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Gina Heinzmann: Take a chance on me. Adventskalender zum Verlieben.

Details:
Seitenzahl: 288 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 26. November 2020

Inhalt:
**Türchen für Türchen zur großen Liebe**
Als kurz vor Weihnachten eiskalt mit ihm Schluss gemacht wird, steht Alex plötzlich ohne Date zum Winterball da. Um ihm bei der Suche nach passendem Ersatz zu helfen, drängt ihn seine sturköpfige beste Freundin kurzerhand dazu, bei ihrem Uni-Projekt mitzumachen – einem Dating-Adventskalender. Alex ist davon alles andere als begeistert: Der Beziehungs-Algorithmus weist ihm niemand anderen als Cash McCabe zu, den Bad Boy des Campus. Mit seinen leuchtend grünen Augen ist Alex’ vermeintlich perfekter Partner vor allem eins: definitiv keine Frau. Doch je öfter sie Zeit miteinander verbringen, desto mehr fühlt sich Alex zu ihm hingezogen. Cash ist allerdings nicht nur verboten attraktiv, sondern auch genauso hetero wie er selbst. Oder etwa nicht?

Meine Meinung:
Die Idee hinter dem Buch hat mir richtig gut gefallen. Ein Dating Spiel, das wie ein Adventskalender aufgebaut ist und ein Partner, der einem aufgrund hoher Überschneidungspunkte zugeteilt wird – das verspricht doch viel Romantik und spannende Szenen. Genauso war es dann auch, vor allem die Auswahl von Alex‘ Date fand ich einfach gelungen und das war es auch, was eine gewisse Würze in die Handlung gebracht hat.

Einige Dialoge waren wirklich witzig und ich habe mich oft dabei erwischt wie ich beim Lesen lächeln musste. Allerdings gab es leider auch ein paar Dinge, die man vielleicht auch hätte anders machen können. Teilweise war das Verhalten von Alex nämlich leider sehr … ich weiß gar nicht mit welchem Wort ich es betiteln soll. Anstrengend? Nicht so glaubwürdig? Das ohne Spoiler zu erklären wird schwierig, aber ich versuche es. Alex tut Dinge, die so eindeutig sind, dass man absolut gar nichts daran falsch verstehen kann. Und trotzdem kapiert er es selbst nicht. Eine Weile ist das auf jeden Fall nachvollziehbar, aber über einen so langen Zeitraum und bei solchen Dingen? Das kann ich nicht glauben und es hat mich beim Lesen leider gestört, weil ich es als künstlich erzeugten Spannungsbogen gesehen habe, der eben nicht echt wirkt und leider das Gegenteil erzeugt.

Auch die Bezeichnungen für Cash im Text haben meinen Lesefluss sehr gestört. Ständig wird er als „Auserwählter“ betitelt als wäre das sein Name. Ab und zu als Scherz ist das ja ganz lustig, aber die inflationäre Benutzung dieses Wortes (öfter als der eigentliche Rufname) ist mir nach einer Weile eher unangenehm aufgefallen. Das lenkt so von der eigentlichen Geschichte ab (die ja an sich echt toll ist!), dass es ab einem gewissen Punkt schwer wurde, noch voll dabei zu bleiben.

Der Fokus lag eindeutig auf der Liebesgeschichte, was ich gut finde. Allerdings ging das Drumherum doch sehr unter. Ich meine, wenn man das Setting an die Harvard Universität legt, finde ich es etwas unrealistisch, wenn man sich Alex Verhalten in Sachen Lernen, Vorlesungen und Co so anschaut. Die Nebenfiguren bleiben ebenfalls etwas blass, sie hätten aber durchaus das Zeug für mehr Tiefe.

Ich mag es nicht, so ausführlich über die Punkte in einem Buch zu schreiben, die mich nicht überzeugen konnten. Aber in diesem Fall finde ich es wirklich wichtig, da man das große Potenzial der Autorin trotz allem erkennt. Ohne konstruktive Kritik kommt man im Leben – und vor allem als Autorin – nicht weiter. Man spürt, dass es sich hier um ein Debüt handelt, aber die Geschichte ist bereits jetzt so schön und birgt ganz viel in sich, dass ich gespannt auf die nächsten Bücher der Autorin bin.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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