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Nikola Hotel: Ever.

Details:
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Kyss
Erschienen: 15. Juni 2021

Inhalt:
Verletzt. Verängstigt. Verloren. So fühlt Abbi sich momentan. Sie will einfach nur nach Hause, weg aus der Reha-Klinik, wo sie nach einem schlimmen Autounfall wieder laufen lernen soll. Nur macht sie keine Fortschritte. Überhaupt keine. Abbi hat seit dem Unfall panische Angst vor Schmerzen, und die Therapie läuft dementsprechend schlecht – bis sie einen neuen Physiotherapeuten bekommt. David Rivers ist noch Student, aber mit seiner geduldigen, sanften Art dringt er zu ihr durch. Wann immer er sie berührt, verfliegt ihre Angst. Sie fühlt sich sicher. Doch das ist sie nicht. Denn David kennt ein Geheimnis, das ihre ganze Welt zerreißen könnte …

Meine Meinung:
Wie gewohnt ist auch „Ever“ einfach wundervoll geschrieben. Der Schreibstil der Autorin hat mich bisher jedes Mal begeistert, weil er sich so herrlich leicht lesen lässt, gleichzeitig aber Tiefe und echte Emotionen vermittelt. Genau das, was ich mir für einen New Adult-Roman wünsche!

Die Geschichte ist im Gesamten gesehen ebenfalls wirklich schön. Ein etwas anderes Setting mit Reha-Klinik und viel Physiotherapie, aber es war so echt geschildert, dass ich vor der Recherchearbeit der Autorin definitiv Respekt habe. Ich kenne mich in diesem Bereich leider nicht aus, doch für mich als Laie wirkt absolut alles authentisch und realistisch, was von der medizinischen Seite aus geschrieben wird – und wenn dieses Thema eine so große Rolle spielt, finde ich das wirklich wichtig.
Für mich persönlich war es so, dass dieses durchaus interessante Thema allerdings etwas zu viel Raum eingenommen hat. Die Therapie wurde schon sehr oft und sehr ausführlich genauer beschrieben. Wie gesagt, es wirkt dadurch realistisch, aber mir war es irgendwann einfach etwas zu viel von den physiotherapeutischen Szenen her bzw. von der Ausführlichkeit.

Dadurch dass der Fokus nämlich sehr stark darauf gelegt wurde, kam für mich die Liebesgeschichte ein klein wenig zu kurz. Sie war sehr schön und hat mich emotional schon erreicht, bitte nicht falsch verstehen. Aber ich hatte während des Lesens die ganze Zeit das Gefühl, dass da noch mehr kommen könnte. Dass das letzte bisschen gefehlt hat, das mich vollends mitgerissen und überzeugt hätte.

Positiv hingegen fand ich, dass der romantische Aspekt der Geschichte keine unnötigen Dramen braucht. Man hätte da durchaus das ein oder andere Drama usw einbauen können, aber die Autorin verzichtet darauf, weil das Buch das gar nicht nötig hat. Dadurch gewinnt die Liebesgeschichte in meinen Augen wieder enorm viel dazu und konnte mich tatsächlich auch überraschen. Eben weil das von mir erwartete Drama nicht eingetreten ist.
Dafür gab es aber drumherum durchaus einigen Stoff für eben jenes, sodass man auch darauf nicht verzichten muss. 😉

Ein letzter Punkt ist mir noch aufgefallen, den ich gern kurz ansprechen möchte. Zu Beginn hat man den Eindruck, Abbi liebt die Papierfirma ihres Vaters und arbeitet dort viel mit. Aber im Laufe des Buchs ist davon eigentlich kaum noch die Rede. Die Idee mit dem Origami, das David anfertigen kann, ist wirklich süß – allerdings hat sich mir dadurch, dass der Papierfirma-Erbin-Aspekt nur kurz angerissen wurde, der Eindruck aufgedrängt, dass eben dieser nur für das Origami überhaupt in die Geschichte eingaubt wurde. Da hätte ich mir irgendwie mehr gewünscht, weil es so doch ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde.

Insgesamt handelt es sich bei „Ever“ dennoch um ein wirklich gutes Buch, das durch den Sprachstil und die Emotionen defintiv punkten kann. Zwar hatte ich ein paar Kritikpunkte, aber die täuschen nicht darüber hinweg, dass sich die Geschichte als Ganzes auf hohem Niveau bewegt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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