Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Jessica Bernett: Elayne 1. Rabenkind.

Details:
Seitenzahl: 342 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag
Erschienen: 9. März 2018

Inhalt:
Eine Prophezeiung, der sie nicht entkommt.
Eine Bürde, die sie kaum tragen kann.
Eine Liebe, zart, zerbrechlich und bedroht von Lügen, Intrigen sowie dem Spiel der Macht.

Die junge Elayne von Corbenic wächst im Norden Britanniens in einer düsteren Festung auf. Ihr Vater, König Pelles, ist besessen von einer Vision, die Elaynes Mutter kurz vor ihrem Tod gehabt haben soll. Demnach wird Elayne die Mutter des größten Helden aller Zeiten.
Dafür opfert der König alles: das Wohlergehen seines Volkes und die Liebe seiner Tochter.

Meine Meinung:
Ich liebe Sagen und Legenden, doch meine liebste ist wohl die von König Artus und seiner Tafelrunde. Deshalb stand für mich von Anfang an fest, dass ich „Elayne. Rabenkind“ lesen muss.

Ich fand es klasse, dass wir hier einen völlig anderen Zugang zur Sage bekommen als sonst. Man bekommt in diesem ersten Band nur indirekt etwas von der Tafelrunde mit – und doch spielt sie eine wichtige Rolle.

Elayne ist für mich eine starke und authentische Protagonistin. Sie ist zwar jung und hin und wieder merkt man das – was nur für die Authentizität spricht -, aber gleichzeitig war sie auch früh gezwungen erwachsen zu werden, wie es zu der Zeit, in der die Geschichte spielt, üblich war. Ich mochte sie sehr gern und fand ihre Entwicklung absolut nachvollziehbar und glaubwürdig.

Die Handlung kommt fast ohne Action aus und ist eher ruhig. Aber da ich das schon im Vorfeld wusste, fand ich das sogar sehr angenehm. Was mich nämlich am meisten an diesem Buch überzeugt hat, war das Gefühl, tatsächlich in das 6. Jahrhundert einzutauchen. Die Stimmung, das Setting, die vielen kleinen Details und toll eingestreuten historischen Begebenheiten machen den Roman zu etwas Besonderem, das mich definitiv mitgerissen hat. Die Geschichte liest sich trotz kleinerer Fantasy-Elemente wie ein historischer Roman und als solchen fand ich ihn wirklich hervorragend.

Fazit:
Wer Action sucht, ist hier falsch. Wer hingegen auf unaufgeregte, aber mitreißende Weise in eine vergangene Epoche eintauchen und dieses Gefühl von damals hautnah erleben will, der ist hier genau richtig. 8 lila Punkte

(Cover- und Bildrechte liegen beim Verlag)


Elvira Zeißler: Gemstone Caverns 2. Das Herz des Berges.

Details:
Seitenzahl: 287 Seiten
Verlag: Selfpublishing
Erschienen: 24. August 2018

Inhalt:
Nells Welt ist ein einziger Scherbenhaufen. Nicht nur, dass Joseph sich immer weiter von ihr entfernt, auch ihre jüngere Schwester Chloe ringt mit dem Tod. Nur das geheimnisvolle Herz des Berges könnte sie noch heilen – doch es scheint für immer erloschen. Während Nell und ihre Freunde um Chloes Leben kämpfen, wird die ganze Welt immer mehr ins Chaos gestürzt, Naturkatastrophen wüten auf allen Landstrichen der Erde. Ob dies ebenfalls mit dem Verlust des mächtigen Herzens zu tun hat?
Nell versucht alles, um es wieder zum Strahlen zu bringen – doch sie ahnt nicht, welcher Preis dafür zu bezahlen ist …

Meine Meinung:
Das war wirklich mal ein spannendes Finale! In diesem Punkt steht der zweite Band dem ersten in nichts nach. Man wusste die ganze Zeit über nicht, wie sich Nell und ihre Freunde von den scheinbar unüberwindbaren Hindernissen und Bedrohungen befreien können bzw. ob sie es überhaupt schaffen.

Trotzdem hat mir Band 1 einen Ticken besser gefallen. Da war handlungsbedingt einfach noch mehr Mysteriöses und die Liebesgeschichte stand nicht do stark im Vordergrund wie jetzt. Aber das ist auf jeden Fall Kritik auf ganz hohem Niveau. 😉 Mir war es dieses Mal nur ein klein wenig zu viel hin und her zwischen den Protagonisten in Sachen Liebe.

Die Figuren finde ich nach wie vor klasse und man schließt sie definitiv alle ins Herz. Sogar die Nebencharaktere sind so ausgearbeitet, dass man mit ihnen mitleidet und bangt. Das liebe ich in Büchern, denn man findet es nur selten.

Ich konnte das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen und habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen, was aufgrund des unglaublich tollen Erzählstils auch echt einfach war. Von der Sprache her kann Elvira Zeißler wieder absolut punkten und restlos überzeugen.

Fazit:
Ein spannendes und actionreiches Finale einer außergewöhnlichen Dilogie, die mich absolut überzeugen und mitreißen konnte. Ich bin restlos begeistert und freue mich auf mehr von Elvira Zeißler. 9 lila Punkte

(Coverrechte bei der Autorin)


Maya Shepherd: Der goldene Apfel (Die Grimm Chroniken 5).

Details:
Seitenzahl: 156 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag
Erschienen: 7. September 2018

Inhalt:
Tränen verschleierten ihren Blick, als sie ihm den goldenen Apfel aus der Hand nahm. Der Schein des Feuers spiegelte sich in seiner glänzenden Oberfläche.
»Bis bald«, flüsterte sie, bevor sie den Mund öffnete und in die Frucht biss. Das Stück blieb ihr im Hals stecken. Sie rang nach Atem, bevor sie die Augen schloss und ihr die Knie wegsackten. Rumpelstilzchen hatte gesagt, dass man Schneewittchen nur in ihren Träumen töten könne. Will betete, dass er recht behielt. Sie durfte nicht tot sein

Meine Meinung:
Wenn man bereits beim fünften Band einer Reihe angelangt ist, wird es immer schwerer seine Meinung dazu zu schreiben. 😉 Man will schließlich nicht spoilern und nicht jedes Mal dasselbe schreiben. Aber ich MUSS euch einfach sagen, wie toll ich auch diesen fünften Teil der „Grimm Chroniken“ wieder fand.

Zum einen hätten wir das nach wie vor herrlich düstere Setting. Wer auf ein kitschiges Märchen á la Disney hofft, der ist hier ganz falsch. Wer allerdings wahnsinnig atmosphärische, spannende, düstere und mitreißende Geschichten steht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Von Anfang bis Ende taucht man in diese wahnsinnig gut kreierte Stimmung ein und es fällt einem schwer überhaupt wieder hinaus zu finden. Da hat die Autorin etwas ganz Wundervolles geschaffen!

Dazu kommt der märchenhafte Schreibstil, der einfach perfekt zur Geschichte passt. Anders hätte man diese Reihe nicht schreiben können, denn genauso ist es perfekt. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie Maya Shepherd es schafft, diesen Erzählstil zu benutzen und es so leicht aussehen zu lassen.

Zur Handlung muss ich sagen, dass dieses Mal durchaus einiges vorwärts geht, aber nicht allzu viel. Doch das tut der Spannung und der Geschichte selbst absolut keinen Abbruch, im Gegenteil. Es kam nicht eine einzige Sekunde lang Langweile auf, obwohl die Handlung teilweise ruhiger war. Das ist eine große Kunst, die nicht viele Autoren beherrschen. Ich jedenfalls war vom ersten Wort an wieder mitten im Geschehen und habe das Buch in einem Rutsch verschlungen.

Fazit:
„Der goldene Apfel“ ist ein überaus gelungener fünfter Teil der „Grimm Chroniken“. Die düstere Atmosphäre in Kombination mit dem märchenhaften Erzählstil schafft ein Werk, das man tatsächlich nicht mehr aus der Hand legen will. Und auch wenn dieser Band der Reihe etwas ruhiger ist, kommt keine Sekunde Langeweile auf. Großartig und ich freue mich schon auf mehr! 9 lila Punkte


Rose Snow: 13. Das dritte Buch der Zeit.

Details:
Seitenzahl: 327 Seiten
Verlag: Selfpublishing
Erschienen: Juli 2018

Inhalt:
Nach dem Auftauchen ihres Vaters steht Lizzys Welt Kopf. Ihr Leben gleicht einer emotionalen Achterbahn, in der sie nicht mehr weiß, was sie fühlen oder denken soll. Doch viel Zeit, sich mit ihrem Papa anzunähern bleibt nicht – denn Lizzys Vater weiht sie in die Geheimnisse der Zeitenöffner ein und offenbart Lizzy endlich den wahren Grund für den Tod ihrer Mutter. Geschockt beginnt Lizzy ihre Fähigkeiten zu trainieren, um sich dem Mörder ihrer Mutter zu stellen – wobei Lizzy das hässliche Gefühl beschleicht, selbst nur eine Marionette zu sein …

Meine Meinung:
Was für ein grandioses Finale! Ich bin ganz begeistert von dem Abschluss der „13“-Trilogie.
Es war so spannend, dass ich das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen konnte und wollte. Die Wendungen waren wirklich überraschend und so mitreißend, dass man sich völlig im Buch verlieren kann.

Jedes Mal, wenn ich dachte, ich weiß jetzt wer der Gedankenleser ist, musste ich meine Theorie wieder über den Haufen werfen. Bis zuletzt hat man mitgerätselt und war so gespannt auf die Auflösung, dass man – wie oben bereits erwähnt -einfach nicht aufhören konnte zu lesen.

Auch das Knistern zwischen Lizzy und Rouven war greifbar und echt schön. Ich mochte die beiden einzeln als Figuren super gern – aber eben auch zusammen. Tolle Protagonisten!

Für mich ist „Das dritte Buch der Zeit“ eindeutig die Krönung einer tollen Reihe, die mir unwahrscheinlich viel Spaß gemacht hat.

Fazit:
Action, Spannung, überraschende Wendungen und ein wenig Romantik und Humor – das alles macht diesen Reihenabschluss einfach perfekt. Es war so spannend, dass man das Buch nicht mehr weglegen konnte! Ich freue mich schon auf mehr von Rose Snow. 9,5 lila Punkte


Kathrin Wandres, Mira Valentin: Das Flüstern des Waldes 1.

Details:
Seitenzahl: 286 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 5. Juli 2018

Inhalt:
Gleich neben der Welt von uns Normalsterblichen befindet sich ein verborgenes Reich voller magischer Geschöpfe und epischer Schicksale. Es ist lediglich ein verstecktes Tor von uns entfernt, das sich immer zur Dämmerung öffnet, um unserem farblosen Menschendasein ein wenig Fantasie, Liebe und Hoffnung beizumischen. So war es schon immer und so sollte es immer bleiben, bis sich an einem unglücklichen Abend ausgerechnet ein Einhorn, das magischste aller Wesen, durch das Tor und in die Menschenwelt verirrt. Ihm auf der Spur ist bald nicht nur der geheimnisvolle Torwächter Ciaran, sondern auch das Menschenmädchen Jessi. Doch auch zu zweit ist es alles andere als leicht, ein Einhorn einzufangen, und der Versuch führt Jessi letztendlich direkt in die für sie verbotene Farbenwelt von Keloria, wo sie neben einer unsterblichen Liebe ihre eigene Bestimmung erwartet…

Meine Meinung:
Ein Buch von zwei wirklich klasse Autorinnen? Keine Frage, dass ich das unbedingt lesen musste!
Was mich überrascht hat, war allerdings, dass ich nicht wirklich sagen konnte, welche von beiden was geschrieben hat. Man merkt überhaupt nicht, dass der Roman von zwei Leuten geschrieben wurde, es liest sich wie aus einem Guss.
Generell ließ sich die ganze Geschichte super flüssig lesen und hat einfach Spaß gemacht.

Was mich besonders beeindruckt hat, war Keloria als Welt. Hier haben die Autorinnen wirklich etwas ganz wunderbares geschaffen, das mich absolut begeistern konnte. Die Idee mit den Farben und den damit verbundenen Gefühlen ist einfach großartig und man merkt, dass diese Welt richtig durchdacht ist. Ich kann es kaum erwarten wieder dorthin zurückzukehren!

Leider muss ich auch ein wenig kritisieren, denn es gab auch etwas, das mich nicht überzeugt hat. Jessi, die Protagonistin, beispielsweise war für mich nicht greifbar. Ihr hat es an Tiefe gefehlt und ich hatte nicht das Gefühl, sie wirklich kennenzulernen. Gerade am Anfang ging alles viel zu schnell und Jessi fügt sich einfach kommentarlos in ihr Schicksal. Das konnte ich nicht nachvollziehen und es fiel mir erst einmal ein wenig schwer richtig in die Geschichte reinzukommen.

Und auch die Liebesgeschichte fand ich leider nicht überzeugend. Es ging alles viel zu schnell und bei mir kamen leider keine Emotionen oder Kribbeln an…

Nichtsdestotrotz ist „Das Flüstern des Waldes“ ein mehr als gelungenes Fantasywerk, das mich richtig gut unterhalten und gefesselt hat. Der heimliche Star ist ohnehin ein gewisses Einhorn… 😁

Fazit:
Großartig geschriebene Fantasy mit einem unglaublich tollen Weltenentwurf, der mich absolut überzeugt hat. Nur bei der Liebesgeschichte gibt es noch Luft nach oben. Von Herzen kommende 8 lila Punkte

(Bildrechte liegen beim Verlag.)


Vic James: Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern.

Details:
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: FJB
Erschienen: 22. August 2018

Inhalt:
In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten.
Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine. Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird. Die Arbeit dort ist besonders hart.
Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardines den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt. Vor allem der junge Adlige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele. Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.

Meine Meinung:
Womit diese Dystopie auf jeden Fall punkten kann, ist das unglaublich gelungene Setting. Diese düstere Atmosphäre und die Spannung, die hier förmlich in der Luft zu liegen scheint, sind wunderbar umgesetzt worden. Man kann als Leser sofort mitfühlen und findet sich in diesem düsteren Szenario ein. Wenn man das Buch rein von seinem Wert als Dystopie bewerten müsste, würde es definitiv die volle Punktzahl bekommen, denn mir gefällt die Idee wahnsinnig gut. Eine alternative Geschichte der Menschheit zu erfinden und sie geschickt mit historischen Ereignissen zu verknüpfen – ich finde das genial.

Was mir hier allerdings etwas gefehlt hat, waren die zwischenmenschlichen Beziehungen. In diesem Bereich kam bei mir einfach nicht so viel an leider, was mir bei einem Roman aber immer extrem wichtig ist. Ich konnte einfach nicht mitfühlen – auch wenn die Ideen der Handlung immer grandios waren. Vielleicht lag das auch mit an den wirklich vielen Perspektivwechseln. Wir erleben die Geschichte nämlich aus einigen Perspektiven, was ich einfach etwas zu viel fand. An sich ist es ja super, mehrere Sichtweisen geschildert zu bekommen, da man so einen ganz anderen Blickwinkel auf das Geschehen erhält und wir die Welt, die hier geschaffen wurde, besser verstehen lernen. Allerdings hätte ich es wirklich sinnvoller gefunden, sich auf weniger Figuren zu beschränken, die uns ihre Geschichte erzählen.

Hin und wieder gab es meiner Ansicht nach auch ein paar Längen und Passagen, die ich unnötig und etwas mühselig fand. Aber auch das lag vor allem an den oben genannten übertriebenen Perspektivwechseln, denke ich.

Fazit:
Wer eine gut durchdachte Dystopie mit düsterem Setting sucht, der ist hier definitiv richtig. Ich kann die vielen positiven Stimmen durchaus verstehen, denn aus dieser Perspektive aus gesehen, bietet „Dark Palace“ wirklich alles, das man sich wünschen kann. Aufgrund der zu vielen Sichtwechsel und dem Fehlen der Emotionen, konnte mich das an sich gute Buch allerdings nicht völlig überzeugen. Trotzdem eine klare Leseempfehlung für alle Dystopie-Fans! 7 lila Punkte


Rose Snow: 13. Das zweite Buch der Zeit.

Details:
Seitenzahl: 304 Seiten
Verlag: Selfpublishing
Erschienen: Juli 2018

Inhalt:
Lizzy versucht dem Geheimnis ihrer Gabe auf die Spur zu kommen und stößt dabei auf eine alte Legende, die tief in Kirchbruch verwurzelt ist. Doch was genau hat Lizzy damit zu tun? Und was steckt hinter Rouvens Lüge? Je angestrengter Lizzy versucht, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten, desto mehr zieht Rouven sich zurück. Gleichzeitig sucht sein attraktiver Cousin verstärkt ihre Nähe und als plötzlich ein seltsamer Unfall in Kirchbruch geschieht, weiß Lizzy nicht mehr, wem sie noch trauen kann …

Meine Meinung:
Es geht spannend weiter in Kirchbruch. Wir erhalten in diesem zweiten Band der Trilogie einige Antworten, aber mindestens doppelt so viele bleiben noch offen für den finalen Teil der Reihe. Es wird spannend, mysteriös und gefährlich. Lizzys Gabe in die Zukunft zu reisen ist einfach spannend und ich hätte mir vielleicht etwas mehr davon gewünscht. Aber auch so bleibt es wirklich spannend, denn gerade das Ende wirft so viele Fragen auf, dass ich am liebsten sofort weiterlesen würde. Wie löst sich das Ganze am Ende wohl auf?

Aber natürlich darf man sich als Leser hier auch auf eine gehörige Portion sexy Romantik freuen plus ein klein wenig Liebeschaos. Hier fand ich aber gut, dass dieses kleine Wirrwarr nicht allzu sehr ausgeschlachtet wurde, denn künstlich in die Länge gezogen geht mir so etwas leider schnell auf die Nerven. Rose Snow haben es aber super gelöst.

Insgesamt war es wieder ein wundervoller zweiter Band, bei dem man einfach Freude am Lesen hat. Das zeichnet die Romane des Autorenduos meiner Meinung nach aus. Diese Leichtigkeit in Verbindung mit dem Mysteriösen und richtig Spannung. Im ersten Teil gab es schon etwas wenig Handlung, was ich noch in Ordnung fand, da es sich ja um einen Auftakt handelt und ich es in solchen verschmerzen kann, wenn noch nicht allzu viel passiert. Aber soooo viel mehr gab es hier auch nicht wirklich. Das fand ich schade, weil ich gern noch tiefer in die Materie eingestiegen wäre.

Fazit:
Ein sehr gelungener zweiter Band der Reihe, der alles enthält, was man sich wünscht: Spannung, Action und Romantik. Auch wenn man ein wenig mehr Handlung hinein hätte bringen können, so hat mir das Lesen einfach sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich auf Teil drei. 9 lila Punkte


Mira Valentin: Die Wächter von Enyador. (Enyador-Saga 2)

Details:
Seitenzahl: 394 Seiten
Verlag: Selfpublishing
Erschienen: Dezember 2017

Inhalt:
Die Prophezeiung hat sich offenbart und die Wächter sind auf dem besten Weg, Enyador zu einen. Doch Tristans Liebe zu der Elbenprinzessin Isora steht dem Frieden im Wege. Nicht nur die zerbrechlichen Bündnisse der vier Völker drohen daran zugrunde zu gehen, sondern auch die Einheit der Menschen untereinander. So stehen Tür und Tor offen für Verrat aus den eigenen Reihen – und die Schicksalsgöttin spinnt ihre dunkelsten Fäden.

Meine Meinung:
Wow, ich fühle mich gerade nach dem Lesen des zweiten Bands von „Enyador“ als wäre ich selbst mit den Charakteren durch deren Welt gestreift, als hätte ich selbst an den Kämpfen teilgenommen. Denn genauso fertig bin ich gerade.
Mira Valentin hat es wieder einmal geschafft, mich völlig in ihre Geschichte zu ziehen und sie so bildgewaltig und mitreißend zu erzählen, dass man sich wirklich wie ein Teil davon fühlt.

Die Figuren sind alle so unterschiedlich und auf ihre Art jeder für sich authentisch. Dadurch, dass wir die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven geschildert bekommen, ergibt es ein umfassendes Bild, das es dem Leser erlaubt, noch tiefer in das Geschehen einzutauchen. In manchen Büchern empfinde ich ein so häufiges Wechseln der Erzählsicht als störend, unnötig und nicht gerade vorteilhaft für die Bindung, die man zu den Figuren schaffen will. Aber hier? Hier ist das genaue Gegenteil der Fall. Mit sind dadurch nämlich alle Charaktere ans Herz gewachsen und das passiert höchst selten bei dieser Form des Erzählens.

Die Handlung ist so durchdacht, überraschend und teilweise schockierend, dass ich mich hin und wieder etwas an „Game of Thrones“ erinnert fühle. Niemand darf sich hier jemals sicher fühlen.
Unglaublich wie scheinbar unwichtige Handlungsstränge etwas später plötzlich doch ins Gewicht fallen. Wie klug hier alles durchdacht ist und sie grandios alles zusammenkommt.
Was das Ganze dann noch besonders spannend macht: man kann sich nie sicher sein, dass dem Lieblingscharakter nichts schlimmes passiert. Mira Valentin hat keine Skrupel ihre Figuren umzubringen, da bin ich mir sicher… 😉

Fazit:
Ein grandioses High Fantasy Epos, das absolut lesenswert ist. Wer „Game of Thrones“ liebt, wird auch „Enyador“ lieben. 9 lila Punkte


Rose Snow: 13. Das erste Buch der Zeit.

Details:
Seitenzahl:
Verlag: Selfpublishing
Erschienen: 16. Juni 2018

Inhalt:
Nach dem Tod ihrer Tante ist die 17-jährige Lizzy gezwungen, zu dem Patenonkel ihres Vaters aufs Land zu ziehen. Doch statt der erwarteten Langeweile begegnet ihr der geheimnisvolle Rouven, mit dem sie regelmäßig aneinanderknallt. Dabei hat Lizzy völlig andere Sorgen, denn die ganze Kleinstadt steckt voller Geheimnisse – und das größte davon scheint sie selbst zu sein. Was hat es mit den knisternden blauen Blitzen auf sich, die Lizzy auf einmal sehen kann?

Meine Meinung:
Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann darauf, dass die Bücher von Rose Snow ein Garant für wunderbare Lesestunden sind. Warum? Das ist einfach erklärt.
Geschrieben sind die Romane – ebenso natürlich auch der erste Band von „13“ wunderbar leicht und locker, sodass man ehrlich nicht mehr aufhören kann zu lesen. Man merkt gar nicht, wie schnell man schon am Ende des Buchs angelangt ist und will dann im Grunde sofort Nachschub haben.

Die Handlung ist hier wie immer auch klasse. Einfaches Konzept, das großartig umgesetzt wurde. Mädchen zieht um, entdeckt seltsame Kräfte und dann ist da natürlich auch noch der heiße Kerl – dieses Mal sogar in Begleitung seines nicht minder faszinierenden Cousins. 😉 Der Leser bekommt immer wieder kleine Brocken zugeworfen, doch was wirklich hinter allem steckt – tja, das ist die große Frage. Mit jeder Seite vermehren sich die Fragezeichen und man muss unbedingt so schnell wie möglich weiterlesen, um die Antworten zu finden. Dadurch entsteht definitiv eine gehörige Portion Spannung, die mich richtig fesseln konnte.

Lizzy selbst mochte ich auch sehr gern, sie ist einfach eine sympathische Protagonistin. Ihre Schwester Alexa ist ebenfalls ein Sympathieträger, während Rouven und Tristan für eine gehörige Portion Mystery sorgen. Die perfekte Figurenkonstellation also. 😉 Aber auch die Nebencharaktere und Einwohner des auf den ersten Blick verschlafenen Kirchbruch sind toll ausgearbeitet und so authentisch dargestellt, dass man sich tatsächlich vorstellen kann, diese Menschen im nächsten Dorf zu treffen.

Fazit:
Mit „13“ schaffen Rose Snow wieder einmal einen herrlich leichten Auftakt zu einer spannenden Reihe. Die Seiten lesen sich weg wie nichts und man möchte unbedingt ganz schnell zu Band 2 greifen. 8,5 lila Punkte


Kristen Callihan: Idol. Gib mir die Welt.

Details:
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 27. Juli 2018

Inhalt:
Ruhig, unaufgeregt, zurückgezogen – so würde Libby Bell ihr Leben beschreiben. Doch das ändert sich, als sie eines Morgens einen fremden Typ in ihrem Vorgarten findet. Killian ist sexy und charmant – und ihr neuer Nachbar. Obwohl Libby sich nach dem Tod ihrer Eltern geschworen hat, niemanden mehr an sich heranzulassen, berührt Killian ihr Herz auf eine ganz besondere Art und Weise. Was Libby nicht weiß: Sie ist drauf und dran, sich in niemand anders als Killian James zu verlieben – Leadsänger und Gitarrist der erfolgreichsten Rockband der Welt …

Meine Meinung:
Der Schreibstil der Autorin ist einfach großartig. Sie schafft es den Leser emotional total zu fesseln, das Herz zu brechen, zum Nachdenken anzuregen, aber auch zum Lachen zu bringen. Kurzum: Kristen Callihan bietet uns hier die komplette Bandbreite an Gefühlen dar und das auch noch so authentisch und greifbar, als wäre man selbst Teil davon. Wirklich wunderbar!

Auch mit den Charakteren kann sie hier auf ganzer Linie punkten. Gerade Libby ist einfach herrlich. Sie ist kein schwaches Mauerblümchen, das sich leicht einschüchtern lässt, sondern eine taffe und unglaublich starke Frau. Sie ist schlagfertig, mutig und einfach wundervoll.
Killian ist ebenfalls sehr gelungen. Zunächst denkt man ganz klischeehaft: Eindeutig Bad Boy. Doch wie sich herausstellt, ist er das nicht. Eigentlich überhaupt nicht. Und gerade das macht ihn als Protagonist so klasse. Ich finde es einfach nur toll, endlich mal einen Rockstar zu haben, der nicht der klassische Bad Boy ist.

Das war es auch, was mir an der Handlung besonders gefallen hat. Hier wird nicht das Klischee von „unscheinbares Mädchen verliebt sich in Rockstar“ bedient, sondern die beiden sind sich von Anfang an ebenbürtig. Beide sind starke Charaktere, beide sind unterschiedlich und verbiegen sich nicht für den anderen. Es ist authentisch und geht gerade deshalb so ans Herz.

Allerdings habe ich auch zwei Kritikpunkte, die ich an der Stelle ansprechen muss. Zum Teil ist mir die Handlung nämlich zu gerafft dargestellt worden. Teilweise werden Wochen oder sogar Monate in einem Nebensatz zusammengefasst, womit ich als Leser immer ein großes Problem habe – vor allem wenn der Roman von Gefühlen lebt. Denn durch diese lange Zeit, in der ich nichts über die Figuren erfahre und ihre Entwicklung nicht miterleben kann, verliere ich immer etwas von der Verbindung zu ihr. Das hätte man vielleicht anders lösen können.

Und hin und wieder kamen mir die Probleme der Figuren auch etwas zu aufgebauscht und künstlich vor. Aber das ist vermutlich Ansichtssache. 😉

Fazit:
Ein wirklich sehr gelungener New Adult-Roman, der nicht auf Klischees zurückgreift, sondern durch starke Protagonisten und eine neuartige Handlung überzeugen kann. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band! 8 lila Punkte