach so mitreißt und ich es liebe, wie stark man die Gefühle der Figuren am eigenen Leben spüren kann.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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