Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Cameron Lund: Very first time.

Details:
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: One
Erschienen: 28. August 2020

Inhalt:
Die 18-jährige Keely steht kurz vor ihrem Highschool-Abschluss, und sie freut sich schon riesig auf das Collegeleben. Doch eins ist für sie klar: Bevor es so weit ist, will sie endlich ihr erstes Mal hinter sich zu bringen. Auf keinen Fall kann sie sich am College als Anfängerin in Sachen Sex outen. Ein Plan muss her, und Keely beschließt, dass für das erste Mal niemand besser geeignet ist als ihr bester Freund Andrew. Immerhin kennen die beiden sich schon ewig, also werden ihnen bestimmt keine Gefühle im Weg stehen. Oder etwa doch?

Meine Meinung:
Man weiß ja anhand des Klappentexts bereits in etwa, worauf man sich einlässt, aber ehrlich gesagt, hätte ich doch ein wenig mehr … nun ja „Reife“ erwartet. Die Handlung und auch der Schreibstil sind noch mehr auf ziemlich junge Leser ausgerichtet als ich gedacht hätte. Dafür allerdings waren manche Dinge (Alkohol, S*x, Partys) aber wiederum zu heftig. Die Balance zwischen dem Publikum, das eigentlich angesprochen werden sollte und der letztendlichen Umsetzung war in meinen Augen nicht so ganz gelungen. Junge Teenager sollten (meiner Meinung nach zumindest) nicht auf diese Weise mit dem Thema rund um das erste Mal und Alkohol konfrontiert werden. Jungfräulichkeit mit 18 wird hier als etwas extrem Negatives dargestellt, als wäre es peinlich und man wäre falsch, wenn man in diesem Alter eben noch nicht sexuell aktiv ist. Das finde ich extrem (!) problematisch für jüngere Leser, da dadurch ein völlig falsches Bild für diese entstehen kann. Hier werden einige Botschaften vermittelt, die sehr schwierig und nicht vertretbar sind.
Ältere Leser hingegen spricht der Schreibstil und das ganze Drumherum allerdings nicht mehr wirklich an (und ich lese gern und sehr oft Jugendbücher). Ich frage mich, für welche Zielgruppe genau dieses Buch denn eigentlich geschrieben ist…

Die Protagonisten und ihr Verhalten waren für mich auch nicht überzeugend, leider im Gegenteil. Auf der einen Seite waren sie so naiv dargestellt, dass es beim Lesen fast schon peinlich war – aber auf der anderen Seite geht es immer und immer wieder nur um S*x. Wie passt das zusammen? Sie sind allesamt nicht sonderlich sympathisch, nicht einmal Keely, die Protagonistin. Ganz schlimm fand ich Dean, der später im Buch auftaucht – seine Art geht einfach gar nicht und wie er Keely behandelt vermittelt ein so so so so falsches Bild davon, wie sich Mädchen und Frauen von Männern behandeln lassen sollten! Noch dazu verstehe ich nicht so ganz, weshalb er überhaupt an Keely interessiert ist.

Ich könnte noch eine Weile so weitermachen, aber ich denke, meine Meinung ist bereits ganz gut angekommen. Ich war ziemlich enttäuscht von diesem Buch und auch wenn es zeitweise ganz nett und unterhaltsam zu lesen war, kann ich einem Roman, der seinen jungen Lesern solche Werte mitgibt, einfach nicht mehr als 2 Sterne geben.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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