Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Alicia Zett: Not Your Type.

Details:
Seitenzahl: 368 Seiten
Verlag: Knaur
Erschienen: 1. Februar 2021

Inhalt:
Die zwanzigjährige Studentin Marie ist in ihren stillen Kommilitonen Fynn verliebt, und auch Fynn empfindet für Marie mehr, als er sich selbst eingestehen will. Denn eigentlich lässt Fynn niemanden an sich heran: Keiner soll wissen, dass er trans ist. Einen wie ihn kann man nicht lieben, meint er. Doch dann finden sich Fynn und Marie unversehens mit einigen Freunden auf einem Roadtrip nach Italien wieder. Langsam kommen die beiden einander näher, das Mittelmeer als Ziel vor Augen. Jetzt muss Fynn sich entscheiden, wie viel er Marie anvertrauen kann, ohne sie für immer zu verlieren …

Meine Meinung:
Es gibt sie, diese Bücher, die sich mit jedem Wort noch tiefer ins Herz graben.
Diese Bücher, bei denen man jede Zeile, jeden Satz, jedes Wort und jeden Buchstaben fühlt, glaubt und lebt.
Diese Bücher, die einen so tief berühren, ohne laut sein zu müssen.
Diese Bücher, die leise sind und genau deshalb so stark und mächtig, so besonders und berührend.
Es gibt sie nicht oft, diese Bücher, aber wenn man sie findet, sind sie wie ein kostbarer Schatz, den man niemals wieder hergeben möchte und fest im Herzen einschließt.
„Not Your Type“ ist ein solches Buch. Es ist ein funkelndern Diamant inmitten von zwar schönen bunten Steinen, die aber nicht mit seiner Strahlkraft mithalten können, die verblassen angesichts seiner Schönheit und Besonderheit. Dieser Roman sticht meiner Meinung nach heraus aus so vielen anderen, weil er auf eine so tiefe Weise den/die Leser*in erreicht, wie es nur ganz ganz wenige können. Er bringt einen zum Lachen, zum Nachdenken, zum Lieben und zum Weinen. Er verändert beim Lesen, auch wenn man es vielleicht anfangs gar nicht merkt. Doch die Worte der Autorin erschaffen etwas so Großartiges, etwas so Echtes, dass man sich dem nicht entziehen kann.

Ich möchte gar nicht genau auf den Inhalt eingehen, will nicht wie ansonsten in meinen Rezensionen über Handlung, Figuren usw sprechen, sondern einfach nur das aufschreiben, was dieses kostbare Buch in mir ausgelöst hat. Diese Emotionen, die es wachgerufen und mit jeder neuen Seite sogar noch intensiviert hat. Selten hat mich eine Geschichte so berührt und mitgenommen, ohne dass es Action, Kämpfe oder sonst etwas geben muss. Denn der größte Kampf ist wohl sowieso stets der mit sich selbst, den wir alle mehr oder weniger stark führen müssen.

Danke für dieses Buch, das hoffentlich so vielen Leuten wie möglich zeigen kann, dass Liebe einfach existieren darf, ohne an Bedingungen, Körper oder Konventionen gebunden zu sein. Dass wir aufhören müssen, Menschen zu verurteilen und anfangen sollten jede*n so zu akzeptieren wie er/sie ist. Danke. Einfach Danke.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Leia Stone: Celestial City 1.

Detail:
Seitenzahl: 368 Seiten
Verlag: One
Erschienen: 28. August 2020

Inhalt:
Seit Brielles Mutter ihre Seele an die Dämonen verkauft hat, ist auch das Schicksal der 18-Jährigen besiegelt. Deshalb erwartet sie bei ihrer Erweckungszeremonie, die über ihr weiteres Leben entscheidet, keine großen Überraschungen. Es ist klar, dass sie an der dämonischen Tainted Academy ausgebildet wird. Als dann jedoch pechschwarze Flügel aus ihrem Rücken wachsen, wird sie wider Erwarten an der Fallen Academy der Engel aufgenommen. Mit ihren schwarzen Flügeln ist Brielle dort allerdings eine Außenseiterin. Da hilft es auch nicht, dass der attraktive Lincoln Grey ihr das Leben noch schwerer macht – oder dass sie plötzlich Luzifer persönlich gegenübersteht.

Meine Meinung:
Was. Für. Ein. Tolles. Buch!
Gerade die erste Hälfte war so spannend, mitreißend und teilweise überraschend, dass man das Buch keine Sekunde aus der Hand legen will. Die Geschichte ist unheimlich fesselnd und mit ihren Wendungen kann sie definitiv begeistern.

Dazu kommt die tolle Protagonistin, die absolut taff und selbstbewusst ist – ich liebe ihre Art! Sie ist witzig, schlagfertig und macht Fehler, was sie nahbar erscheinen lässt. Ihre Sprüche und ihre Schlagfertigkeit sind grandios und wahnsinnig unterhaltsam. Nicht nur einmal musste ich laut lachen, weil Brielle es einfach faustdick hinter den Ohren hat.

Lincoln ist ebenfalls ein echtes Highlight. Wie gern würde ich dieses Buch bzw. die ganze Reihe verfilmt sehen. 😉 Seine mürrische Art in Kombination mit seinem weichen und aufrichtigem Herzen ist einfach genial dargestellt.
Doch auch Nebencharaktere wie Shea glänzen mit ihrem besonderen Charakter und sorgen für sehr viel Unterhaltung und Spaß.

Im zweiten Teil des Romans gibt es mehrere Zeitraffungen, in denen nur kurz zusammengefasst wird, was in den letzten Wochen passiert ist. Das hat mich persönlich etwas gestört und aus dem Lesefluss gerissen, weil ich dadurch immer ein wenig die Verbindung zu den Figuren verliere. Ich kann durchaus nachvollziehen, weshalb es so gehandabt wird, allerdings hätte ich mir trotzdem nicht ganz so viele Sprünge und Raffungen gewünscht.

Das Ende des Buchs reißt aber noch einmal alles raus und konnte mich erneut auf ganzer Linie überzeugen. So ist der Gesamteindruck trotz der kleineren Kritik auch einfach grandios und ich muss sagen: Ich liebe dieses Buch! Ich kann es wirklich kaum erwarten die Fortsetzung zu lesen, um zu sehen, wohin sich alles noch entwickeln wird.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Stefanie Lasthaus: Touch of Ink 1.

Details:
Seitenzahl: 544 Seiten
Verlag: Ravensburger
Erschienen: 18. Dezember 2020

Inhalt:
Seit Quinn denken kann, trägt sie ein Tattoo im Nacken. Ein wunderschönes, verschlungenes Muster – doch weder Quinn noch ihre Adoptiveltern wissen, woher sie es hat. Bis Quinn im ersten Semester an der Vancouver Island University auf Nathan trifft. Nathan, der ihr einen heiß ersehnten Job vor der Nase wegschnappt. Dessen funkelnde Augen und fast raubtierhafte Geschmeidigkeit Quinn unweigerlich faszinieren. Instinktiv spürt sie, dass hinter der Fassade des Vorzeigestudenten etwas Unbezähmbares lauert. Doch sie ahnt nicht, dass Nathans Geheimnis etwas mit den unheimlichen Visionen zu tun hat, die sie seit Monaten verfolgen.

Kurzmeinung:
Leider konnte mich das Buch nicht so richtig von sich überzeugen. Der Schreibstil ist wirklich gut, daran liegt es sicher nicht. Es war vielmehr die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird. Allein, dass am Anfang das vermeintliche „Geheimnis“ so lange hingezogen wurde, obwohl es absolut eindeutig und klar war, was passiert, war sehr ermüdend. Diese künstliche Spannung, die keine war, und das relativ bekannte Schema, nach dem alle abläuft, haben mir die Lust am Buch leider etwas verdorben.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Stella Tack: Kiss me once.

Details:
Seitenzahl: 512 Seiten
Verlag: Ravensburger
Erschienen: 15. Mai 2019

Inhalt:
Nie hätte Ivy Redmond damit gerechnet, bereits am ersten Tag an der University of Central Florida ihrem Traumtypen über den Weg zu laufen. Ryan MacCain ist nicht nur frech, sexy und geheimnisvoll tätowiert, sondern bekommt im Wohnheim auch noch das Zimmer direkt neben ihr. Jeder Blick aus Ryans grünen Augen, jede zufällige Berührung bringt ihr Herz zum Stolpern. Doch genau wie Ivy ist Ryan nicht, wer er zu sein vorgibt. Denn Ivy ist als Tochter aus reichem Haus inkognito an der Uni. Und Ryan ist ihr Secret Bodyguard.

Meine Meinung:
Könnte man sich die so ziemlich perfekte New Adult-College-Geschichte wünschen – tja, das wäre dann wohl „Kiss me once“. Ehrlich? Mir fällt nichts Negatives zum Buch ein. Nichts. Außer vielleicht, dass es zu Ende ist und ich unbedingt weiter über Ivy und Ryan lesen, ihre Geschichte noch länger verfolgen und noch viele, viele hundert Seiten mit Worten von Stella Tack genießen möchte. Die Autorin schreibt so wundervoll, jedes Wort wirkt echt, natürlich, authentisch. Als wäre schreiben für sie nicht viel schwerer als atmen. Mir ist natürlich bewusst, dass unglaublich viel Arbeit hinter diesem Werk steckt, doch diese Mühen so leicht erscheinen zu lassen, ist eine große Kunst – die Stella Tack ganz offensichtlich meisterhaft beherrscht. Als LeserIn taucht man völlig in Ivys und Ryans Welt ab, fühlt sich als Teil von dieser und einfach so so wohl darin.

Die Emotionen sind wahnsinnig stark beschrieben, treffen mitten ins Herz und reißen einen komplett mit. Dabei wirkt es nie kitschig, übertrieben oder aufgesetzt, sondern immer realistisch und so unwahrscheinlich echt. Man kann beide Protagonisten so gut verstehen, weil man zum Glück Kapitel aus der Sicht von beiden lesen darf, und fühlt auf jeder einzelnen Seite mit ihnen mit.
Abgesehen von den tiefen Emotionen, sind aber auch die Dialoge herrlich unterhaltsam, witzig und wundervoll schlagfertig. Man merkt an dieser Stelle vielleicht bereits, dass mir langsam die positiven Lobworte ausgehen und ich wiederholen muss, aber bei diesem tollen Roman kann es einfach fast nicht genug davon geben.

Neben gefühlvoll und witzig, war die Handlung aber auch teilweise spannend und nervenaufreibend. Nebenbei bekommt man natürlich auch das College-Leben präsentiert, was – Überraschung – ebenfalls grandios geschildert wird. Nicht zu viel davon, dass es einen als LeserIn erschlägt, aber auch nicht so wenig, dass man das Gefühl hat außen vor zu sein.

Ich komme jetzt zum Ende, weil ich sonst wohl noch eine Weile mit Lob um mich werfen würde. Zusammenfassend kann ich „Kiss me once“ wirklich jedem ans Herz legen, der entweder College-Geschichten mag, Romance, tolle Protagonisten oder schlicht und ergreifend einen ganz großartigen und einnehmenden Schreibstil, an dem es tatsächlich nichts auszusetzen gibt. Ein grandioses Buch, das schon jetzt zu meinen Jahreshighlights gehört.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Annie Laine: Silvershade Academy 1. Verborgenes Schicksal.

Details:
Seitenzahl: 305 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 29. Oktober 2020

Inhalt:
Nacht für Nacht quälen die 17-jährige Eve seltsam verstörende Albträume voller Rauch, Feuer und Zerstörung. Doch es kommt noch schlimmer: Kaum kriegt ihre Tante Wind davon, schickt sie Eve an die mysteriöse Silvershade Academy. Und obwohl Eve am liebsten ganz weit weg wäre, muss sie schon bald feststellen, dass sie sich auf einem Internat für magische Wesen befindet und es dort gar nicht so schlecht ist. Als Nachfahrin eines Ahnengeschlechts von Sehern besitzt auch sie die Gabe des Sehens und hält damit die Zukunft in ihren Händen. Diese ist jedoch nicht so leicht zu beherrschen, wenn eine dunkle Macht droht, die Ordnung der gesamten magischen Welt zu zerstören. Nur der düstere Bad Boy und Dämon Alistair scheint ihr jetzt noch helfen zu können …

Meine Meinung:
Es gibt zwei Dinge, die in diesem Buch für mich herausstechen: zum einen der tolle und ruhige Schreibstil der Autorin, die sich Zeit für alle Szenen nimmt und nicht durch die Handlung hetzt. Dennoch waren die Action geladenen Momente aber dynamisch und spannend.
Und zum anderen die Atmosphäre beim Lesen, die genau das Gefühl von Internatleben vermittelt, das man sich in einem solchen Buch wünscht. Etwas mehr vom Unterricht und von Eves Freizeit wären zwar schön gewesen, aber dennoch konnte mich die beabsichtigte Stimmung auch so definitiv erreichen.

Eves anfängliche Reaktion, als sie erkennt, wo genau sie eigentlich gelandet ist, war sehr authentisch und ich mochte es wirklich, dass sie eben ihre Zeit braucht, um alles zu verarbeiten. Allerdings ging mir der Wandel vom Schock hin zu „Ich tue ALLES für die Schule“ dann vielleicht doch ein wenig zu rasant. Trotzdem war Eve insgesamt eine tolle Protagonistin, die auch ihre Fehler hat und nicht immer weiß, was richtig und was falsch ist. Das macht sie greifbar und sympathisch.

Große Spannung wird hier definitiv durch Eves „Träume“ aufgebaut, die den/die LeserIn von Anfang an begleiten. Durch sie schwebt die ganze Zeit über eine unheilvolle Wolke über dem Geschehen und man ist während des Lesens ständig wachsam, ob und wie sich die Träume vielleicht erfüllen.

Ein Punkt, der mich ein wenig irritiert und leider nicht so ganz überzeugt, war das Verhalten der Erwachsenen in dieser Geschichte. Wie es zu Entscheidungsfindungen von ihnen kommt, wird eigentlich nie gezeigt, man bekommt als LeserIn nur das Ergebnis mitgeteilt – und das wirkt leider meist nicht wirklich realistisch. Die wichtigsten Entscheidungsträger benehmen sich eher wie trotzige Kinder ohne dass man ihre Beweggründe nachvollziehen kann, weil man nur einmal ganz kurz überhaupt im Buch auf sie persönlich trifft.
Ebenso war das Verhalten von Eves Lehrmeisterin nicht passend zu ihrer Rolle. Sie ist angeblich die wichtigste Beraterin für große Entscheidungen, tut aber entweder gar nichts oder nickt schlichtweg alles, was ihr befohlen wird, ohne Widerrede ab. Das hat mich beim Lesen leider doch alles eher gestört. Als wäre der Fokus so sehr auf dem Internat, dass die Außenwelt vernachlässigt und so kurz wie möglich abgehandelt werden soll.

Doch trotz meiner Kritikpunkte handelt es sich hier um ein wirklich sehr unterhaltsames, spannendes und gut geschriebenes Buch, das vor allem beim jüngeren Publikum großartig ankommen wird. Das Ende ist noch einmal so spannend, dass die Neugier auf die Fortsetzung geschürt wird und man am liebsten gleich weiterlesen will.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Annika Hanke: London’s Legacy. Entfesselte Elemente.

Details:
Seitenzahl: 360 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 15. April 2021

Inhalt:
Die Londoner Highschool-Schülerin Charlie könnte ein ganz normales Mädchen sein, wäre da nicht das uralte Geheimnis, das sie in sich trägt: Niemand darf wissen, dass sie Elementarmagie beherrscht und als Teil der Magus Feralis die Erde kontrollieren kann. Als sich in Westminster unerklärliche Erdbeben häufen, spürt Charlie sofort, dass Magie dahinterstecken muss. Mit Hilfe ihrer Kräfte folgt sie deren Spur zum Zentrum der Beben und steht plötzlich vor einem umwerfend attraktiven jungen Mann. Beim Anblick seiner leuchtend blauen Augen fühlt sie nicht nur ihr Herz schneller schlagen, sondern auch die unkontrollierbare Macht, die in dem Unbekannten tobt …

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an befindet man sich als Leser*in mitten im Geschehen. Es geht direkt los, aber man ist zu keiner Zeit erschlagen. Die Hintergründe, das Leben der Protagonistin Charlie und alle Informationen zu ihren Kräften werden immer wieder eingestreut, sodass man ein umfassendes Bild bekommt. Show not tell wurde hier sehr ernst genommen und ich finde es toll. Ich habe mich dadurch meistens ehrlich gesagt eher wie in einem Film gefühlt und nicht als würde ich die Geschichte lesen. Das passiert mir eher selten, dass ich die Bilder so klar vor Augen habe, mich so sehr hineinversetzt fühle als würde ich gerade auf eine Kinoleinwand blicken und nicht auf die Buchstaben einer Seite. Nicht zuletzt liegt das vermutlich daran, dass mich die Geschichte von Anfang an an die X-Men erinnert hat und deshalb sofort ein Film vor meinem inneren Auge gestartet wurde.

Die Handlung war sehr spannend und mitreißend, man möchte immer sofort wissen, was wohl als nächstes passieren wird. „London’s Legacy“ schafft es definitiv seine Leser*innen zu fesseln und zu begeistern. Die Umsetzung der an sich schon klasse Idee hat mich richtig begeistert, denn die Kräfte von Charlie und Vincent beispielsweise waren wirklich schön beschrieben.

Auch das Knistern zwischen den Charakteren war spürbar, was mir persönlich immer sehr wichtig ist, wenn ich einen Roman mit Liebesgeschichte als eines der zentralen Themen lese. Noch dazu mochte ich sowohl Charlie als auch Vincent wirklich gern, sie waren in meinen Augen authentisch und wirkten menschlich. Dadurch kann man als Leser*in eine Bindung zu ihnen aufbauen und fiebert umso mehr mit ihnen mit.

Zwei Dinge haben mich leider ein wenig gestört beim Lesen und auch wenn sie das insgesamt wirklich tolle Buch nicht maßgeblich beeinträchtigen, waren sie für mich ein kleiner Wermutstropfen. Zum einen werden große und für die Figuren eigentlich schockierende Enthüllungen teilweise einfach abgetan und es wird nicht näher darauf eingegangen. Man bleibt mit vielen Fragezeichen zurück und leider werden viele Dinge nie näher erklärt oder ausgeführt. Deshalb bleibt einem die hier erschaffene magische Welt zu einem großen Teil leider auch nach dem Lesen weiterhin verborgen, man kratzt nur an der Oberfläche und bekommt unglücklicherweise keinen umfassenden Blick hinter die Kulissen.
Zum anderen kam mir das Ende einfach viel zu schnell und abrupt. Der Ausgang an sich ist passend für die ganze Geschichte, aber nachdem eine solche Spannung aufgebaut wurde während der letzten über 300 Seiten, hätte ich mir hier etwas Größeres, Fulminanteres gewünscht.

Fazit:
Ein sehr gelungenes Buch, das wirklich begeistern und mitreißen kann. Mit ein paar mehr Seiten hätte die Geschichte den Leser noch tiefer in die Welt der magischen Kinder mitnehmen und ein packenderes Ende haben können – dann wäre es wohl der fast perfekte Urban Fantasyroman geworden. Doch auch so war es ein Vergnügen, die Geschichte von Charlie und Vincent miterleben zu dürfen und es war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch der Autorin.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Annie Waye: Thron aus Sturm und Sternen 2. Flammenherz.

Details:
Seitenzahl: 454 Seiten
Verlag: Loomlights
Erschienen: 26. März 2021

Inhalt:
Für Kauna und ihren besten Freund Deema steht alles auf dem Spiel: Sie müssen ihren Stamm aus den Fängen des Feindes befreien, bevor ein erbitterter Krieg ausbricht. Gemeinsam mit dem Gefolge um Kronprinz Malik und dem abtrünnigen Haiduken Kenan begeben sie sich auf eine gefährliche Reise. Ihr Ziel: das Königshaus in Alanya, in dem ihre Familie gefangen gehalten wird. Und in dem Gil, Kaunas andere Hälfte, die sich gegen sie verschworen hat, sie bereits erwartet. Doch das ist nicht das einzige Problem: Deemas Seelentier regt sich – und das Feuer eines Drachen kann Gabe oder Fluch sein

Meine Meinung:
Wenn ich den ersten Band der Dilogie schon gut wirklich gut fand, so hat mich diese Fortsetzung einfach nur begeistert. Die Handlung war so unglaublich spannend und auch voller nicht vorhersehbarer Wendungen, dass man gar nicht mehr aufhören konnte und wollte zu lesen. Es wurde nicht eine Sekunde langweilig, dabei war es aber nie zu viel Action. Denn obwohl die spannungsgeladenem Szenen überwiegen, haben sie den/die Leser*in nicht erschlagen, sondern einfach nur mitgerissen. Es gibt auch ruhigere Szenen, die voller Tiefe waren und sehr berühren konnten. Für mich die perfekte Mischung in einem Fantasyroman!

Es war tatsächlich so, dass man nicht sagen konnte, was als Nächstes geschehen würde beziehungsweise mit den Vermutungen meist sowieso daneben lag. Ich liebe es, wenn mich ein Roman überraschen kann, denn das schaffen nicht viele. Man kann sich auch absolut in die hier erschaffene Welt fallen lassen und wird von ihr in den Bann gezogen.

Manche Szenen haben mich tatsächlich so berührt, dass ich fast Tränen in den Augen hatte – und das kommt nun wirklich nicht oft vor. Mir sind die Figuren so ans Herz gewachsen, dass es unglaublich schwer fällt, sie gehen zu lassen. Man möchte sie noch länger begleiten, keine davon sterben sehen und am liebsten noch zehn Bände lang Abenteuer mit ihnen erleben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, Band 2 hat mich berührt, begeistert und mitgerissen und ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Große Leseempfehlung!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


M. D. Hirt: Bloody Marry Me 1.

Details:
Seitenzahl: 281 Seiten
Verlag: Dark Diamonds
Erschienen: 26. Juli 2018

Inhalt:
Als die Kunststudentin Holly einen der begehrten Gästeplätze bei den wichtigsten Music and Movie Awards der ganzen Welt gewinnt, wird ein Traum für sie wahr. Doch der droht sich schnell in einen Albtraum zu verwandeln, als sie von den Bedingungen erfährt, die an diese Chance geknüpft sind. Denn dafür muss sie die erfolgreiche Band »Bloody Mary« auf Tour begleiten und die besteht komplett aus Vampiren. Nichts fürchtet sie mehr, als Nacht für Nacht, Seite an Seite mit vier unverschämt gut aussehenden, übermenschlich starken und blutdürstigen Wesen um die Welt zu reisen. Aber was tut man nicht alles für die Erfüllung seiner Träume…

Meine Meinung:
Ich fange mit den positiven Dingen an, die bei dem Buch auffallen, denn es gibt einige davon.
Allen voran finde ich den Schreibstil und den Humor der Autorin wirklich gelungen. Es war sehr unterhaltsam und oft auch lustig die Geschichte zu lesen und es hat insgesamt einfach Spaß gemacht. Man merkt, dass sie viel Talent mitbringt und ich bin gespannt, was in Zukunft noch aus ihrer Feder entstehen wird.

Auch die grundlegende Idee hat mir gefallen, obwohl mich Romane mit Vampiren ansonsten eher nicht sonderlich ansprechen. Ich fand es gut, dass die Vampire hier eher dem „klassischen“ Bild entsprechen und nicht nur glitzern oder Ähnliches. Die Lebensgeschichten der Bandmitglieder, die wir bereits lesen durften, sind ebenfalls sehr interessant und mit kreativen Ideen gespickt. Und auch dass die Vampire in die Öffentlichkeit treten und offen leben in unserer Gesellschaft war richtig gut umgesetzt.

Leider kommt jetzt das große ABER. Denn die Handlung konnte mich nicht so recht überzeugen, da sie einfach zu dünn war. Holly wird von einem Weltstar spontan einfach wochenlang mitgenommen, weil er sie eigentlich nur zu einer (!) Veranstaltung einlädt und keine Lust hat sie dafür später abzuholen? Das ist leider nicht nachvollziehbar für mich. Auch dass die anderen Bandmitglieder nichts dazu sagen, Holly von Anfang an ständig und überall mitgenommen wird (obwohl auch die Band ja rein gar nichts von ihr weiß), plötzlich Autogrammkarten bekommen soll und einfach im gleichen Bett mit jemandem schläft, den sie weder kennt und vor dem sie Angst hat – das ergibt irgendwie keinen Sinn. Es gibt leider einige Szenen, die nicht ganz logisch sind und ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirken.

Holly selbst finde ich als Protagonistin schwierig und kann ihr Verhalten meistens nicht verstehen. Sie hat Angst vor Vampiren und kommt immer wieder in Situationen mit diesen, die gefährlich und verstörend sind, aber sie geht trotzdem mit einer Gruppe von mehreren männlichen Vampiren mit, schläft bei ihnen und verbringt ihr komplettes Leben ausschließlich mit ihnen? Einfach so von jetzt auf gleich? Holly wirkt leider so naiv, dass es mir nicht möglich ist, eine Verbindung zu ihr herzustellen. Sie gibt sich im Grunde selbst völlig auf, meldet sich nicht einmal mehr bei ihren Freunden und wird komplett zum Spielball der Vampire. Es hat mich ehrlich gesagt ziemlich erschreckt das zu beobachten.

Höchst bedenklich finde ich auch wie sich Holly von den Männern behandeln lässt. Diese spielen mit ihr, behandeln sie wirklich wie ein Spielzeug, mit dem man machen kann, was man möchte und das Schlimmste – Holly lässt sich immer und immer wieder darauf ein. Das Bild, das hier an Jugendliche weitergegeben wird, die ja die Hauptzielgruppe des Buchs sind, ist im Grunde, dass man sich als Frau von Männern fast alles bieten lassen sollte, solange sie sexy, berühmt oder einfach nur charmant sind. Ich möchte hier in keiner Weise der Autorin unterstellen, das absichtlich so darzustellen, aber leider wird genau das meiner Meinung nach vermittelt.

Wie gesagt, die Autorin hat wirklich Talent und ich würde auch gern wieder etwas von ihr lesen, aber diese Reihe werde ich wohl eher nicht weiterverfolgen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Jennifer Snow: Alaska Love 2.

Details:
Seitenzahl: 344 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 1. April 2021

Inhalt:
Als Single-Dad hat Tank Wheeler nur ein Ziel: Das Leben seiner kleinen Tochter so stabil wie möglich zu gestalten. Da kann er es gar nicht gebrauchen, dass sein Herz jedes Mal schneller schlägt, wenn er seine beste Freundin Cassie Reynolds sieht. Und als dann ein heißer Geburtstagskuss die Situation zuspitzt, geben die beiden ihren Gefühlen nach. Doch ausgerechnet jetzt taucht Tanks Exfrau in Alaska auf und will ihn zurückerobern.

Meine Meinung:
Die Geschichte ist nett, kann aber leider nicht so ganz überzeugen. Die Gefühle kommen größtenteils nicht richtig beim Leser an und man wird nicht so ganz in den Bann des Buchs gezogen. Dazu kommt, dass die Handlung doch eher ruhig verläuft und in meinen Augen der Fokus nicht so ganz günstig gesetzt wurde. Tank und Cassie bekommen über weite Passagen meiner Ansicht nach zu wenig Zeit miteinander, stattdessen wird sich etwas zu viel auf Montana konzentriert, wodurch eben die Emotionen der eigentliche Protagonisten füreinander ein wenig zu kurz kommen.

Das Buch ist definitiv unterhaltsam und lässt sich leicht und flüssig lesen, es gibt gar nicht viel Negatives darüber zu sagen tatsächlich. Nur sticht es eben nicht aus der Masse hervor und das letzte bisschen an besonderem Zauber, der eine hervorragende Geschichte ausmacht, hat leider gefehlt. Wer leichte und romantische Unterhaltung für Zwischendurch sucht, ist hier aber auf jeden Fall richtig.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Annie Waye: Thron aus Sturm und Sternen 1.

Details:
Seitenzahl: 360 Seiten
Verlag: Loomlight
Erschienen: 29. Januar 2021

Inhalt:
Als ein Krieg um den Thron ausbricht, gerät Kauna aus dem längst vergessenen Stamm der Crae unfreiwillig zwischen die Fronten: auf der einen Seite der Königssohn Malik, dem sie ihr Leben zu verdanken hat. Auf der anderen ihre große Liebe Gil, dessen Vater die Macht an sich zu reißen und ihren Stamm zu unterwerfen droht. Als Kauna dem Ruf ihres Herzens folgt, verliert sie alles, was ihr je etwas bedeutet hat – und begibt sich gemeinsam mit ihrem Seelentier Hana auf eine Reise, von deren Ausgang schon bald nicht nur das Überleben ihrer Familie abhängt, sondern das Schicksal des ganzen Königreichs.

Meine Meinung:
Der Auftakt dieser Reihe ist wieder richtig gute und unterhaltsame Fantasy. Der Start ins Buch ist mir persönlich zwar nicht ganz so leicht gefallen, weil man mitten ins Geschehen geworfen wird und auch später die genauen Hintergründe wie es dazu überhaupt gekommen ist (weshalb sich Kauna mit Leuten anfreunden kann, wie das genau passiert ist usw) nicht erklärt werden. Die Freundschaft von Kauna mit Menschen aus einem anderen Volk passt für mich nicht so richtig ins Bild, das mir von ihrem Stamm gezeigt wurde.

Doch nach relativ kurzer Zeit hat man sich damit abgefunden und findet sich in einem spannenden, abwechslungsreichen und auch überraschenden Abenteuer wieder, das mich wirklich fesseln konnte. Die hier erschaffene Welt ist gut beschrieben, ebenso wie die Unterschiede der verschiedenen Völker. Vielleicht hätte man noch ein paar mehr Informationen einstreuen können, doch auch so kann man sich als Leser alles sehr gut bildlich vorstellen. Die Handlung überzeugt ebenfalls sehr, da sie ununterbrochen spannend und mitreißend ist. Sie ist auch nicht so vorhersehbar und punktet ab und an mit Wendungen, die man so nicht erahnt hätte.

Die Art von Kaunas Stamm zu leben ist sehr interessant, vor allem die Verbindung mit den Seelentieren und der Einstellung ihrer Leute. Ich mag die Passagen mit Kaunas Seelentier sehr gern und liebe die Verbindung der beiden, die man sogar zwischen den Zeilen spürt.

Die Figuren an sich hätte ich mir mit etwas mehr Tiefe gewünscht, sie blieben teilweise doch eher blass. Man bekommt sie als Leser nicht zu greifen und es fällt schwer, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Deshalb ist auch die Liebesgeschichte nicht wirklich emotional oder berührend, aber da sie ohnehin eher eine Nebenrolle in diesem Buch einnimmt, ist das zu verschmerzen. Für die Fortsetzung hoffe ich darauf, noch mehr hinter die Oberfläche der Figuren blicken zu dürfen, da sie ganz viel Potenzial mitbringen.

Insgesamt handelt es sich bei „Thron aus Sturm und Sternen“ um ein richtig gelungenes Debut, das mich trotz kleinerer Kritikpunkte überzeugen und begeistern konnte. Der Schreibstil ist klasse, die Handlung sehr spannend und die hier erschaffene Welt strotz nur so vor toller Ideen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)