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Annie Laine: Silvershade Academy 1. Verborgenes Schicksal.

Details:
Seitenzahl: 305 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 29. Oktober 2020

Inhalt:
Nacht für Nacht quälen die 17-jährige Eve seltsam verstörende Albträume voller Rauch, Feuer und Zerstörung. Doch es kommt noch schlimmer: Kaum kriegt ihre Tante Wind davon, schickt sie Eve an die mysteriöse Silvershade Academy. Und obwohl Eve am liebsten ganz weit weg wäre, muss sie schon bald feststellen, dass sie sich auf einem Internat für magische Wesen befindet und es dort gar nicht so schlecht ist. Als Nachfahrin eines Ahnengeschlechts von Sehern besitzt auch sie die Gabe des Sehens und hält damit die Zukunft in ihren Händen. Diese ist jedoch nicht so leicht zu beherrschen, wenn eine dunkle Macht droht, die Ordnung der gesamten magischen Welt zu zerstören. Nur der düstere Bad Boy und Dämon Alistair scheint ihr jetzt noch helfen zu können …

Meine Meinung:
Es gibt zwei Dinge, die in diesem Buch für mich herausstechen: zum einen der tolle und ruhige Schreibstil der Autorin, die sich Zeit für alle Szenen nimmt und nicht durch die Handlung hetzt. Dennoch waren die Action geladenen Momente aber dynamisch und spannend.
Und zum anderen die Atmosphäre beim Lesen, die genau das Gefühl von Internatleben vermittelt, das man sich in einem solchen Buch wünscht. Etwas mehr vom Unterricht und von Eves Freizeit wären zwar schön gewesen, aber dennoch konnte mich die beabsichtigte Stimmung auch so definitiv erreichen.

Eves anfängliche Reaktion, als sie erkennt, wo genau sie eigentlich gelandet ist, war sehr authentisch und ich mochte es wirklich, dass sie eben ihre Zeit braucht, um alles zu verarbeiten. Allerdings ging mir der Wandel vom Schock hin zu „Ich tue ALLES für die Schule“ dann vielleicht doch ein wenig zu rasant. Trotzdem war Eve insgesamt eine tolle Protagonistin, die auch ihre Fehler hat und nicht immer weiß, was richtig und was falsch ist. Das macht sie greifbar und sympathisch.

Große Spannung wird hier definitiv durch Eves „Träume“ aufgebaut, die den/die LeserIn von Anfang an begleiten. Durch sie schwebt die ganze Zeit über eine unheilvolle Wolke über dem Geschehen und man ist während des Lesens ständig wachsam, ob und wie sich die Träume vielleicht erfüllen.

Ein Punkt, der mich ein wenig irritiert und leider nicht so ganz überzeugt, war das Verhalten der Erwachsenen in dieser Geschichte. Wie es zu Entscheidungsfindungen von ihnen kommt, wird eigentlich nie gezeigt, man bekommt als LeserIn nur das Ergebnis mitgeteilt – und das wirkt leider meist nicht wirklich realistisch. Die wichtigsten Entscheidungsträger benehmen sich eher wie trotzige Kinder ohne dass man ihre Beweggründe nachvollziehen kann, weil man nur einmal ganz kurz überhaupt im Buch auf sie persönlich trifft.
Ebenso war das Verhalten von Eves Lehrmeisterin nicht passend zu ihrer Rolle. Sie ist angeblich die wichtigste Beraterin für große Entscheidungen, tut aber entweder gar nichts oder nickt schlichtweg alles, was ihr befohlen wird, ohne Widerrede ab. Das hat mich beim Lesen leider doch alles eher gestört. Als wäre der Fokus so sehr auf dem Internat, dass die Außenwelt vernachlässigt und so kurz wie möglich abgehandelt werden soll.

Doch trotz meiner Kritikpunkte handelt es sich hier um ein wirklich sehr unterhaltsames, spannendes und gut geschriebenes Buch, das vor allem beim jüngeren Publikum großartig ankommen wird. Das Ende ist noch einmal so spannend, dass die Neugier auf die Fortsetzung geschürt wird und man am liebsten gleich weiterlesen will.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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