Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Lyla Payne: Trust my lips. (Golden Campus 2)

Details:
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Ravensburger
Erschienen: 30. Juni 2021

Inhalt:
Fünf Jahre ist es her, dass sich Jos Leben von Grund auf verändert hat. Damals, als ihr Vater schwer erkrankte, ihre Mutter sich aus dem Staub machte und ihre Freunde sie einfach fallen ließen. An der Golden Isles Academy hält nur noch May zu ihr. Umso entsetzter ist Jo, als sie einem dieser ehemaligen „Freunde“ Nachhilfe geben soll: ausgerechnet Noah, einem der berüchtigten James-Zwillinge. Und das, obwohl sie neben dem Büffeln für ihren Abschluss, dem Job im Café und der Pflege ihres Vaters eigentlich keine Zeit übrig hat. Doch Noah bietet Jo einen Deal an, dem weder ihr Kopf noch ihr Herz widerstehen kann.

Meine Meinung:
Ich war nach „Trust my heart“ wirklich sehr gespannt auf die Geschichte von Noah, dem scheinbar kalten und distanzierten Zwilling. Seine seelischen Abgründe fand ich auch wirklich spannend, traurig und authentisch – sie haben mich wirklich mitgenommen.

Auch Jo ist eine tolle Protagonistin, die ihre Fehler und Schwächen hat, aber alles für diejenigen tut, die sie liebt. Was sie alles für ihren Vater macht, was sie für ihn aufgibt, ist wirklich gewaltig. Welcher Teenager wäre dazu im Stande? Das hat Jo jede Menge Respekt eingebracht und zeigt ihre Stärke sehr eindrucksvoll.

Teilweise war ich richtig begeistert von der Geschichte und wollte gar nicht aufhören zu lesen. Gerade als Noah und Jo sich langsam wieder neu kennenlernen und sich auch näher kommen, ist das Buch sehr unterhaltsam und beschert den Leser*innen ein aufregendes Kribbeln, wie sich die Sache zwischen den beiden wohl noch entwickelt. Aber der richtige Höhepunkt, der Punkt, an dem die Gefühle so richtig heraussprudeln, der hat irgendwie gefehlt. Es plätschert ab einem gewissen Punkt eher vor sich hin was den emotionalen Aspekt betrifft. Das war so schade, weil mir dadurch einfach etwas Entscheidendes gefehlt hat. Die Geschichte konnte deshalb gegen Ende nicht mehr zu 100% begeistern, obwohl sie definitiv das Zeug dazu gehabt hätte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der zweite Band der „Trust“- Reihe mit starken Figuren, tiefgründigen Themen und einer wirklich starken ersten Hälfte überzeugen kann. Auch wenn es dann etwas abflaut, so ist „Trust my lips“ dennoch ein tolles Buch, das sich zu lesen lohnt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Kirsten Callihan: Dear Enemy.

Details:
Seitenzahl: 512 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 28. Mai 2021

Inhalt:
In der Highschool waren sie Erzfeinde – zehn Jahre später hassen sie sich noch immer. Delilah Baker und Macon Saint sind wie Hund und Katz, doch als Delilahs Schwester den erfolgreichen Schauspieler bestiehlt und dieser Samantha anzeigen will, muss Delilah alles tun, um ihre Familie zu beschützen. Sie bietet Saint an, ein Jahr als persönliche Assistentin für ihn zu arbeiten. Und während sie ihre Feindschaft weiter pflegen, stellen sie fest, dass Hass und Liebe sehr dicht beieinander liegen …

Meine Meinung:
Kirsten Callihan ist eine dieser seltenen Autorinnen für mich, deren Romane ich immer kaufe – ohne überhaupt einen Blick auf den Klappentext zu werfen. Denn meine Güte, diese Frau kann so so so gut schreiben! Kaum eine andere schafft es Gefühle so echt, tief und komplex zu vermitteln und das mit einer scheinbaren Leichtigkeit, die man nur bewundern kann.

Auch in „Dear Enemy“ war es nicht anders. Diesen Prozess von Hass, Wut und tiefster Abneigung hin zu anderen Emotionen so gut und echt zu schildern – das ist eine Meisterleistung. Davor ziehe ich meinen Hut, denn selbst wenn die Charaktere Mal Entscheidungen treffen, die ich persönlich nicht fällen würde, wo kann ich sie trotzdem verstehen. Die Autorin hat sie einfach so authentisch gezeichnet, dass alles, was sie tun, echt wirkt. Ehrlich. Deshalb berührt die Liebesgeschichte umso mehr und löst wirklich Gefühle beim Lesen aus.

Kleiner Kritikpunkt von meiner Seite: der Umgang mit Mobbing. Ich fand teilweise, dass Mobbing verharmlost wurde und hörte mir da gewünscht, dass es konsequenter verurteilt bzw Reue dafür gezeigt wird.

Insgesamt ein grandioses Buch, das unglaublich gut und ehrlich geschrieben ist. Die Gefühle und Figuren sind grandios und ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite genossen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Kira Mohn: Wild like a river.

Details:
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: Kyss
Erschienen: 13. Oktober 2020

Inhalt:
Haven lebt als Tochter eines Rangers in einem von Kanadas Nationalparks. Nirgends fühlt sie sich so wohl wie in der wilden Natur. Menschen hingegen verunsichern sie. Sie weiß nie, was sie sagen, wie sie sich verhalten soll. Die meisten Leute finden sie seltsam. Doch dann begegnet sie Jackson, einem Studenten aus der Stadt. Er bittet sie, ihm ihre Welt zu zeigen. Und plötzlich ist da jemand, der all das, was sie bisher allein erlebt hat, mit ihr teilt. Ein verwirrend schönes, aber auch schmerzhaftes Gefühl. Denn Jackson muss bald wieder zurück in seine eigene Welt …

Meine Meinung:
Wer Sehnsucht nach dem Gefühl von unberührter Natur hat, ohne selbst in dir Wildnis zu reisen, wird hier definitiv fündig. Man fühlt sich direkt nach Kanada versetzt, kann die Bäume, Flüsse und Berge vor sich sehen, als wären sie tatsächlich hier. Das Setting wurde einfach so schön beschrieben, dass man sich alles so unglaublich gut vorstellen kann.

Etwas Schwierigkeiten hatte ich mit der Liebesgeschichte. Keine Frage, sie war alles in allem wirklich süß, aber gerade anfangs konnte ich nicht so ganz nachvollziehen, weshalb sie überhaupt entsteht. Sie war einfach irgendwie da und das hat mich nicht mitreißen können. Dadurch habe ich eine ganze Weile gebraucht ehe ich mich so richtig darauf einlassen konnte. Dann war sie auch wie gesagt süß und schön, aber das letzte Tüpfelchen auf dem i hat mir leider gefehlt.

Insgesamt handelt es sich hier um einen wirklich schönen Roman, der vor allen Dingen mit dem beeindruckenden Setting und dessen tollen Beschreibung trotz etwas Kritik punkten kann.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Nikola Hotel: It was always love.

Details:
Seitenzahl: 464 Seiten
Verlag: Kyss
Erschienen: 15. September 2020

Inhalt:
Weg. Einfach nur weg. Das ist Aubrees einziger Gedanke, als sie nach einer Studentenparty von der Uni fliegt. Sie kauft sich ein uraltes Auto, schmeißt die wenigen Dinge, die sie besitzt, in den Kofferraum und flieht zu ihrer besten Freundin Ivy nach New Hampshire. Dort will sie nichts anderes, als sich die Decke über den Kopf ziehen und an nichts mehr denken. Nicht an diese Nacht. Nicht an die Party. Und vor allem nicht an das Foto, das seitdem von ihr im Internet kursiert. Doch das funktioniert nicht. Denn statt ihrer Freundin trifft sie auf Noah, Ivys Stiefbruder. Mit seiner impulsiven, aber überraschend sensiblen Art ruft Noah Gefühle in ihr hervor, die sie gerade gar nicht gebrauchen kann. Und die sie trotzdem mit sich reißen wie ein Sturm …

Meine Meinung:
Es ist so schön, Noah von einer anderen Sekte kennenzulernen. Im ersten Band der Dilogie war er zwar nur eine Nebenfigur, aber er kam nicht allzu gut weg. Obwohl man gemerkt hat, dass er ein gutes Herz hat und im Grunde ein wundervoller Mensch ist, hat man schon im ersten Band gesehen, dass er sich das selbst kaputt macht. Sich selbst.
Umso schöner, dass man nun auch seine weiche, einfühlsame Seite kennenlernt und die Abgründe seiner Seele wenigstens zu einem großen Teil gezeigt bekommt. Da hätte ich mir irgendwie noch ein wenig mehr gewünscht, ich habe auch nach dem Lesen nach wie vor etwas den Eindruck als hätte man kein komplettes Gesamtbild von Noah bekommen.

Es handelt sich hierbei aber um Kritik auf hohem Niveau, weil das Buch alles in allem wirklich überzeugen konnte.

Vor allen Dingen lag das natürlich am Schreibstil der Autorin, die Emotionen echt und mitreißend schildern kann und die Leser richtig in ihren Bann schlägt. Es gab so viele besondere und zauberhafte Momente zwischen Noah und Aubree, die einem tatsächlich Herzchenaugen schenken und breit grinsen lassen.

Insgesamt ein wirklich toller New Adult – Roman, der sowohl von der Handlung, der Tiefe und dem wunderbaren Erzählstil her überzeugen kann. An manchen Stellen hätte ich mir noch ein abgerundeteres Gesamtbild gewünscht, aber alles in allem hat mich „It was always love“ richtig fesseln und berühren können.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Kristen Callihan, Samantha Young: Forever and ever.

Details:
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: mira Taschenbuch
Erschienen: 25. Mai 2021

Inhalt:
Der ersehnte Job ist für Parker zum Greifen nah. Das Einzige, was sie von ihrem Traum trennt, ist ihr Single-Dasein. Denn Parkers Chef hat die verstaubte Vorstellung, nur ein fest liierter Mitarbeiter mit Eigenheim sei ein guter Angestellter. Also engagiert sie für ein Firmenessen jemanden, der ihren Freund spielt. Doch dieser taucht zu dem ersten Fake-Date nicht auf, sondern sein Bruder Rhys. Und aus dessen sexy Mund kann sie sich so einiges anhören. Dann nimmt der Abend eine seltsame Wendung: Ihr Boss ist begeistert von dem Ex-Boxchampion, und Rhys ist plötzlich der Mann an ihrer Seite. Je besser Parker ihn kennenlernt, desto stärker fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Doch von Leidenschaft stand nichts in den Geschäftsbedingungen …

Meine Meinung:
Wenn diese beiden Weltklasse Autorinnen zusammenarbeiten, muss ja etwas Tolles herauskommen. Sie gehören für mich zu der absoluten Top-Riege der Romance-Szene und ich war wirklich sehr gespannt auf das Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit.

Wie erwartet spielen die beiden ihre große Stärke aus: Die Emotionen. Die Entwicklung der Gefühle bei den Figuren wirkt so echt, authentisch und dadurch erreichen sie einen als Leser völlig. Beide Autorinnen für sich sind Meisterinnen in diesem Bereich – und auch gemeinsam können sie diesen Trumpf ebenso grandios ausspielen.
Die Anziehung der beiden Protagonisten wird ebenso glaubwürdig und real dargestellt. Man spürt das Knistern zwischen Parker und Rhys, wie gewohnt glänzen Callihan und Young auch in dieser Hinsicht wieder absolut.

Trotz all dieser positiven Aspekte, hat mir ein klein wenig das Besondere gefehlt. Es war richtig tolle Romance, keine Frage, aber es kam nicht wirklich etwas Überraschendes oder Außergewöhnliches. Das hat mich ein klein wenig enttäuscht, weil ich mir sicher bin, die Autorinnen hätten das hinbekommen.

Insgesamt handelt es sich bei „Forever and ever“ um ein wirklich gutes Buch, das mit grandiosem Schreibstil, authentischen Emotionen, Entwicklungen und Knistern punkten kann, auch wenn das letzte bisschen, das Besondere, ein wenig gefehlt hat.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


B.E. Pfeiffer: Stars upon us.

Details:
Seitenzahl: 402 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 21. Mai 2021

Inhalt:
Die Erdkriegerin Emaya kennt nur ein Ziel: an der Prüfung der Elemente teilzunehmen, um mehr über das mysteriöse Verschwinden ihres Vaters zu erfahren. Als jedoch nicht sie, sondern ihre sanftmütige Zwillingsschwester für die gefährlichen Duelle ausgewählt wird, fasst sie den waghalsigen Entschluss, unter deren Identität anzutreten und zum Haus der Elemente zu reisen. Dort angekommen zieht Emaya ausgerechnet die Aufmerksamkeit des Alphas der verfeindeten Metallkrieger auf sich. Der gefährlich attraktive Dante scheint mehr über die Hintergründe der Kämpfe zu wissen, als er sollte, und ist gewillt sie einzuweihen – falls Emaya sich bereit erklärt, in der Arena zu seiner Spionin zu werden …

Meine Meinung:
Was mir an diesem Buch wirklich gut gefallen hat, sind die fantasievollen und wirklich tollen Ideen, die die Handlung tragen. Man merkt, dass die Autorin bereits einiges an Schreiberfahrung hat, die Geschichte wirkt einfach routiniert erzählt, mit scheinbarer Leichtigkeit. Durch diese beiden Punkte ist die Handlung auch sehr spannend, mitreißend und man ist wirklich gespannt, wie es weitergeht. Das Buch kann die Leser definitiv fesseln und sehr, sehr gut unterhalten.
Auch das Finale war unglaublich spannend und aufregend, richtig toll!

Bei den Figuren bin ich etwas hin- und hergerissen. Einerseits mochte ich sie schon gern und fand sie im Großen und Ganzen auch ziemlich gut beschrieben, auch wenn ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht hätte. Andererseits waren sie mir aber ein wenig zu stereotyp dargestellt, was ich etwas schade fand, da sie sehr viel Potenzial haben.

Die Liebesgeschichte ging mir anfangs leider wirklich zu schnell und viel zu glatt. Sie wirkte irgendwie konstruiert und nicht echt, wodurch bei mir das Gefühl leider nicht so recht angekommen ist. Im Laufe der Handlung fand ich sie dann aber doch sehr schön und ein bisschen kitschig (im absolut positiven Sinne!), sodass ich mich schließlich doch emotional hineinfinden konnte.

Das Setting an sich war wirklich gut gewählt, da allein durch die äußeren Umstände Spannung aufkommt. Ich hätte mir noch etwas mehr Beschreibungen und Informationen über die Welt erhofft, ebenso über die Magie, die genutzt wird. Da hat mir ein bisschen mehr Hintergrundwissen gefehlt muss ich ehrlich sagen, auch wenn ich die Grundzüge an sich toll finde.

Trotz einiger Kritikpunkte, hat mir „Stars upon us“ wirklich gut gefallen und richtig toll unterhalten. Es war ein spannendes Fantasywerk mit großartigen Ideen, die die Punkte, die ich persönlich etwas kritisch sehe, klar überwiegen. Insgesamt ein klasse Buch, das ich sicherlich irgendwann noch einmal lesen werde.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Tanja Roullier: Rubinmacht 1.

Details:
Seitenzahl: 393 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 3. Juni 2021

Inhalt:
Im magischen Reich Ellendria scheint das Leben einer mittellosen Waise wie Lyanna genau vorgezeichnet. Bei Stiefeltern aufgewachsen, rechnet sie damit, einen bescheidenen Beruf ergreifen und ein karges Leben führen zu müssen. Doch am Tag der Prüfung, die den Weg aller Jugendlichen in Ellendria bestimmt, kommt alles ganz anders. Lyanna offenbart als eine der wenigen »die Gabe«: Sie kann die Magie der Edelsteine lenken. Sofort schickt man sie an die Schule für Magie, wo sie ihr Talent zu beherrschen lernen soll. Doch hier, in der Gesellschaft von Adligen und Reichen, muss sich Lyanna erst noch beweisen. Als ihr ein folgenschwerer Fehler mit einem ihr anvertrauten Edelstein unterläuft, scheint alles verloren. Bis ihr der mysteriöse Cylon einen riskanten Handel vorschlägt …

Meine Meinung:
Die grundsätzliche Idee des Buchs ist wirklich interessant. Eine magische Akademie, die Macht der Edelsteine – das alles birgt großes Potenzial und eine tolle Grundlage für eine Geschichte. Auch im Lauf der Handlung gab es einige tolle Momente, in denen die Autorin ihre tolle Fantasie unter Beweis gestellt hat, auch wenn ich vieles leider doch eher klischeehaft fand, wie man es in den meisten Fantasyromanen findet.

Ebenso gefallen hat mir, dass man wirklich etwas über die Magie und deren Anwendung erfährt. Man lernt sozusagen mit den Schülern der Akademie, was mir wichtig ist, wenn ein solches Setting gewählt wird.

In meinen Augen wurde dieses Potenzial nicht ganz ausgeschöpft leider, da ich die Figuren leider etwas zu oberflächlich beschrieben fand. Man lernt sie nicht kennen, nicht wirklich zumindest. Nicht ihr Innerstes, ihre wahren Gefühle, ihr Wesen. Dadurch herrschte die ganze Zeit über eine Art Distanz zwischen der Leserin und den Charakteren, weshalb ich persönlich nie so hundertprozentig in das Geschehen eintauchen konnte.
Dasselbe gilt für die Nebenfiguren, die leider auch recht blass bleiben.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Asuka Lionera: Nemesis 1. Von Flammen berührt.

Details:
Seitenzahl: 271 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 20. Mai 2021

Inhalt:
Evelyn liebt es zu gewinnen und schreckt vor keiner Herausforderung zurück. Auch nicht, als sie von einer Göttin auserwählt wird, um in deren Namen als Hüterin in einem ewig währenden Wettstreit anzutreten. Von einem Moment auf den anderen befindet sich die impulsive Gamerin mitten in einer fantastischen Welt. Ihre Aufgabe klingt einfach: Finde deine vier Wächter, besiege die feindlichen Hüter und erwecke die Göttin Gaia. Doch was als Spiel beginnt, wird für Evelyn schnell gefährlicher Ernst. Je länger sie an diesem fremden Ort verweilt, desto mehr verschwimmen für sie die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Und dann ist da noch Lucian, der ihr Herz mit seinem intensiven Blick vollkommen aus dem Takt bringt …

Meine Meinung:
Die Idee der Handlung finde ich genial – eine Gamerin wird in das Spiel hineingezogen und muss dort ihre Aufgabe erfüllen, um zurück in ihre Realität zu kommen. Mich wundert es, dass es nicht schon mehr Bücher mit diesem Setting gibt, denn die Idee ist einfach klasse. Auch die Grundlage der Geschichte – Eve muss als Wächterin des Erdvolks deren Göttin wiedererwecken, nachdem sie vier Wächter gefunden hat – war wirklich spannend. Die Welt an sich hätte man gern noch ein wenig näher kennenlernen können, deren Gesellschaft, Völker, Gepflogenheiten usw. Das kam mir ein wenig zu kurz – aber ich hoffe einfach auf den zweiten Band.

Punkten kann der Roman definitiv wieder mit dem fesselnden und großartigen Sprachstil der Autorin, der mich wie immer begeistern konnte. Sie hat Humor, die Figuren dadurch schlagfertige Antworten und auch die Emotionen werden toll vermittelt. Als Eve sich in dem Spiel wiederfindet beispielsweise finde ich ihre Reaktion hervorragend geschildert, weil es so authentisch wirkt. Es ist kein künstliches Drama, aber auch kein einfaches Abfinden mit der Situation. Das spricht definitiv für die Autorin!

Auch die Umsetzung hat mir im Großen und Ganzen ziemlich gut gefallen, auch wenn sie mich leider nicht komplett mitreißen konnte. Ich fand dazu Eve teilweise ein wenig zu anstrengend als Protagonistin, die doch sehr unreif wirkt und selten über ihr Handeln nachdenkt. Ihre Gedanken drehen sich im Grunde eher die ganze Zeit im Kreis bezüglich Lucian – das ewige Hin und Her zwischen den beiden war mir insgesamt vielleicht ein klein wenig zu viel.
Dafür aber schafft es die Autorin die Anziehung zwischen den Protagonisten sehr schön zu beschreiben, sodass sie wirklich spürbar wird. Liebesgeschichten zu erzählen gehört definitiv zu ihren größten Stärken.

Das Ende ist spannend und man möchte auf jeden Fall erfahren, wie es mit Eve weitergeht. Es sind noch sehr viele Fragen offen, auf die man als Leser*in wirklich eine Antwort möchte. Ich bin gespannt!

Insgesamt ein schöner Fantasyroman mit toller Idee und trotz einiger Kritikpunkte will man dennoch immer weiterlesen und freut sich auf die Fortsetzung.


Kasie West: Neun Chancen für die Liebe.

Details:
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen: 29. April 2021

Inhalt:
Sophie träumt davon, nach der Schule in New York Design zu studieren. Doch vorerst jobbt sie bei der Floristin, die jedes Fest in ihrem Heimatstädtchen mit Blumen schmückt. Sophie kennt alle, die hier feiern. Bis sie beim Valentinsdinner im Seniorenheim dem arroganten Andrew begegnet – und das nicht zum letzten Mal. Denn Andrews Vater, ein TV-Koch, unterstützt ein Jahr lang das lokale Catering-Business. Jedes größere Event ist also quasi ein Date! Und Andrew hält sich für unwiderstehlich, Sophie kann gar nicht anders, als ständig mit ihm zu streiten. Auf Hochzeiten, Grillpartys, der Silvesterfeier …

Meine Meinung:
Die Idee mit den Events, auf denen sich Andrew und Sophie immer wieder begegnen, ist wirklich toll. Man trifft tatsächlich ausschließlich auf diesen Veranstaltungen auf die Charaktere, das Buch spielt nur dort. Trotzdem hatte ich aber nie das Gefühl, dass etwas fehlt. Es war durch diesen speziellen Handlungsaufbau einfach interessant und besonders, es hat wirklich Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen.

Auch die Figuren mochte ich recht gern, auch wenn man ihnen vielleicht nocht ein wenig mehr Tiefe hätte verleihen können. Man bleibt doch immer eher an der Oberfläche, wodurch das letzte bisschen, das ein Buch richtig fesselnd macht, leider gefehlt hat. Nichtsdestotrotz hat man hier eine locker leichte, richtig süße und liebenswerte Lektüre, die definitiv unterhält und die man sehr gern zur Hand nimmt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Sina Müller: Almost Speechless.

Details:
Seitenzahl: 370 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 6. Mai 2021

Inhalt:
Paulina liebt Worte – und doch ist sie nahezu stumm. Eine Kommunikationsstörung namens Selektiver Mutismus macht es der kreativen Studentin der Academy of Arts fast unmöglich, sich mit anderen auszutauschen. Zuflucht findet Paulina in ihren Geschichten, in denen sie Tag und Nacht ihre Protagonisten die Dinge sagen lässt, die ihr nicht über die Lippen kommen. Und bei Adrian, dem rebellischen Sprayer, der plötzlich an der Akademie auftaucht und mit jedem Blick ihr Herz höherschlagen lässt. Wenn sie doch nur mit ihm sprechen könnte …

Meine Meinung:
Ich war erstaunt, wie sanft und sensibel das Thema Selektiver Mutismus beschrieben wird. Man fühlt mit Paulina mit und bekommt einen authentischen Einblick – zumindest wirkt es so für Außenstehende – in diese mir bisher fremde Thematik. Ich finde es toll, dass diese Kommunikationsstörung behandelt wird und man so als Leser*in etwas Neues lernt.

Toll ist auch Paulinas Kreativität. Ich liebe es, sie beim Geschichtenspinnen zu begleiten und zu sehen wie ihre Fantasie zu Papier gebracht wird. Aber auch Adrian ist ein spannender Protagonist, er ist vielschichtig und es ist einfach spannend und berührend ihn immer besser kennenzulernen.
Die beiden zusammen mochte ich ebenfalls sehr. Es war zum Glück keine Liebe auf den ersten Blick, sondern die beiden wirkten im Umgang miteinander immer so wahnsinnig echt. Dadurch habe ich die Liebesgeschichte einfach so sehr gefühlt und geglaubt – es war so berührend. Wie die beiden sich ergänzen, wie sie zusammenpassen, wie gut sie füreinander sind.

Auch der Schreibstil wirkt sehr tiefgründig, aber mit einer solchen Leichtigkeit, die mir nicht oft begegnet. Die Worte der Autorin gehen tief, bergen viele wichtige Botschaften und Aussagen und dabei wirkt es einfach ganz natürlich, nicht aufgesetzt, einfach, als müssten die Worte eben ganz genau so geschrieben werden.

Fazit:
Tiefgründiger Schreibstil, vielschichtige Protagonisten und eine sehr berührende Geschichte. Was will man mehr? Ganz genau – nichts. Eine rundum gelungene Geschichte, die unter die Haut geht!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)