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Christian Handel: Rowan und Ash. Ein Labyrinth aus Schatten und Magie.

Details:
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: 20. Juli 2020

Inhalt:
Sein Weg? Vorherbestimmt! Seine Verlobung? Arrangiert! Seine Gefühle? Verboten!Tritt ein in eine Welt voll dunkler Magie und geheimer Sehnsucht! Seit seinem dritten Lebensjahr ist Rowan O’Brien mit der Kronprinzessin von Iriann verlobt. Für seine Familie bedeutet die Heirat viel, versprechen sich die O’Briens mit der Verbindung doch eine Rückkehr an die Macht. Aber im Vorfeld der Hochzeit sorgen Gerüchte für Verstimmung: Rowans enge Freundschaft mit der gleichaltrigen Magierschülerin Raven wird von missgünstigen Stimmen aufgebauscht und großgeredet. Dabei empfindet Rowan nichts als Freundschaft für Raven. Die Wahrheit ist viel komplizierter: Rowan liebt keine andere Frau. Sondern den Königssohn Ash.

Meine Meinung:
Wenn man ein Buch von Christian Handel liest, spürt man eines sehr schnell: der Autor schreibt mit ganzer Seele und legt ein Stück seines Herzens mit in jede seiner Geschichten. Seine Liebe zu den Figuren und der von ihm erschaffenen Welt schwingt regelrecht zwischen den Zeilen mit. Es gibt nicht viele Autor*innen, denen das gelingt. Denn ich denke, dass es nichts ist, was man lernen kann. Entweder man besitzt diese Gabe oder nicht – und Christian Handel tut dies eindeutig. Das macht seine Geschichten für mich vor allem aus und lässt sie zu etwas wirklich Besonderem werden.

Abgesehen davon, wird hier eine faszinierende und wirklich liebevoll ausgearbeitete Welt geschaffen, die man auch als Leser ziemlich gut kennenlernt. Nicht nur die Umgebung, die mit dem genau richtigen Maß an Details beschrieben wird, sondern auch die gesellschaftliche Struktur und die Figuren werden mit Sorgfalt gezeichnet, sodass alles sehr real und greifbar wird ohne den Leser zu erschlagen.

Ein weiterer Aspekt, der für mich für die Besonderheit von Christian Handels Art zu Schreiben steht, ist die Atmosphäre. Auch bei „Rowan und Ash“ schafft er es wieder meisterhaft düstere Elemente lebendig werden zu lassen, sodass die immer etwas finstere und bedrohliche Stimmung ständig im Hintergrund lauert und alles mit Spannung hinterlegt. Denn in Romanen, in denen die Atmosphäre düster ist, weiß man nie, was auf der nächsten Seite geschieht…

Ganz wundervoll finde ich auch Rowan und seine Gefühlswelt. Diese Zerrissenheit in ihm, seine Angst, aber auch seine Liebe werden so glaubhaft geschildert, dass man als Leser automatisch mitleidet und mitfühlt. Sämtliche Emotionen sind so authentisch und echt, dass man sich ihnen eigentlich gar nicht entziehen kann.

Eine Kleinigkeit war meiner Meinung nach nicht ganz so gelungen wie der Rest des tollen Buchs und der Vollständigkeit halber möchte ich es nur kurz erwähnen. In der Mitte werden in meinen Augen ein paar Ereignisse zu überstürzt dargestellt, wodurch ich ehrlich gesagt kurz aus der Geschichte gerissen wurde, weil es von der Dynamik nicht so ganz zusammengepasst hat für mich.
An dieser Stelle sind leider keine Details möglich, da es sich um Spoiler handelt. Als ich mich dann aber damit arrangiert hatte, war ich schnell wieder im Lesefluss und konnte das Buch wieder genießen.
Auch das Ende kam für meinen Geschmack ein wenig zu abrupt. Zusammenfassend könnte man sagen, ich hätte mir sowohl in der Mitte als auch am Ende des Buchs ein paar Seiten mehr gewünscht.

Insgesamt war der Roman aber sowohl von der düsteren Stimmung, dem gelungenen Worldbuiding, der Handlung und den Figuren ein wirklich großartiger Fantasyroman. Hier wird eigentlich so ziemlich alles vereint, das ein tolles Buch haben sollte – plus ein paar Besonderheiten, die nur sehr wenige Autor*innen den Lesern schenken können.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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