Lila Bücherwelten

Der lila Bücherblog für Fantasy und Romantik

Lea Weiss: Yhale Love Stories 1. Sarah.

Details:
Seitenzahl: 279 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 1. Juli 2021

Inhalt:
Die junge Amerikanerin Sarah will nur eins: weit weg von ihrem alten Leben einen Neustart wagen. Mit nichts als zwei Dollar in der Tasche versucht sie ihr Glück in der kanadischen Kleinstadt Yhale. In dem verschlafenen Nest gibt es allerdings nur einen freien Job und zwar ausgerechnet auf einer Pferderanch – ein Albtraum für Sarah, die panische Angst vor Pferden hat. Zu allem Überfluss ist ihr neuer Boss Chase nicht nur permanent schlecht gelaunt, sondern auch unverschämt attraktiv. Erst bei der gemeinsamen Arbeit mit den Tieren merkt Sarah, dass sich hinter seiner mürrischen Fassade tiefe Narben verbergen. Doch auch sie wird schneller von ihrer Vergangenheit eingeholt, als ihr lieb ist …

Meine Meinung:
Der erste Band der „Yhale Love Stories“ ist definitiv ein großes Glücksgriff für alle, die einen schönen Roman zum Wohlfühlen suchen. Inklusive kleiner Ranch und ein wenig Pferdecontent. Mir jedenfalls hat die Geschichte richtig gut gefallen und es war von der ersten bis zur letzten Seite einfach toll Sarah auf ihrer Reise zu begleiten. Das Setting war schön und auch die Themen, die etwas in die Tiefe gehen, haben überzeugt.

Sarah war eine angenehme Protagonistin, sie wirkt einerseits sehr lieb, zurückhaltend und unsicher – das passt meiner Meinung nach teilweise nicht so ganz mit dem zusammen, was sie aus ihrer Vergangenheit erzählt. Auch hatte ich nie 100% das Gefühl, sie wirklich zu kennenzulernen, was sich leider bis zum Schluss hielt. Ja, man erfährt sehr viel über die großen Ereignisse in ihrem Leben, aber Kleinigkeiten, die sie ausmachen, fehlen irgendwie. Ich konnte sie als Mensch nicht so richtig greifen.

Das gleiche gilt für Chase. Auch er ist ein interessanter Charakter á la harte Schale, weicher Kern, doch abgesehen von seiner Leidenschaft für Pferde und den traurigen Ereignissen seiner Vergangenheit erfährt man auch über ihn recht wenig. Ich könnte jetzt nach dem Lesen nicht wirklich sagen, was ihn ausmacht, was Chase so besonders macht. Sehr schade, weil man sehr genau gemerkt hat, dass die Autorin sehr viel Talent hat und ansonsten sehr überzeugen kann.

Die Gefühle fand ich aber wirklich schön und authentisch beschrieben. Das Knistern zwischen Chase und Sarah kommt auch bei den Leser*innen an und die Stimmung auf der Ranch nimmt einen für die Geschichte ein. Ich hätte mir wie gesagt nur noch etwas mehr Details, mehr Kleinigkeiten gewünscht, um die Figuren richtig kennenzulernen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Annie Waye: Fateful Kiss.

Details:
Seitenzahl: 377 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 1. Juli 2021

Inhalt:
Als Kassie in einer Bar auf den scheinbar perfekten Kieran trifft und einen leidenschaftlichen Kuss von ihm bekommt, kann sie es nicht fassen. Sollte sie endlich auf einen Mann gestoßen sein, der sich nicht als kompletter Reinfall entpuppt? Doch als sich die beiden näherkommen, kann Kassie das Gefühl nicht abschütteln, dass irgendetwas an Kieran seltsam ist. Sein nahezu übernatürliches Talent, Menschen zu beeinflussen und jede Wette für sich zu entscheiden, jagen ihr immer mehr Angst ein. Aber als sie vor dieser Liebe fliehen will, ist es bereits zu spät. Denn das Spiel um ihr Herz hat längst begonnen …

Meine Meinung:
An „Fateful Kiss“ gab es vieles, das mir wirklich gut gefallen hat. Angefangen mit der Stimmung, die erzeugt wurde und die man auch als Leser*in richtig fühlt. Düster, Finster, immer am Rand des Abgrunds der menschlichen Seele. Allein dadurch kam eine gewisse Grundspannung auf, die einen immer wieder zum Weiterlesen motiviert.
Auch die Tiefe der Emotionen, die die Kassie durchlebt, hat mich berührt und mitgenommen. Man fühlt definitiv mit und ist auch als Zuschauer gefühlstechnisch voll bei der Geschichte. Das ist für mich immer ein sehr gutes Zeichen, denn nur so kann mich ein Buch von sich überzeugen.

Allerdings war es mir teilweise etwas zu viel Hin und Her zwischen Kieran und Kassie. Auch wenn ich Kassies Gefühle durchaus nachvollziehen konnte, da sie wie oben erwähnt richtig klasse beschrieben werden, so hat sich ihre Meinung in Bezug auf Kieran teils so oft geändert, dass man irgendwann etwas den Durchblick verloren hat. Es war ein sehr starkes Auf und Ab, von Hass zu Liebe und zurück – manchmal innerhalb weniger Seiten mehrmals. Mir persönlich war es ein wenig zu viel, auch wenn ich – das muss ich wirklich nochmal betonen – in den einzelnen Szenen für sich genommen Kassies Verhalten durchaus immer nachvollziehen konnte.

Schließlich hätte ich mir noch mehr Hintergrundinformationen zu allem Übersinnlichen im Buch gewünscht. Man erfährt als Leser*in irgendwie nicht so richtig viel darüber, obwohl es so so spannend ist. Es wird eher als Gegeben hingenommen und nie so wirklich näher beleuchtet oder erklärt, was die Quelle alles Übersinnlichen ist usw.

Insgesamt handelt es sich bei „Fateful Kiss“ aber um ein richtig gutes Buch, das mich mit seiner Atmosphhäre, dem spannenden Grundthema und den großen Emotionen mitreißen konnte. Trotz meiner Kritikpunkte eine wirklich tolle Geschichte, die alles in allem überzeugen kann.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Emma Scott: Be my tomorrow 1.

Details:
Seitenzahl: 327 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 28. Mai 2021

Inhalt:
Vor zehn Jahren wurde Zeldas Leben zerstört. Ihren Schmerz verarbeitet sie in ihrer Graphic Novel – aber kein Verlag will ihre Geschichte veröffentlichen. Doch dann trifft sie in New York auf Beckett – auch er trägt eine Last, die ihn nicht loslässt. Da sie sich keine eigene Wohnung in New York leisten kann und Beckett mit der Miete im Verzug ist, überredet sie ihn, sie als Mitbewohnerin aufzunehmen. Aus ihrer Zweckgemeinschaft wird schon bald viel mehr, und Zelda und Beckett beginnen ihr Herz füreinander zu öffnen – bis zu dem Moment, an dem sie gezwungen werden, sich zu entscheiden, ob sie an ihrem Schmerz festhalten oder dem Glück eine Chance geben wollen.

Meine Meinung:
Emma Scott kann einfach richtig gut schreiben. Darüber muss man glaube ich nicht mehr diskutieren, denn das merkt man bereits nach wenigen Seiten.
Und obwohl ich das sehe, obwohl ich das objektiv feststellen und auch erkennen kann – ich werde einfach nicht so richtig warm mit den Figuren. Es tut mir ehrlich leid, das schreiben zu müssen, weil ich ja wie gesagt merke, dass die Autorin großes Talent hat, doch leider war es einfach nicht mein Geschmack.

Ich konnte mich nicht richtig auf die Geschichte einlassen, weil ich den Zugang zu den Figuren nie so richtig gefunden habe, Zelda war mir nicht so sympathisch und hat es mir dadurch schwer gemacht.
Dazu kommt, dass ich am Anfang zwar mitgerissen wurde, aber irgendwann die Geschichte eher vor sich hingeplätschert ist und sich in meinen Augen doch sehr gezogen hat.

Wiederum eine absolut persönliche Geschmacksfrage ist die Stimmung des Romans. Mir persönlich war einfach alles zu düster. Ich habe nichts gegen Schatten der Vergangenheit, innere Dämonen usw. (denn haben wir die nicht alle?), aber das Finstere hatte für mich zu sehr die Überhand in dem Buch. Ich ganz persönlich mag das nicht, da ich lese, um mich danach gut oder sogar besser als zuvor zu fühlen – und nicht um mich herunterziehen zu lassen. Aber das ist so individuell, dass ich mir sicher bin, dass sehr viele von gerade dieser Düsternis begeistert sein werden.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Jackie May: Underworld Chronicles 1. Verflucht.

Details:
Seitenzahl: 304 Seiten
Verlag: One
Erschienen: 28. Mai 2021

Inhalt:
In Detroit wimmelt es nur so vor gefährlichen Kreaturen – und Nora Jacobs ist eine der wenigen, die davon weiß. Ihr Fähigkeiten konnten sie jedoch bisher vor Schlimmerem bewahren. Bei einem nächtlichen Zwischenfall im düsteren Underworld Club ändert sich das jedoch schlagartig, als der mächtigste Vampir der Stadt auf sie aufmerksam wird und ihre Kräfte für sich nutzen will. Immer mehr Unterweltler verschwinden aus Detroit, und Nora soll helfen, sie wieder aufzuspüren. In Troll Terrance findet sie dabei schnell einen engen Verbündeten. Doch die Zeit wird knapp. Und Nora beginnt sich zu fragen, wie zum Teufel sie lebend aus dieser Situation herauskommen soll …

Meine Meinung:
Ich wusste, dass Kelly Oram unter einem Pseudonym zum ersten Mal einen Fantasyroman veröffentlichen will und war sofort neugierig. „Cinder und Ella“ aus der Feder der Autorin war mein Jahreshighlight und auch „Girl at Heart“ habe ich geliebt. Deshalb war ich umso gespannter, wie sich Fantasy von Kelly Oram lesen lassen würde.

Leider muss ich sagen, dass ich vom Buch doch eher enttäuscht war. Klar, es ist wirklich gut geschrieben, weil die Autorin das einfach wunderbar beherrscht, aber der Inhalt ist nicht so wirklich überzeugend. Allein die Tatsache, dass sich ALLES um Nora dreht in der gesamten Stadt, war einfach nur anstrengend und auf Dauer extrem nervig. Alles Männer/männlichen Wesen lieben sie, tun alles für sie usw. Meine Güte, das hat echt irgendwann keinen Spaß mehr gemacht zu lesen, weil es ab einem gewissen Punkt eher lächerlich war.

Die spannenden Szenen beinhalten wirklich tolle Ideen, aber durch die gewollt lustigen Diaologe wurden sie dann doch wieder zunichte gemacht. Ja, teilweise waren die Dialoge schon sehr unterhaltsam und durchaus auch witzig. Aber es hat einfach gar nicht mehr aufgehört. Es war wie beim oben genannten Punkt meiner Rezension einfach irgendwann zu viel. Das ist so schade, weil die Handlung und das Setting an sich durchaus Potenzial haben und richtig gut hätten werden können. Aber die Umsetzung hat mich persönlich leider nicht überzeugt.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Lyssa Kay Adams: The Secret Book Club 2.

Details:
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: Kyss
Erschienen: 18. August 2020

Inhalt:
Echte Männer lesen Liebesromane. Findet zumindest Geschäftsmann Braden Mack. Er gehört
einem geheimen Buchclub an, in dem Männer über Romances diskutieren, um Frauen und deren Wünsche besser zu verstehen. Theoretisch klappt das bestens, praktisch stellt ihn Liv, die kratzbürstige Schwägerin seines Freundes Gavin, vor ein Rätsel. Für sie sind Liebesromane nichts als Zeitverschwendung. Als sie ihren Job verliert, weil ihr Chef sexuelle Belästigung für ein Berufsrisiko hält, ist das die perfekte Mission für Mack: Er hilft Liv, diesen widerlichen Mistkerl zu ruinieren, und beweist ihr nebenbei, dass es auch im echten Leben Happy Ends gibt …

Meine Meinung:
Ich liebe den Gedanken, dass sich einige Männer zusammenschließen, um Liebesromane zu lesen und dadurch ihre Frauen besser zu verstehen. Dass sie sich so ins Zeug legen, um die toxische Männlichkeit aus sich herauszukriegen und ihre Beziehungen verbessern wollen.
Ich fand, dass der Buchclub an sich in diesem Band der Reihe allerdings ein wenig zu kurz kam. Die Liebesromane spielen nicht eine so große Rolle wie ich es anhand des Titels der Reihe gehofft hatte, und die Männer lesen dieses Mal auch nicht so richtig zusammen (bis auf zwei Szenen). Irgendwie hätte ich mir dahingehend mehr erhofft.

Das Thema, für das Liv sich einsetzt, ist ein so wichtiges und ich fand es klasse, dass sie so darum kämpft und nicht aufgibt. Dass auch Männer sich auf ihre Seite stellen und deutlich machen.

Die Liebesgeschichte war ganz süß, konnte mich allerdings nicht restlos begeistern. Irgendwie blieb mir alles ein wenig zu flach, zu stereotyp. Denn auch wenn man hin und wieder in die Tiefe der Figuren Einblick bekommt, bleiben das doch eher Ausschnitte. Mir hat es gefehlt, eine dauerhafte Tiefe Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, sie wirklich kennenzulernen und mehr über sie zu erfahren als nur das, was unbedingt relevant für die Handlung ist.

Insgesamt handelt es sich beim zweiten Teil von „The secret Book Club“ um eine schöne Geschichte für Zwischendurch, die durchaus unterhält, aber nicht so ganz aus der Masse an tollen Romanen hervorsticht. Man kann es sehr gut lesen, sollte aber vielleicht nicht zu hohe Ansprüche daran stellen.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Sarah Sprinz: What if we trust.

Details:
Seitenzahl: 528 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 25. Juni 2021

Inhalt:
Kaum jemand an der UBC in Vancouver weiß von der Fan-Fiction über den maskierten Sänger PLY, für die Hope ihre ganze Schulzeit verurteilt wurde. Bis ein Verlag sie veröffentlichen möchte. Als auf der Geburtstagsparty eines Freundes kurz darauf Scott Plymouth vor ihr steht, ist sein Blick aus unergründlich blauen Augen Hope erschreckend vertraut – durch eine Maske. Was Hope nicht weiß: In ihrer Geschichte kommt sie Scotts dunkelstem Geheimnis viel zu nah, und schon bald wird die ganze Welt davon lesen können …

Meine Meinung:
Ich mochte jedes Buch dieser Reihe unglaublich gern und habe jedes innerhalb kürzester Zeit verschlungen, weil sie einfach so großartig, emotional, authentisch und wundervoll geschrieben sind. Aber der dritte Band „What if we Trust“ hat es tatsächlich geschafft noch eine Schippe drauf zu legen. Er ist mein absoluter Lieblingsband der Trilogie, ich habe ihn einfach geliebt.

Nicht nur ist er wahnsinnig gut geschrieben, die Figuren sind auch so wundervoll und vielschichtig und echt, dass man sie nur lieben kann. Hope und Scott sind jeder für sich schon großartig, zusammen sind sie einfach perfekt.

Dazu die Geschichte von dem Superstar, der undercover studiert, und Hope die ausgerechnet über ihn eine Fan Fiction geschrieben hat – so toll! Wirklich, diese Handlung verspricht so viel Missverständnisse, Gefühlsachterbahnen und mitreißende Wendungen – und gibt den Leser*innen all das und noch mehr. Hach, ich wünschte ehrlich, das Buch wäre noch nicht zu Ende und ich dürfte noch weiter Hopes und Scott’s Geschichte lesen. Es war so traurig, sie am Ende gehen zu lassen.

Für mich ein absolut krönender und rundum gelungener Abschluss einer hervorragenden New Adult-Reihe, den ich vermutlich noch einige Male lesen werde, weil er mich so berührt hat. Ganz große Leseempfehlung!

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Lea Coplin: Mit dir leuchtet der Ozean.

Details:
Seitenzahl: 336 Seiten
Verlag: dtv
Erschienen: 18. Juni 2021

Inhalt:
Als Penny auf Fuerteventura landet, um in einem All-inclusive-Club zu arbeiten, ist Milo der Letzte, mit dem sie rechnet. Milo, der kurz mit ihr auf der Schule war, dessen Name nichts als Ärger verhieß und mit dem sie ein verirrter Kuss verbindet. Jetzt ist ausgerechnet die fröhliche Helena, Pennys Zimmergenossin, mit Milo zusammen und Penny kann ihm kaum aus dem Weg gehen. Aber da ist noch immer die Erinnerung an diesen Kuss. Auch Helena merkt, dass da mehr ist, und das schlechte Gewissen ihr gegenüber droht Penny zu ersticken. Doch Gefühle lassen sich nicht steuern. Selbst wenn sie schnurgerade in die Katastrophe führen.

Meine Meinung:
Der Klappentext verspricht sehr viel, was das Buch leider nicht ganz halten kann. Das war so, so schade, weil das Potenzial sehr groß war und mir auch der Schreibstil wirklich gut gefallen hat. „Leider“ wird das wohl am häufigsten benutzte Wort in dieser Rezension, weil es mir ehrlich leidtut, dass mich die an sich schöne Geschichte nicht ganz von sich überzeugen konnte.

Man spürt, dass die Autorin mit Herzblut geschrieben hat, ihr die Figuren wirklich wichtig sind. Nur leider, leider, leider konnte ich als Leserin keine Bindung zu den beiden Protagonisten aufbauen – trotz toller Grundzüge und so viele Möglichkeiten auf mehr in ihnen. Man erfährt so gut wie nichts über Penny und Milo außerhalb ihrer Arbeit im Solana Club, dem einen Moment im Schrank vor fünf Jahren und jeweils einen einzelnen traumatischen Moment im Leben. Ihre Persönlichkeiten, ihre Stärken, Schwächen, Vorlieben, Pläne – kurz das, was sie WIRKLICH ausmacht – lernt man schlichtweg gar nicht kennen. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass mehr Fokus auf die Charakterentwicklung und -darstellung gelegt wird, weil das Buch dann richtig begeistern könnte. Es ärgert mich ein bisschen, weil man die Ansätze in den Figuren ja sieht und sich sehr wünscht, dass diese noch weiter ausgeführt werden, doch das passiert einfach nicht.
Die Nebenfiguren bleiben leider auch flach und erhalten kaum Tiefe bis auf kleine durchaus unterhaltsame Macken. Und das, obwohl auch die Nebencharaktere sehr vielversprechend klingen.

Die Liebesgeschichte an sich finde ich richtig süß. Ein Kuss, der beiden Beteiligten auch nach fünf Jahren nicht aus dem Kopf geht, ein Wiedersehen in einem Club, in dem sie als Animateure arbeiten, und einige Stolpersteine, die ihnen im Weg liegen. Das Leben als Animateure war auch interessant gezeigt, von diesem Setting habe ich bisher noch nichts gelesen und es war somit eine schöne Abwechslung. Es gab dann auch durchaus einige richtig schöne Momente zwischen Milo und Penny, in denen man das Knistern deutlich spüren konnte und die toll geschrieben waren.
Da man aber die Charaktere nicht WIRKLICH kennenlernt und es so sehr sehr schwer ist, eine engere Bindung zu ihnen aufzubauen, war es auch dementsprechend leider so, dass die Liebesgeschichte nicht sehr viele Emotionen wecken konnte. Ja, in den schönen Momenten zwischen den Figuren hat man durchaus mitgefühlt, aber ansonsten leider nicht so sehr.

Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass es sich bei „Mit dir leuchtet der Ozean“ um eines dieser Bücher handelt, die ganz groß sein könnten, aber ihr ganzes Potenzial einfach nicht entfalten. Die Autorin hat richtig Talent, ihre Art zu schreiben ist super und auch die Handlung und die Figuren sind in ihren Ansätzen klasse – aber die Geschichte bleibt leider meistens auf Sparflamme und kann die Leser*innen deshalb nicht ganz mitreißen. Sehr schade, weil man die ganze Zeit spürt, dass unter der Oberfläche so viel mehr schlummert.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Linda Winter: Princess of Night and Shadows.

Details:
Seitenzahl: 451 Seiten
Verlag: Impress
Erschienen: 3. Juni 2021

Inhalt:
Bereits seit vielen Jahren kennt Sayeh nur noch die ewige Finsternis ihres Gefängnisses. Die Hoffnung auf Freiheit scheint inzwischen nichts weiter als ein verblasster Traum zu sein. Doch dann geschieht das Unerwartete: Die Prinzessin wird befreit. Aber zu einem hohen Preis. Sechzig Tage hat sie, um die Taten ihrer verstorbenen Mutter, der Königin des Schattenreichs, wiedergutzumachen. Sechzig Tage, um ihre göttlichen Kräfte wiederzuerlangen und Schatten und Nacht in die Welt der Elemente zurückzubringen. Denn nur, wenn sie den Herrschern der anderen Königreiche – denen des Wassers, der Erde, der Winde und des Feuers – behilflich ist, darf sie als Herrscherin zurück in ihr Reich. Ein unmögliches Unterfangen. Wäre da nicht ein Prinz mit wasserblauen Augen …

Meine Meinung:
Die Idee hinter dem Buch hat mir richtig gut gefallen, sie war spannend. Auch die Stimmung, die von Beginn an im Buch geherrscht hat, war mitreißend. Die Finsternis, die in Sayehs Leben herrscht, war richtig greifbar und hat die ganze Geschichte getragen.
Ebenfalls überzeugend war das System der Elemente und deren Halbgötter, was sehr interessant zu lesen war. Die Autorin hat sich einige richtig tolle Dinge überlegt, die beim Lesen für Abwechslung gesorgt haben.

Die Charaktere waren unterhaltsam, ein klein wenig zu stereotyp für meinen Geschmack vielleicht. Ich habe ein wenig die Grauschattierungen vermisst, sie waren doch alle sehr Schwarz-Weiß gezeichnet. Nichtsdestotrotz waren sie sympathisch und es war angenehm ihre Geschichte zu lesen.
Bei der Liebesgeschichte hätte ich mir noch ein klein wenig mehr erhofft, etwas mehr Knistern und so weiter. So war sie zwar schon sehr süß, hat mich aber nicht völlig überzeugen können.

Insgesamt handelt es sich bei „Princess of Night and Shadows“ um ein wirklich unterhaltsames Fantasywerk, das mit tollen Ideen und einer spannenden Grundstimmung punkten kann. Auch wenn es mich vielleicht nicht 100% überzeugen konnte, so habe ich es sehr gern gelesen und hätte am Ende gern noch weitergemacht. Schöne Fantasy, die einem tolle Lesestunden beschert.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


L. H. Cosway: Beyond the Sea.

Details:
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 28. Mai 2021

Inhalt:
Seit dem Tod ihres Vaters will die 18-jährige Estella nur ihren Schulabschluss machen und Irland endlich den Rücken kehren. Doch ihre Pläne werden durchkreuzt, als der geheimnisvolle Noah auftaucht. Er ist nicht nur ganz anders als alle Jungen, denen Estella bisher begegnet ist, er gibt ihr das erste Mal seit langer Zeit das Gefühl, nicht ganz alleine auf dieser Welt zu sein. Estella verliebt sich jeden Tag ein kleines bisschen mehr in ihn, doch Noah ist nicht ohne Grund im Ort. Er hat ein Geheimnis, das alles zwischen ihnen zerstören könnte …

Meine Meinung:
Wenn ich lese, dann tue ich das unter anderem, um mich danach gut oder besser zu fühlen. Sicher hat jeder andere Ansprüche an das, was ein Roman einem geben soll, aber für mich ist es eben das eben erwähnte.
Bei diesem Buch war es leider so, dass ich mich während des Lesens und auch danach schlecht gefühlt habe. Die Stimmung der Geschichte ist so schwer, erdrückend, morbide und furchtbar, dass es mich richtig hinunter gezogen hat. Wer gern Bücher in Richtung Thriller mag, der könnte dieses hier mögen, aber wenn man wie ich den Anspruch einer schönen Liebesgeschichte hat, sollte vielleicht vorher in das Buch reinlesen, ob es gefällt.

Noah war für mich auch ein sehr schwer zu greifender Charakter, er hat einem Angst gemacht und einige illegale Dinge getan, doch Estella interessiert das gar nicht. Dieses blinde „Er ist so toll, ich folge ihm blind zu allem Unsinn“ finde ich ganz ganz schwierig, vor allem, wenn diese Person einen zu Straftaten verleitet. Das toxische Muster, dass man die Eine ist, die eine gequälte Seele retten kann, vermittelt für die Realität ein sehr gefährliches Bild, weshalb ich das inzwischen nicht mehr unterstützen kann.

Insgesamt war mir persönlich das Buch leider zu drückend, deprimierend und schwer, während die Liebesgeschichte mich mit dem toxischen Verhalten eher abgestoßen hat.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)


Winter Renshaw: Rixton Falls 2. Rules.

Details:
Seitenzahl: 320 Seiten
Verlag: Lyx
Erschienen: 26. Februar 2021

Inhalt:
Wenn sich Anwalt Derek Rosewood eins geschworen hat, dann nie wieder eine Beziehung einzugehen. Seit der Trennung von seiner Jugendliebe gibt es nur noch drei Dinge in seinem Leben, die für ihn zählen: seine kleine Tochter, seine Karriere und seine Freiheit. Drama erlebt er allenfalls im Gerichtssaal und Frauen, die mehr als eine Nacht von ihm erwarten, hält er gekonnt auf Abstand. Es ist besser so – vor allem für sein Herz. Bis seine neue Klientin Serena Randall vom ersten Augenblick an all seine Regeln über Bord wirft, als hätte es sie nie gegeben …

Meine Meinung:
Das Buch beginnt eigentlich mitten im Geschehen, die Protagonisten treffen im Prinzip direkt aufeinander. Das fand ich interessant, da es ansonsten ja meist eher eine Weile dauert bis sich die Hauptfiguren so richtig begegnen. Das war auf jeden Fall etwas anderes und hat mich überrascht.

Leider war es im Verlauf der Geschichte so, dass die Figuren, ihre Gefühle und ihre Gedanken doch eher oberflächlich blieben. Man ist nie richtig in die Tiefe vorgedrungen, sondern es wurde lediglich an der Oberfläche gekratzt. Zumindest war das mein Empfinden. Es gibt sehr viel Potenzial für tiefe Emotionen usw aufgrund der Vorgeschichten der Figuren, aber so richtig genutzt werden diese leider nicht. Dadurch hat mich die Liebesgeschichte auch nicht wirklich mitreißen können, weil ich die Gefühle der Charaktere nicht richtig nachvollziehen konnte. Sehr schade, vor allem, wenn man merkt, wie viel da hätte sein können.

Abgesehen von der eher oberflächlichen Behandlung der Figuren, gab es für mich persönlich auch einige Logiklücken. Derek will als Anwalt Serena helfen und drängt darauf, dass alles ganz schnell gehen muss – aber tut dann NICHTS?! Bis auf einen einzigen Termin, der nicht direkt mit der dringlichen Situation zu tun hat, macht Derek wochenlang einfach gar nichts. Diese Situation – die Spannung und ein gewisses Maß an Intrigen mit in das Geschehen gebracht hat – wird auf den letzten Seiten einfach innerhalb weniger Sätze abgehandelt. Darüber war ich wirklich enttäuscht, weil es tatsächlich so wirkt, als hätte die Autorin plötzlich keine Lust mehr auf diesen Handlungsstrang gehabt.

Insgesamt handelt es sich beim zweiten Band der „Rixton Falls“-Reihe um ein zwar ganz gut geschriebenes Buch, das aufgrund seiner Logikfehler und der eher oberflächlichen Darstellung der Gefühle aber leider nicht so richtig überzeugen kann. Schade, da wirklich Potenzial vorhanden ist.

(Bild- und Textrechte liegen beim Verlag)