Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Annika Hanke: London’s Legacy. Entfesselte Elemente.

Details:
Seitenzahl: 360 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 15. April 2021

Inhalt:
Die Londoner Highschool-Schülerin Charlie könnte ein ganz normales Mädchen sein, wäre da nicht das uralte Geheimnis, das sie in sich trägt: Niemand darf wissen, dass sie Elementarmagie beherrscht und als Teil der Magus Feralis die Erde kontrollieren kann. Als sich in Westminster unerklärliche Erdbeben häufen, spürt Charlie sofort, dass Magie dahinterstecken muss. Mit Hilfe ihrer Kräfte folgt sie deren Spur zum Zentrum der Beben und steht plötzlich vor einem umwerfend attraktiven jungen Mann. Beim Anblick seiner leuchtend blauen Augen fühlt sie nicht nur ihr Herz schneller schlagen, sondern auch die unkontrollierbare Macht, die in dem Unbekannten tobt …

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an befindet man sich als Leser*in mitten im Geschehen. Es geht direkt los, aber man ist zu keiner Zeit erschlagen. Die Hintergründe, das Leben der Protagonistin Charlie und alle Informationen zu ihren Kräften werden immer wieder eingestreut, sodass man ein umfassendes Bild bekommt. Show not tell wurde hier sehr ernst genommen und ich finde es toll. Ich habe mich dadurch meistens ehrlich gesagt eher wie in einem Film gefühlt und nicht als würde ich die Geschichte lesen. Das passiert mir eher selten, dass ich die Bilder so klar vor Augen habe, mich so sehr hineinversetzt fühle als würde ich gerade auf eine Kinoleinwand blicken und nicht auf die Buchstaben einer Seite. Nicht zuletzt liegt das vermutlich daran, dass mich die Geschichte von Anfang an an die X-Men erinnert hat und deshalb sofort ein Film vor meinem inneren Auge gestartet wurde.

Die Handlung war sehr spannend und mitreißend, man möchte immer sofort wissen, was wohl als nächstes passieren wird. „London’s Legacy“ schafft es definitiv seine Leser*innen zu fesseln und zu begeistern. Die Umsetzung der an sich schon klasse Idee hat mich richtig begeistert, denn die Kräfte von Charlie und Vincent beispielsweise waren wirklich schön beschrieben.

Auch das Knistern zwischen den Charakteren war spürbar, was mir persönlich immer sehr wichtig ist, wenn ich einen Roman mit Liebesgeschichte als eines der zentralen Themen lese. Noch dazu mochte ich sowohl Charlie als auch Vincent wirklich gern, sie waren in meinen Augen authentisch und wirkten menschlich. Dadurch kann man als Leser*in eine Bindung zu ihnen aufbauen und fiebert umso mehr mit ihnen mit.

Zwei Dinge haben mich leider ein wenig gestört beim Lesen und auch wenn sie das insgesamt wirklich tolle Buch nicht maßgeblich beeinträchtigen, waren sie für mich ein kleiner Wermutstropfen. Zum einen werden große und für die Figuren eigentlich schockierende Enthüllungen teilweise einfach abgetan und es wird nicht näher darauf eingegangen. Man bleibt mit vielen Fragezeichen zurück und leider werden viele Dinge nie näher erklärt oder ausgeführt. Deshalb bleibt einem die hier erschaffene magische Welt zu einem großen Teil leider auch nach dem Lesen weiterhin verborgen, man kratzt nur an der Oberfläche und bekommt unglücklicherweise keinen umfassenden Blick hinter die Kulissen.
Zum anderen kam mir das Ende einfach viel zu schnell und abrupt. Der Ausgang an sich ist passend für die ganze Geschichte, aber nachdem eine solche Spannung aufgebaut wurde während der letzten über 300 Seiten, hätte ich mir hier etwas Größeres, Fulminanteres gewünscht.

Fazit:
Ein sehr gelungenes Buch, das wirklich begeistern und mitreißen kann. Mit ein paar mehr Seiten hätte die Geschichte den Leser noch tiefer in die Welt der magischen Kinder mitnehmen und ein packenderes Ende haben können – dann wäre es wohl der fast perfekte Urban Fantasyroman geworden. Doch auch so war es ein Vergnügen, die Geschichte von Charlie und Vincent miterleben zu dürfen und es war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch der Autorin.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Leave a Reply

Your email address will not be published.