Lila Bücherwelten

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Sarah Sprinz: What if we stay.

Details:
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. Februar 2021

Inhalt:
Amber Gills hat alles verloren: ihren Studienplatz, den Respekt ihrer Eltern und sämtliche Hoffnung, jemals genug zu sein. Nur durch die Beziehungen ihres Vaters erhält sie die Chance, ihren Abschluss zu retten. Als sie sich im Gegenzug im Architekturbüro ihrer Eltern beweisen soll, bietet Emmett ihr seine Hilfe an. Er ist engagiert, zuvorkommend, ein Vorzeigestudent – und damit das exakte Gegenteil von Amber. Dass ihr Herz in seiner Gegenwart schneller klopft, kann Amber dennoch nicht verhindern. Was sie nicht ahnt: Mit dem gemeinsamen Projekt setzt sie nicht nur Emmetts Vertrauen aufs Spiel …

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich eine ganze Weile gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzukommen. Sie hat mich anfangs nicht wirklich mitreißen können und ich habe mehr Zeit dammit verbracht, darüber nachzudenken, weshalb das so ist, als mit dem tatsächlichen Lesen. Dann wurde es mir klar: Amber, die Protagonistin, ist der Grund dafür. Weil sie ein „Bad Girl“ ist, weil sie unfreundlich ist, manchmal gemein und viele Dinge tut, von denen man ihr eigentlich abraten sollte.
Warum stört mich das? Das habe ich mich immer wieder gefragt. Und ich habe erkannt, dass ich so sehr an das typische Muster gewöhnt bin, dass mich ein Bruch mit diesem erstmal irritiert. Mit typischem Muster meine ich eine freundliche Protagonistin, die zwar kleinere Ecken und Kanten hat, aber eben so gut wie nie ein Bad Girl ist.
Warum sollen Frauen und Mädchen eigentlich immer lieb und brav sein? Dass das ein Problem in den patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft ist, ist mir schon länger klar, aber durch „What if we stay“ habe ich zum ersten Mal so richtig verstanden, wie tief dieses Frauenbild sogar in mir verankert ist, obwohl ich versuche, mich damit auseinanderzusetzen. Das war erschreckend, um ehrlich zu sein. Aber wir entwickeln uns eben nur weiter, wenn wir uns mit Dingen beschäftigen, die unangenehm sind und uns zeigen, wo wir noch an uns arbeiten dürfen. Dafür möchte ich der Autorin auf jeden Fall schon einmal danken, denn einen solchen „Aha“-Moment, was das persönliche Wachstum angeht, habe ich während des Lesens von Romanen nicht oft.

Als ich mir klar darüber wurde, was mein anfängliches Problem mit dem Buch war, habe ich Amber mit neuen Augen gesehen und sie akzeptiert wie sie ist. Ich habe angefangen ihre inneren Prozesse unglaublich gern mitzuverfolgen, ihr bei ihrer Entwicklung zuzusehen war mit einem Mal spannend und mitreißend.

Auch Emmet mochte ich sehr sehr gern, er ist einfach ein unglaublich toller Mann. So liebevoll, klug und fürsorglich. Aber auch er ist nicht perfekt, was ihn nur umso sympathischer macht.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen, hat mich zum Nachdenken gebracht und sehr gut unterhalten. Ein toller New Adult-Roman, der vor allem mit einer Protagonistin glänzen kann, die man so nicht oft bekommt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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