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Lea Coplin: Mit dir leuchtet der Ozean.

Details:
Seitenzahl: 336 Seiten
Verlag: dtv
Erschienen: 18. Juni 2021

Inhalt:
Als Penny auf Fuerteventura landet, um in einem All-inclusive-Club zu arbeiten, ist Milo der Letzte, mit dem sie rechnet. Milo, der kurz mit ihr auf der Schule war, dessen Name nichts als Ärger verhieß und mit dem sie ein verirrter Kuss verbindet. Jetzt ist ausgerechnet die fröhliche Helena, Pennys Zimmergenossin, mit Milo zusammen und Penny kann ihm kaum aus dem Weg gehen. Aber da ist noch immer die Erinnerung an diesen Kuss. Auch Helena merkt, dass da mehr ist, und das schlechte Gewissen ihr gegenüber droht Penny zu ersticken. Doch Gefühle lassen sich nicht steuern. Selbst wenn sie schnurgerade in die Katastrophe führen.

Meine Meinung:
Der Klappentext verspricht sehr viel, was das Buch leider nicht ganz halten kann. Das war so, so schade, weil das Potenzial sehr groß war und mir auch der Schreibstil wirklich gut gefallen hat. „Leider“ wird das wohl am häufigsten benutzte Wort in dieser Rezension, weil es mir ehrlich leidtut, dass mich die an sich schöne Geschichte nicht ganz von sich überzeugen konnte.

Man spürt, dass die Autorin mit Herzblut geschrieben hat, ihr die Figuren wirklich wichtig sind. Nur leider, leider, leider konnte ich als Leserin keine Bindung zu den beiden Protagonisten aufbauen – trotz toller Grundzüge und so viele Möglichkeiten auf mehr in ihnen. Man erfährt so gut wie nichts über Penny und Milo außerhalb ihrer Arbeit im Solana Club, dem einen Moment im Schrank vor fünf Jahren und jeweils einen einzelnen traumatischen Moment im Leben. Ihre Persönlichkeiten, ihre Stärken, Schwächen, Vorlieben, Pläne – kurz das, was sie WIRKLICH ausmacht – lernt man schlichtweg gar nicht kennen. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass mehr Fokus auf die Charakterentwicklung und -darstellung gelegt wird, weil das Buch dann richtig begeistern könnte. Es ärgert mich ein bisschen, weil man die Ansätze in den Figuren ja sieht und sich sehr wünscht, dass diese noch weiter ausgeführt werden, doch das passiert einfach nicht.
Die Nebenfiguren bleiben leider auch flach und erhalten kaum Tiefe bis auf kleine durchaus unterhaltsame Macken. Und das, obwohl auch die Nebencharaktere sehr vielversprechend klingen.

Die Liebesgeschichte an sich finde ich richtig süß. Ein Kuss, der beiden Beteiligten auch nach fünf Jahren nicht aus dem Kopf geht, ein Wiedersehen in einem Club, in dem sie als Animateure arbeiten, und einige Stolpersteine, die ihnen im Weg liegen. Das Leben als Animateure war auch interessant gezeigt, von diesem Setting habe ich bisher noch nichts gelesen und es war somit eine schöne Abwechslung. Es gab dann auch durchaus einige richtig schöne Momente zwischen Milo und Penny, in denen man das Knistern deutlich spüren konnte und die toll geschrieben waren.
Da man aber die Charaktere nicht WIRKLICH kennenlernt und es so sehr sehr schwer ist, eine engere Bindung zu ihnen aufzubauen, war es auch dementsprechend leider so, dass die Liebesgeschichte nicht sehr viele Emotionen wecken konnte. Ja, in den schönen Momenten zwischen den Figuren hat man durchaus mitgefühlt, aber ansonsten leider nicht so sehr.

Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass es sich bei „Mit dir leuchtet der Ozean“ um eines dieser Bücher handelt, die ganz groß sein könnten, aber ihr ganzes Potenzial einfach nicht entfalten. Die Autorin hat richtig Talent, ihre Art zu schreiben ist super und auch die Handlung und die Figuren sind in ihren Ansätzen klasse – aber die Geschichte bleibt leider meistens auf Sparflamme und kann die Leser*innen deshalb nicht ganz mitreißen. Sehr schade, weil man die ganze Zeit spürt, dass unter der Oberfläche so viel mehr schlummert.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


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